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Darf der Libero aufschlagen? Das sagt die Regel je Liga

Dein Libero ist der beste Aufschläger deines Teams. Schade, dass er nie an den Ball kommt, denkst du dann — bis du merkst, dass es Ligen gibt, in denen es sehr wohl erlaubt ist. Wie das sein kann und was hierzulande gilt, ist eine Frage davon, welches Reglement auf dem Tisch liegt.

Lesezeit: 5 Min.

Die FIVB-Regel: der Libero schlägt nicht auf

Die offizielle Spielregel (19.3.2.2) ist kurz: der Libero darf nicht aufschlagen, nicht blocken und keinen Blockversuch unternehmen. Dieses Verbot ist absolut — es gibt keine Rotation, keinen Satz und keine Situation, in der er hinter der Grundlinie auftauchen darf.

Der DVV übernimmt die FIVB-Spielregeln praktisch eins zu eins. Im deutschen Ligabetrieb, von der Bundesliga bis zur Kreisliga und in allen Jugendklassen, darf der Libero also nicht aufschlagen. Wer es trotzdem tut, macht einen Rotationsfehler: der Gegner bekommt einen Punkt und das Aufschlagrecht, und die Rotationsreihenfolge muss wiederhergestellt werden — siehe falscher Aufschläger.

Warum du trotzdem hörst, dass es erlaubt ist

Die Verwirrung kommt aus dem Ausland, vor allem aus den Vereinigten Staaten. In den nationalen Reglements von USA Volleyball und der amerikanischen Universitätsliga (NCAA) darf der Libero sehr wohl aufschlagen, aber nur in einer einzigen Rotationsposition pro Satz. Das ist eine nationale Abweichung von den FIVB-Regeln, keine internationale Regel: bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und in europäischen Ligen gilt sie nicht.

Das erklärt, warum amerikanische Lehrvideos und englischsprachige Foren ohne Umschweife darüber reden. Schaust du die als deutscher Trainer, prüfe immer, ob etwas eine FIVB-Regel ist oder eine nationale Bestimmung.

Aufstellungsbildschirm mit einer 4-2-Aufstellung und der Rotationsreihenfolge
Der Liberowechsel ist keine lose Handlung: er folgt direkt aus der Aufschlagreihenfolge deiner Rotation.

Was deine Liga auch erlaubt, Koach führt die Aufschlagreihenfolge pro Rotation mit, während du live mitscorst, sodass du siehst, wer aufgeschlagen hat und was es gebracht hat.

Wie es praktisch funktioniert: der Liberowechsel

Das Aufschlagverbot ist keine losstehende Regel, sondern der Angelpunkt der ganzen Liberokonstruktion. Der Libero ersetzt einen Hinterspieler und wechselt über die Zone zwischen Angriffslinie und Grundlinie unbegrenzt ein und aus — aber nur, wenn der Ball aus dem Spiel ist und vor dem Pfiff für den Aufschlag.

Dreht der Spieler, den der Libero ersetzt, auf Position 1, muss der Libero also heraus, weil dieser Spieler aufschlagen muss. Das ist der Moment, an dem viele Teams stolpern: der Libero bleibt stehen, oder der Spieler, der herauskam, weiß nicht, dass er an der Reihe ist. Alle Bedingungen stehen in den Liberowechsel-Regeln, und wie du das Aufschlagrecht während des Spiels verfolgst in das Aufschlagrecht verfolgen.

Woher der Libero kommt

Den Libero gibt es erst seit 1998 im Spiel. Die FIVB führte ihn ein, weil die Teams immer größer und die Ballwechsel immer kürzer wurden: ein harter Aufschlag wurde beendet, bevor überhaupt ein Aufbau zustande kam. Indem man einen spezialisierten Abwehrspieler zuließ, der unbegrenzt wechseln darf, bekamen kleinere Spieler wieder einen vollwertigen Platz und die Ballwechsel wurden länger. Das erklärt auch, warum sein Aufgabenbereich so streng abgegrenzt ist: die Rolle soll die annehmende Seite stärken, nicht der Aufschlagseite einen zusätzlichen Trumpf geben.

Warum es die Regel gibt

Der Libero ist als Abwehrspezialist gedacht und als Gegengewicht zu immer größeren Teams: kleinere, wendige Spieler bekommen so eine vollwertige Rolle. Um zu verhindern, dass er zu einem allgemeinen Jokerspieler wird, ist sein Aufgabenbereich bewusst auf Annehmen und Verteidigen begrenzt. Dürfte er auch aufschlagen, könnte ein Team ihn in jeder Rotation für die zwei wichtigsten Ballberührungen des Spiels einsetzen — Aufschlag und Annahme — ohne dafür Wechsel zu verbrauchen.

Was bedeutet das für deine Aufstellung?

Du verlierst pro Satz sechs Aufschlagserien an die Spieler, die der Libero ersetzt — und das sind oft ausgerechnet Mittelblocker, statistisch die schwächsten Aufschläger des Teams. Zwei Dinge, die du dagegen tun kannst:

Jugend, Minivolleyball und Freizeitligen

In den Jugendklassen gilt dasselbe Verbot wie bei den Erwachsenen. Beim Minivolleyball gibt es die Rolle des Liberos nicht: dort spielen alle Kinder alle Aufgaben, genau weil Spezialisierung in diesem Alter unerwünscht ist. In Freizeit- und Betriebsligen wird oft ohne Libero gespielt oder mit eigenen Absprachen — was dort gilt, steht im Reglement dieser Liga und nicht in den Spielregeln. Alle übrigen Liberobestimmungen stehen in den Libero-Regeln.

Häufige Fragen

Darf der Libero im Volleyball aufschlagen?

Nach den FIVB-Spielregeln nicht: der Libero darf nicht aufschlagen, nicht blocken und keinen Blockversuch unternehmen. Der DVV folgt diesen Regeln, also ist es im gesamten deutschen Ligabetrieb nicht erlaubt.

Warum schlagen Liberos in amerikanischen Spielen doch auf?

Weil USA Volleyball und die NCAA eine eigene nationale Bestimmung haben, nach der der Libero in einer Rotationsposition pro Satz aufschlagen darf. Das ist eine nationale Abweichung und gilt nicht in internationalen oder europäischen Wettbewerben.

Was passiert, wenn der Libero trotzdem aufschlägt?

Dann liegt ein Rotationsfehler vor: der Gegner bekommt einen Punkt und das Aufschlagrecht, und die Rotationsreihenfolge muss wiederhergestellt werden. Außerdem können Punkte verfallen, die nach dem Fehler erzielt wurden.

Warum muss der Libero heraus, wenn sein Spieler aufschlagen soll?

Weil der Libero einen Hinterspieler ersetzt und dieser Spieler beim Weiterdrehen auf Position 1 selbst aufschlagen muss. In diesem Moment verlässt der Libero das Feld, und nach der Aufschlagserie kann er wieder zurückkommen.

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