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Volleyball filmen: wo stellst du die Kamera hin?

Fast jedes Team hat schon einmal ein Spiel gefilmt, und fast jedes Team hat danach festgestellt, dass man mit den Bildern nichts anfangen kann. Das liegt selten an der Kamera. Es liegt daran, wo sie stand, wie hoch sie hing und ob jemand sie mit dem Ball hat mitschwenken lassen.

Lesezeit: 6 Min.

Die Position, die immer funktioniert

Stell die Kamera hinter die Grundlinie, mittig zur Feldbreite, und hoch. Von dort siehst du die Tiefe des Feldes, die Positionen beider Teams zueinander und das Netz als Linie quer durchs Bild. Genau das brauchst du, um überhaupt etwas über Stellungsspiel, Rotation und Abwehr sagen zu können.

Von der Seite zu filmen liefert schönere Bilder eines Schmetterschlags und praktisch keine brauchbare Information: du kannst nicht sehen, ob ein Spieler richtig stand, und das halbe Feld verschwindet hinter den Spielern. Von der Bank aus zu filmen ist noch schlimmer, denn dann schaust du vor allem auf Rücken.

Hat die Halle eine Tribüne, ist die oberste Reihe hinter dem Feld fast immer der beste Platz. Gibt es nichts zum Hochsteigen, nimm ein Stativ, das mindestens zwei Meter erreicht, oder klemm das Handy an ein Geländer oder eine Absperrung.

Höhe ist wichtiger als Abstand

Die Faustregel: die Kamera muss über die Spieler hinwegschauen. Auf Augenhöhe verschwindet das Hinterfeld hinter denen, die vorne stehen, und jeder Ballwechsel wird zu einer Wand aus Rücken. Ab drei bis fünf Metern Höhe siehst du das ganze Feld, und die Verhältnisse stimmen.

Der Abstand ist weniger kritisch. Vier bis acht Meter hinter der Grundlinie funktionieren gut; weiter weg geht auch, solange beide Grundlinien im Bild bleiben. Was du vor allem vermeiden willst, ist durch das Netz hindurch zu filmen — die Kamera stellt dann auf die Maschen scharf statt auf die Spieler, und das merkst du erst zu Hause beim Anschauen.

Was im Bild sein muss

Bild allein lässt dich außerdem suchen. Video zeigt, was passiert ist, und Zahlen, wie oft — und die Statistiken pro Spieler in Koach sagen dir, welche Szenen das Suchen wert sind. Sonst schaust du doch wieder zwei Sätze durch, auf der Jagd nach drei Ballwechseln.

Statistiken pro Spieler in der Koach-App mit Punkten nach Punktart und Fehlern nach einem Spiel
Drei Ausschnitte von dreißig Sekunden wirken besser als ein ganzer Satz zum Nachschauen; die Zahlen zeigen dir, welche drei.

Einstellungen, die du einmal richtig setzt

Halt das Handy quer, immer. Hochkantvideo kostet dich das halbe Feld. Wähl 1080p mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde statt 4K mit 30: flüssige Bewegung ist für die Techniksanalyse wertvoller als Auflösung, und deine Datei bleibt handhabbar.

Sperr Schärfe und Belichtung, bevor du startest, mit einem langen Druck auf das Bild. Sonst sucht die Kamera bei jedem Sprung neu, und die Belichtung pumpt mit den Lichtbändern mit. Schalt den Flugmodus ein, damit kein Anruf hereinkommt, prüf den Speicher — rechne mit ungefähr 1 GB pro zehn Minuten in 1080p — und sorg für Strom, denn zwei Sätze zu filmen kostet ein Handy ordentlich Akku.

Der Test von dreißig Sekunden: film vor dem Spiel eine halbe Minute beim Einspielen und schau sie auf dem Handy an. Siehst du beide Grundlinien, steht das Bild still, ist es scharf? Dann ist der Rest deines Nachmittags geregelt. Diese dreißig Sekunden verhindern neun von zehn missglückten Aufnahmen.

Die Fehler, die Bilder wertlos machen

  1. Auf Augenhöhe filmen. Das Hinterfeld verschwindet, und damit alles, was du dir anschauen wolltest.
  2. Mit dem Ball mitschwenken. Du verlierst den Kontext, und genau darum geht es bei der Analyse.
  3. Gegen das Licht filmen. Eine Fensterwand oder offene Tür hinter dem Feld macht aus deinen Spielern Silhouetten. Wähl die andere Hallenseite.
  4. Das Handy in der Hand halten. Selbst eine ruhige Hand liefert Bilder, von denen du nach zwanzig Minuten Kopfschmerzen bekommst. Stativ oder Klemme, immer.
  5. Vergessen zu starten oder zu stoppen. Feste Gewohnheit: Aufnahme starten beim Pfiff zur Auslosung, stoppen nach den Unterschriften.

Einwilligung, und erst recht bei der Jugend

Für die eigene Analyse innerhalb des Teams zu filmen ist meist unproblematisch, aber sag es vorher immer kurz dem Gegner und dem Schiedsrichter. Bei Jugendteams brauchst du die Einwilligung der Eltern, und das gilt doppelt, wenn du etwas außerhalb des Teams teilen willst. Teil Aufnahmen also nur in einer geschlossenen Umgebung und stell sie nicht einfach in soziale Netzwerke — siehe Datenschutz und Daten.

Hast du erst einmal brauchbares Bild, nutz es gezielt: drei Ausschnitte von dreißig Sekunden wirken besser als ein ganzer Satz zum Nachschauen. Wie du das mit Zahlen kombinierst, steht in der Nachbesprechung mit Daten, und fürs Scouten eines Gegners ist dieser Ansatz praktischer als einfach zu filmen.

Häufige Fragen

Wo stellt man die Kamera beim Volleyballfilmen hin?

Hinter die Grundlinie, mittig zur Feldbreite und so hoch wie möglich — oberste Tribünenreihe oder ein Stativ von mindestens zwei Metern. Von dort siehst du beide Spielfeldhälften und die Positionen aller Spieler.

Wie hoch muss die Kamera stehen?

Hoch genug, um über die Spieler hinwegzuschauen; drei bis fünf Meter sind ideal. Auf Augenhöhe verschwindet das Hinterfeld hinter denen, die vorne stehen, und das Bild wird für die Analyse unbrauchbar.

Kann man mit einem Handy brauchbare Spielaufnahmen machen?

Ja, sofern es stillsteht und hoch genug hängt. Film quer in 1080p mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde, sperr Schärfe und Belichtung und zoom während des Spiels nicht.

Darf ich ein Jugendspiel einfach filmen?

Sag es vorher dem Gegner und dem Schiedsrichter, und sorg bei der Jugend für die Einwilligung der Eltern. Aufnahmen für die eigene Analyse im geschlossenen Kreis sind etwas anderes als Veröffentlichen in sozialen Netzwerken.

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