Der Pancake im Volleyball: Technik, Timing und Einsatz
Der Ball ist schon fast am Boden, der Abwehrspieler rutscht, und im letzten Moment springt er doch noch von einer flachen Hand nach oben. Der Pancake sieht spektakulär aus, ist aber überraschend simpel — solange du verstehst, dass die Hand früher da liegen muss als der Ball.
Was ein Pancake genau ist
Bei einem Pancake legst du deine Hand flach auf den Boden, mit dem Handrücken nach oben, sodass der Ball auf dem Rücken deiner Hand aufspringt statt auf dem Boden. Es ist eine völlig gültige Ballberührung: die Spielregeln erlauben, den Ball mit jedem Körperteil zu spielen, also auch mit dem Handrücken. Solange der Ball deutlich davon abspringt und nicht festgehalten oder geschaufelt wird, ist alles in Ordnung.
Was der Schiedsrichter beurteilt, ist, ob der Ball zuerst deine Hand berührt hat und nicht den Boden. Im Zweifel zählt das Geräusch: ein trockener Knall ist ein Pancake, zwei Klopfer sind Ball-Boden-Hand und damit zu spät.
Die ganze Technik steckt im Timing
Das ist der Punkt, an dem die meisten Spieler den Pancake falsch lernen: sie hechten zuerst und strecken danach die Hand aus. Das ist zu spät. Die Reihenfolge ist umgekehrt — die Hand liegt schon flach und ruhig auf dem Boden, bevor der Ball da ist. Du legst gewissermaßen ein Brettchen hin, auf das der Ball kommt.
Eine Hand, die sich im Kontaktmoment noch bewegt, schickt den Ball in alle Richtungen. Eine Hand, die still liegt, lässt ihn sauber nach oben abprallen. Denk also nicht „ich schlage darunter“, sondern „ich lege ihn dort fest hin“.
Schritt für Schritt
- Mach einen langen, tiefen Ausfallschritt Richtung Ball — derselbe Ausfallschritt wie bei einer normalen tiefen Abwehr, nur tiefer. Der Schwerpunkt geht nach vorn und nach unten.
- Streich deine Schlaghand flach über den Boden unter der Flugbahn des Balls hindurch. Finger gestreckt und nach vorn, Handfläche auf dem Boden, Handrücken nach oben.
- Fang deinen Körper mit der anderen Hand ab oder mit dem Unterarm. Das ist der Sicherheitsteil: ohne Stützarm landest du mit Gesicht oder Brust hart auf dem Boden.
- Rutsch auf Brust und Hüfte weiter in Verlängerung deiner Bewegung, mit dem Kinn nach oben. Weiterrutschen belastet weniger als abruptes Stoppen.
- Steh sofort auf. Der Ballwechsel läuft weiter und du liegst auf dem Boden — ein Pancake, der in Selbstbewunderung endet, kostet den nächsten Punkt.

Wann du ihn nutzt — und wann nicht
- Ja: wenn der Ball wirklich nicht mehr mit beiden Armen zu erreichen ist. Denk an einen Blockball, der kurz hinter dir fällt, einen Tipp in den leeren Raum oder einen Ball, der vom Netz scharf nach unten kommt.
- Nein: wenn eine normale tiefe Annahme noch möglich ist. Ein Pancake gibt dir kaum Kontrolle über die Richtung, jeden Ball, den du mit dem Spielbrett spielen kannst, spielst du also mit dem Spielbrett. Siehe Verteidigen im Volleyball.
- Nicht auf einem stumpfen oder nassen Boden. Eine Hand, die hängen bleibt statt zu gleiten, ist ein Verletzungsrisiko für Handgelenk und Finger. Prüf den Boden vor dem Spiel.
- Nicht im Sand. Beim Beachvolleyball funktioniert der Pancake nicht: der Ball sackt weg, statt abzuspringen.
Die vier Fehler, die du sofort siehst
- Hand zu spät. Der Ball berührt zuerst den Boden. Ursache: du hechtest zuerst und streckst danach die Hand aus. Lerne, die Hand vorauszuschicken.
- Hand bewegt sich während des Kontakts. Der Ball schießt Richtung Publikum weg. Die Hand muss still liegen, nicht mitschlagen.
- Finger nach oben oder Hand gebeugt. Ergibt einen verstauchten Finger oder ein verstauchtes Handgelenk. Finger gestreckt, Handfläche vollständig flach.
- Kein Stützarm. Der klassische Weg zu einer dicken Lippe. Der zweite Arm fängt immer deinen Körper ab.
So baust du ihn sicher auf
- Aus dem Kniestand: der Trainer lässt einen Ball knapp vor dem Spieler fallen, der nur die Hand flach hinlegt. Kein Rutschen, nur Timing.
- Aus einem tiefen Ausfallschritt: dieselbe Übung, jetzt stehend mit einem Schritt. Fokus auf den Stützarm.
- Mit Rutschen auf einer Matte: die komplette Bewegung inklusive Weiterrutschen, zuerst auf weichem Untergrund.
- Im Ballwechsel: eine Spielform, in der der Trainer bewusst kurze Bälle hinter die Abwehr tippt, damit Spieler selbst lernen zu entscheiden, wann ein Pancake nötig ist.
Füg die Progression deinem normalen Abwehrblock hinzu, statt eine eigene Einheit daraus zu machen — zehn Minuten pro Training genügen. In einer App wie Koach findest du Abwehrübungen mit Animationen, sodass du so einen Bodenkontakt-Aufbau mit ein paar Klicks in dein nächstes Training setzt. Warum du bei allen Falltechniken langsam aufbaust, steht in Verletzungsprävention.
Noch besser: ihn nicht zu brauchen
Die besten Abwehrspieler machen die wenigsten Pancakes, denn sie stehen schon richtig, bevor der Ball kommt. Behandle die Technik also als das, was sie ist: eine Notlösung, die du parat haben willst, kein Selbstzweck. Ein Team, das in jedem Training zehn Pancakes macht, hat keine gute Abwehr, sondern ein Stellungsproblem. Mehr zu diesem Stellungsspiel findest du bei Abwehrsystemen.
Häufige Fragen
Ist ein Pancake im Volleyball erlaubt?
Ja. Der Ball darf mit jedem Körperteil gespielt werden, also auch mit dem Handrücken. Voraussetzung ist, dass der Ball zuerst deine Hand berührt und nicht den Boden, und dass er deutlich abprallt, statt festgehalten oder geschaufelt zu werden.
Wie timt man einen Pancake richtig?
Indem du die Hand früher flach auf den Boden legst, als der Ball da ist, und sie danach still hältst. Der häufige Fehler ist, zuerst zu hechten und dann die Hand auszustrecken — dann berührt der Ball immer zuerst den Boden.
Tut ein Pancake nicht weh?
Nicht, wenn du ihn sauber ausführst: du fängst deinen Körper mit dem anderen Arm ab und rutschst auf Brust und Hüfte weiter. Schmerzen und Verletzungen kommen von gebeugten Fingern, einem fehlenden Stützarm oder einem Boden, auf dem deine Hand hängen bleibt statt zu gleiten.
Wann sollte man keinen Pancake machen?
Sobald der Ball noch mit beiden Armen zu spielen ist. Ein Pancake gibt kaum Kontrolle über die Richtung, jeden Ball, den du mit dem Spielbrett erreichst, holst du also mit dem Spielbrett. Auch auf einem stumpfen Boden und im Sand lässt du ihn besser.


