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Gelbe und rote Karte im Volleyball: alle Sanktionen

Im Fußball weiß jeder, was eine gelbe Karte bedeutet. Im Volleyball denken die meisten Spieler das auch — und liegen daneben. Gelb kostet hier keinen Punkt, Rot schon, und die Kombination beider Karten hat zwei verschiedene Bedeutungen, je nachdem, wie der Schiedsrichter sie hält.

Lesezeit: 6 Min.

Zwei getrennte Sanktionsskalen

Volleyball kennt keine Eins-zu-eins-Übersetzung der Fußballkarten. Es gibt zwei getrennte Skalen, die einander nicht beeinflussen:

Beide nutzen gelbe und rote Karten, aber mit unterschiedlichen Folgen — und die Verzögerungssanktionen gelten für das Team, nicht für eine Person. Der sichtbare Unterschied: bei einer Verzögerungssanktion hält der Schiedsrichter die Karte an sein Handgelenk.

Die Skala für Fehlverhalten, Schritt für Schritt

  1. Leichtes Fehlverhalten — nicht bestraft. Der erste Schiedsrichter verhindert die Eskalation in zwei Schritten: zuerst eine mündliche Ermahnung über den Spielkapitän, danach eine gelbe Karte. Diese gelbe Karte ist eine formelle Verwarnung: sie wird im Spielbericht notiert, kostet aber keinen Punkt und hat sonst keine Folgen. Sie markiert nur, dass das Team die Sanktionsebene erreicht hat.
  2. Grobes VerhaltenBestrafung: rote Karte. Das Team verliert den Ballwechsel: Punkt und Aufschlag für den Gegner.
  3. Beleidigendes VerhaltenHinausstellung: gelbe und rote Karte zusammen in einer Hand. Der Betroffene darf im restlichen Satz nicht mehr mitwirken und nimmt in der Strafzone Platz. Ein Punkt wird nicht vergeben. Steht der Spieler auf dem Feld, muss das Team ihn ersetzen; gelingt das nicht, wird das Team für unvollständig erklärt — siehe weniger als sechs Spieler.
  4. AggressionDisqualifikation: gelbe und rote Karte in zwei getrennten Händen. Der Betroffene muss den Spielbereich für den Rest des Spiels verlassen. Auch hier kein Punkt.

Zwei Dinge sind gut zu wissen. Sanktionen sind persönlich und gelten für das ganze Spiel: ein Spieler, der in Satz 1 eine gelbe Karte bekam, beginnt Satz 3 nicht mit einer weißen Weste. Und für beleidigendes Verhalten oder Aggression ist keine vorherige Verwarnung nötig — der Schiedsrichter darf sofort die schwerste Sanktion aussprechen.

Teamübersicht mit dem Kader und den gemeinsamen Teamabsprachen
Karten fallen selten vom Himmel — sie folgen auf Verhalten, das du als Team früher hättest ansprechen können.

Was du von deinen Spielern gegenüber dem Schiedsrichter erwartest, ist etwas, das man einmal aufschreibt — die Teammitteilungen in Koach sind dafür ein praktischer Ort.

Die Verzögerungsskala

Unter Verzögerung fallen: einen unzulässigen Antrag wiederholen, einen Wechsel unnötig in die Länge ziehen, eine Unterbrechung ausdehnen, oder das Spiel auf andere Weise aufhalten. Die Skala ist kürzer:

Diese Skala gilt pro Team und läuft das ganze Spiel hindurch. Wer Pause braucht, nutzt also eine seiner beiden Auszeiten, statt beim Aufschlag zu trödeln — die Acht-Sekunden-Regel steht davon unabhängig daneben.

Wer kann eine Karte bekommen?

Jedes Teammitglied: Spieler, Auswechselspieler, der Libero, der Trainer und die Assistenten. Der Trainer, der von der Bank aus Entscheidungen weiterkommentiert, ist in der Praxis eine der meistbekarteten Figuren im Sport. Ein Trainer, der hinausgestellt wird, darf sich im restlichen Satz nicht mehr mit dem Team befassen und nimmt hinter der Grundlinie Platz; bei einer Disqualifikation verlässt er den Spielbereich vollständig.

Nur der Spielkapitän darf mit dem Schiedsrichter sprechen, und dann ausschließlich über die Anwendung oder Auslegung einer Regel — nicht über Ermessensentscheidungen. Mehr dazu in den Kapitänsregeln, und die zugehörigen Zeichen in Schiedsrichterzeichen erklärt.

Jugend und Freizeitligen

Die Sanktionsskala ist überall identisch — es gibt keine mildere Jugendversion in den Spielregeln. Was sehr wohl abweicht, ist die Praxis: bei Jugendspielen ist der Schiedsrichter oft selbst ein Jugendspieler, der eher mündlich verwarnt als zieht. Das macht die Verantwortung des Trainers größer, nicht kleiner. Dasselbe gilt an der Seitenlinie: das Verhalten von Eltern fällt formal nicht unter die Sanktionsskala, aber ein Schiedsrichter kann das Spiel sehr wohl anhalten — siehe Eltern an der Seitenlinie.

So hältst du dein Team heraus

Karten sind selten eine Überraschung; sie folgen auf ein Muster. Vereinbart deshalb vor der Saison drei Dinge: nur der Kapitän spricht mit dem Schiedsrichter, niemand reagiert auf einen Pfiff mit Gesten, und die Bank schweigt zu Linienentscheidungen. Halte diese Absprachen einmal in deinen Teamabsprachen fest, statt sie vor jedem Spiel neu zu rufen — dann sind sie besprechbar statt ein Vorwurf im Nachhinein.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine gelbe Karte im Volleyball?

Eine formelle Verwarnung. Sie wird im Spielbericht notiert, kostet aber keinen Punkt und hat sonst keine Folgen. Sie markiert, dass das Teammitglied die Sanktionsebene erreicht hat.

Was kostet eine rote Karte?

Eine rote Karte ist eine Bestrafung: das Team verliert den Ballwechsel, also gehen Punkt und Aufschlag an den Gegner. Das gilt sowohl bei grobem Verhalten als auch bei einer zweiten oder weiteren Verzögerung im Spiel.

Was bedeuten Gelb und Rot zusammen?

Das hängt davon ab, wie der Schiedsrichter sie hält. In einer Hand: Hinausstellung für den Rest des Satzes. In zwei getrennten Händen: Disqualifikation für den Rest des Spiels. In beiden Fällen wird kein Punkt vergeben.

Kann auch ein Trainer eine Karte bekommen?

Ja, jedes Teammitglied kann sanktioniert werden: Spieler, Auswechselspieler, der Libero, der Trainer und die Assistenten. Ein hinausgestellter Trainer darf sich im restlichen Satz nicht mit dem Team befassen und nimmt hinter der Grundlinie Platz.

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