Schiedsrichterzeichen im Volleyball: alle Signale erklärt
Der Schiedsrichter pfeift, macht ein Armzeichen und zeigt — und die halbe Sporthalle fragt sich, was da gerade entschieden wurde. Schade, denn die offiziellen Zeichen bilden eine komplette Zeichensprache, die jede Entscheidung exakt erklärt. Wer die zwölf wichtigsten Signale kennt, muss nie mehr raten, warum ein Punkt in die andere Richtung ging.
So funktioniert die Reihenfolge von Pfiff und Zeichen
Der erste Schiedsrichter folgt nach jedem Ballwechsel einer festen Routine: er pfeift, um den Ballwechsel zu beenden, zeigt mit gestrecktem Arm auf die Seite des Teams, das den Punkt bekommt und aufschlagen wird, und zeigt danach mit einem zweiten Zeichen an, was passiert ist (Ball aus, Netzfehler, Doppelberührung...). Gegebenenfalls zeigt er zum Schluss auf den Spieler, der den Fehler gemacht hat. Liest du die Zeichen in dieser Reihenfolge, ist jede Entscheidung nachvollziehbar — auch von der Tribüne, und ohne dass ein einziges Wort gesprochen werden muss.
Die Grundzeichen: Aufschlag, Punkt, in und aus
- Freigabe des Aufschlags: der Arm schwenkt von der Aufschlagseite Richtung annehmende Feldhälfte. Danach hat der Aufschläger 8 Sekunden.
- Punkt: gestreckter Arm zur Seite des Teams, das den Punkt gewinnt.
- Ball "in": Arm und Finger zeigen schräg nach unten auf den Boden.
- Ball "aus": beide Unterarme senkrecht nach oben, Handflächen zum Körper.
- Ball berührt ("Touché"): die Finger der einen Hand streichen über die Fingerspitzen der anderen, senkrecht gehaltenen Hand — der Ball ist aus, wurde aber unterwegs noch vom Block oder einem Abwehrspieler berührt, also Punkt für die angreifende Seite.
Die Fehlerzeichen, die du am häufigsten siehst
- Geführter Ball: ein Arm geht langsam nach oben, Handfläche nach oben — als würde der Ball „gehoben“.
- Doppelberührung: zwei gespreizte Finger nach oben.
- Vier Berührungen: vier gespreizte Finger nach oben.
- Netzfehler: der Schiedsrichter tippt die Netzseite des Teams an, das den Fehler gemacht hat — die Details dieser Regel stehen in Netzfehler im Volleyball.
- Übergreifen über das Netz: eine Hand über dem Netz, Handfläche nach unten.
- Aufstellungs- oder Rotationsfehler: eine Kreisbewegung mit dem Zeigefinger — das Team stand oder schlug in der falschen Reihenfolge auf; siehe der Aufstellungsfehler.
- Hinterspielerfehler (Angriff aus dem Hinterfeld): eine Abwärtsbewegung mit dem Unterarm — die Drei-Meter-Regel aus den Hinterspielerregeln.
- Doppelfehler / Wiederholung: beide Daumen nach oben: der Ballwechsel wird wiederholt.
Spielunterbrechungen und Verwaltung
- Auszeit: die Hände formen ein T, gefolgt von einem Zeigen auf das beantragende Team. Jeder Coach hat zwei pro Satz — siehe die Auszeit.
- Spielerwechsel: die Unterarme kreisen umeinander — die Mühle. Die Bedingungen stehen in den Wechselregeln.
- Satz- oder Spielende: die Unterarme vor der Brust gekreuzt, mit offenen Händen.
- Karten: Gelb ist eine offizielle Verwarnung, Rot eine Strafe (Punkt und Aufschlag für den Gegner). Beide Karten zusammen bedeuten einen Feldverweis für den Satz (in einer Hand) oder Disqualifikation (in beiden Händen).
Erster und zweiter Schiedsrichter: wer zeigt was?
Der erste Schiedsrichter, auf dem Podest, leitet das Spiel und entscheidet über Ballbehandlung und Angriffsfehler. Der zweite Schiedsrichter, ihm gegenüber stehend, überwacht vor allem das Netz, die Mittellinie, die Aufstellungsfehler des annehmenden Teams sowie die Wechsel und Auszeiten. Er wiederholt die Zeichen des ersten Schiedsrichters, damit beide Teambänke die Entscheidung sehen können. Bei regionalen Spielen — etwa in der niederländischen Nevobo-Liga — steht meist nur ein Schiedsrichter; ein Grund mehr, als Anschreiber oder Coach die Zeichen selbst parat zu haben. Wer während des Spiels digital mitzählt, verknüpft jeden Pfiff direkt mit einem Punkt im Punkteverlauf — in einer App wie Koach siehst du so hinterher pro Ballwechsel, welche Entscheidung den Punkt bestimmt hat.
Die Flaggen der Linienrichter
Bei Spielen auf höherem Niveau stehen zusätzlich Linienrichter mit einer eigenen Flaggensprache. Die vier Signale, die du kennen willst: Flagge nach unten Richtung Feld bedeutet Ball in; Flagge senkrecht nach oben bedeutet Ball aus; Flagge oben, während die freie Hand die Spitze der Flagge antippt, bedeutet berührt (der Ball ist aus, aber über den Block oder einen Abwehrspieler); und das Schwenken der Flagge Richtung Grundlinie zeigt einen Fußfehler des Aufschlägers an. Der erste Schiedsrichter entscheidet am Ende — er kann ein Flaggensignal überstimmen, was auf der Tribüne schon mal für Verwirrung sorgt, aber regelkonform völlig korrekt ist.
Für Jugendcoaches: häng einen Ausdruck der zwölf Grundzeichen in die Teamtasche und besprich jede Woche eines vor dem Spiel. Spieler, die die Zeichen kennen, akzeptieren Entscheidungen schneller — und verfolgen selbst besser, was passiert.
Willst du neben den Zeichen auch die Regeln dahinter parat haben? Dann beginne beim Überblick technische Fehler erklärt.
Häufige Fragen
Warum zeigt der Schiedsrichter zuerst auf eine Seite?
Das erste Zeichen nach dem Pfiff gibt an, welches Team den Punkt bekommt und also aufschlagen darf. Erst danach folgt das Zeichen, das erklärt, wás passiert ist — etwa Ball aus oder Netzfehler.
Was bedeutet es, wenn der Schiedsrichter über seine Finger streicht?
Das ist das Touché-Zeichen: der Ball ist zwar aus, wurde unterwegs aber noch vom Block oder einem Abwehrspieler berührt. Der Punkt geht deshalb an das angreifende Team.
Was bedeutet eine Gelbe Karte im Volleyball?
Eine offizielle Verwarnung für unsportliches Verhalten, ohne Punktverlust. Eine Rote Karte ist eine echte Strafe: der Gegner bekommt direkt einen Punkt und den Aufschlag. Gelb und Rot zusammen bedeuten Feldverweis oder Disqualifikation.
Darf man als Coach den Schiedsrichter um eine Erklärung bitten?
Nur der Kapitän auf dem Feld darf auf ruhige Weise um eine Erklärung zur Anwendung einer Regel bitten. Protest gegen Ermessensentscheidungen, wie einen geführten Ball, ist nicht erlaubt.

