Mini-Volleyball-Übungen: vom Fangen bis zum Schmetterschlag | Koach
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Mini-Volleyball-Übungen: vom Fangen bis zum Schmetterschlag

Du weißt, auf welcher Stufe ein Kind spielt. Was du damit am Dienstagabend anfängst, steht nirgends: die Stufen beschreiben das Spiel, nicht den Übungsstoff darunter. Und währenddessen steht da eine Gruppe, in der das eine Kind den Ball noch fängt und das andere schon draufschlagen will — mit einem Ball für zwei Kinder und niemandem, der dir hilft.

Lesezeit: 8 Min.

Die vier Stufen unter den Spielstufen

Jedes Mini-Volleyball-Programm zerlegt das Spiel in Stufen, aber Namen und Anzahl unterscheiden sich je nach Verband. Prüfe bei deinem eigenen Verband, was auf welcher Stufe erlaubt ist. Unter all diesen Programmen liegt dieselbe Lernlinie aus vier Stufen: die Reihenfolge, in der ein Kind lernt, einen fliegenden Ball zu behandeln.

Was jede Spielstufe beinhaltet, steht in der Erklärung der Mini-Volleyball-Stufen; Feldmaße, Netzhöhe und Zählweise pro Stufe findest du in den Mini-Volleyball-Regeln. In diesem Artikel geht es darum, was du in der Halle machst. Wichtig dabei: du trainierst eine Fertigkeit, kein Kind. Dasselbe Kind kann bei der Annahme auf Stufe 3 sein und beim Aufschlag auf Stufe 1 — lass dann pro Fertigkeit das passende Stützrad stehen. Suchst du einzelne Spielformen, findest du die in zwölf Volleyballspiele für Kinder; wie du eine ganze Stunde aufbaust, steht im Aufbau eines Jugendtrainings. Hier geht es um die Reihenfolge.

Stufe 1: fangen und werfen

Was ein Kind hier lernen muss, ist eine Sache: früher losgehen. Fast jeder misslungene Ball auf den späteren Stufen führt hierher zurück — zu spät am richtigen Ort, und dann mit den Armen repariert. Fangen ist der ehrlichste Test, denn damit kommst du mit einem Tippen nicht durch.

Der Schritt weiter: ein Kind ist bereit für Stufe 2, wenn es acht von zehn hohen Bällen über der Stirn fängt, ohne rückwärts zu stolpern, und im Spiel von selbst ruft. Nicht, wenn es Geburtstag hatte.

Stufe 2: der Aufsetzer als Stützrad

Zwischen Fangen und direktem Spielen liegt eine Lücke von etwa einer halben Sekunde: genau die Bedenkzeit, die das Fangen gab. Nimmst du sie auf einen Schlag weg, bekommst du Kinder, die ihre Hände zu spät hochbringen und den Ball wegschlagen. Gib diese halbe Sekunde mit zwei Stützrädern zurück: dem eigenen Anwurf und dem Aufsetzer.

Der Schritt weiter: Stufe 3 beginnt, wenn das Kind im Spiel mehr Bälle ohne Aufsetzer spielt als mit, und der Ball dabei höher als das Netz kommt. Bleibt er flach und hart, ist es zu früh.

Stufe 3: dreimal spielen

Hier entsteht Volleyball: der Ball geht nicht sofort zurück, sondern wird erst in der eigenen Mannschaft besser gemacht. Zwei Dinge müssen gleichzeitig klappen: still unter dem Ball stehen, und den Ball an einen Ort spielen statt nach oben.

Der Schritt weiter: wenn die Mannschaft in gut der Hälfte der Ballwechsel von selbst dreimal spielt, ist die Gruppe reif für Stufe 4. Machen sie es nur, wenn du es rufst, ist es deine Gewohnheit und nicht ihre.

Stufe 4: von oben angreifen

Angreifen besteht aus zwei Dingen, die du getrennt beibringst: der Schlagbewegung und dem Rhythmus des Anlaufs. Setzt du sie zu früh zusammen, bekommst du Kinder, die springen und schlagen und beides halb machen.

Zwei Dinge, die du hier nicht machst: von einer Bank oder einem Kasten angreifen lassen (die Landung ist das Risiko), und einen schwereren Ball nehmen, weil jetzt hart geschlagen wird.

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Eine Übung, die eingeschlagen hat, willst du nächste Saison wiederfinden — mit der Animation dabei, damit du sie nicht neu erfinden musst.

Ein Ball für zwei Kinder, und kein Assistent

Die meisten Mini-Trainer haben eine halbe Halle, eine Tasche mit acht Bällen und niemanden, der auf die andere Hälfte achtet. Dann rechne zuerst das hier durch. Zwölf Kinder, fünfzehn Minuten Technik, eine Reihe mit dir als Anwerfer: ein Ball kostet etwa fünf Sekunden, also ist ein Kind einmal pro Minute dran und behält höchstens fünfzehn Kontakte übrig. Dieselben fünfzehn Minuten in Paaren mit sechs Bällen: jedes Paar spielt alle vier Sekunden einen Ball, und dann liegt jedes Kind deutlich über hundert Kontakten. Dieser Unterschied entscheidet, ob eine Saison etwas bringt — siehe auch mehr Ballkontakte pro Training.

  1. Keine Reihe länger als drei. Kannst du die Übung nicht in Zweier- oder Dreiergruppen organisieren, dann wähle eine andere Übung. Alle Übungen oben funktionieren in Gruppen von zwei bis vier.
  2. Der Anwerfer ist ein Kind, nicht du. Jede Form, in der du anspielst, bleibt stehen, sobald du etwas erklärst oder einen Schnürsenkel bindest. Halte höchstens eine Gruppe gleichzeitig, die dich braucht.
  3. Aufgeschlagen wird hin und her. Zwei Reihen einander gegenüber über dem Netz, beide mit der Hälfte der Bälle: alle schlagen auf die andere Seite auf, und die andere Seite schlägt zurück. So muss niemand sammeln.
  4. Stelle die Felder ab, bevor der erste Ball in die Halle rollt. Hütchen mit zehn Kindern dabei zu verschieben kostet vier Minuten und ihre Aufmerksamkeit.

Halte Blöcke von sechs bis acht Minuten ein: danach sinkt die Qualität schneller, als die Zahl der Wiederholungen steigt. Was sich pro Altersgruppe sonst noch an deinem Trainingsentwurf ändert, steht in Jugendvolleyball nach Alter trainieren.

Drei Stufen in einer Gruppe

Die Gruppe, in der alle auf derselben Stufe sind, gibt es nicht: du hast Kinder, die noch fangen, Kinder, die gerade direkt spielen, und ein oder zwei, die schon schlagen wollen. Die Versuchung ist dann, drei Übungen auf drei Feldern laufen zu lassen. Tu das nicht: du kannst nicht an drei Stellen hinschauen, und die schwächste Gruppe steht dann am längsten ohne dich da.

Setze stattdessen drei Regeln auf eine Übung. Bei Aufsetzen und spielen sieht das so aus: die Kinder von Stufe 1 dürfen den Ball noch fangen, die von Stufe 2 dürfen einmal aufsetzen lassen, die von Stufe 3 spielen direkt — im selben Spiel, auf demselben Feld, mit gemischten Paaren. Ändere die Anforderung, nicht die Übung. Das funktioniert bei fast allem hier oben.

Noch drei Dinge, die helfen. Gib in gemischten Paaren dem stärkeren Kind die anwerfende oder zuspielende Rolle: diese Rolle macht es besser und das andere Kind schneller. Lass einen Ballwechsel für das schwächere Kind doppelt zählen, damit seine Mannschaft es wirklich dabeihaben will. Und parke nie das schwächste Kind als festen Ballsammler — das ist das Kind, das die meisten Kontakte braucht. Mehr zu großen Unterschieden in einer Gruppe steht in eine Mannschaft mit großen Niveauunterschieden trainieren.

Wann ein Kind eine Stufe weiterrückt

Das Weiterrücken passiert fast immer zu früh oder zu spät, weil Trainer auf die Übung schauen statt auf das Spiel. In einer Übung kommt der Ball wie abgesprochen; im Spiel nicht. Nimm deshalb dieses Maß: acht von zehn Bällen gut in einer Spielform, an zwei aufeinanderfolgenden Trainings. Gelingt das, nimmst du das Stützrad weg. Gelingt es ein Training lang und die Woche darauf nicht, war es Zufall.

Rücke pro Fertigkeit weiter, nicht pro Kind: wer prima direkt spielt, aber den Aufschlag nicht übers Netz bekommt, ist bei der Annahme auf Stufe 3 und beim Aufschlag auf Stufe 2. Und warte nicht auf die Gruppe: rückst du erst weiter, wenn das letzte Kind so weit ist, langweilt sich die Hälfte ein halbes Jahr. Eine Stufe zurückzusetzen nach einer Verletzung oder der Sommerpause ist kein Abstieg, sondern Wartung; sag das laut dazu, denn Kinder hören sonst etwas anderes.

Halte es einfach fest: pro Kind, pro Fertigkeit, welche Stufe und wann du es gesehen hast. Wer das bei den Spielernotizen in Koach einträgt, sieht im Februar, welches Kind seit drei Monaten auf derselben Stufe steht — genau das Kind, das du sonst übersiehst, weil es nie klagt.

Kernpunkt: ein Kind rückt nicht weiter, weil es ein Jahr älter ist oder weil der Rest weitergeht, sondern weil es acht von zehn Bällen in einer Spielform schafft — zwei Trainings hintereinander. Nimm das Stützrad bei der Fertigkeit weg, die so weit ist, und lass es beim Rest stehen.

Häufige Fragen

Ab welcher Stufe darf man mit Kindern schmettern?

Die Schlagbewegung selbst — sich selbst anwerfen und mit offener Hand übers Netz schlagen — kannst du üben, sobald Kinder direkt spielen, denn darin steckt kein Timing. Der komplette Angriff mit Anlauf und zugespieltem Ball gehört zu den höchsten Mini-Volleyball-Stufen; in welche Stufe das bei dir fällt, unterscheidet sich je nach Verband.

Wie viele Übungen bereite ich pro Mini-Volleyball-Training vor?

Drei bis vier plus eine Reserve, in Blöcken von sechs bis acht Minuten. Wähle eine Stufe als Hauptthema und halte den Rest des Trainings auf der Stufe, die die Gruppe schon beherrscht, damit auch etwas gelingt.

Darf ein Kind weiter fangen, während der Rest durchspielt?

Ja, und das funktioniert besser, als das Kind in eine eigene Gruppe zu setzen. Lass alle dieselbe Übung machen und gib diesem Kind die Regel, dass es fangen darf; sobald es acht von zehn Bällen schafft, fällt das Fangen weg.

Welchen Ball nehme ich beim Mini-Volleyball?

Ein leichterer, weicherer Jugendball hält den Ball länger in der Luft und verhindert, dass Kinder vor hohen Bällen wegtauchen. Welcher Ball im Spielbetrieb vorgeschrieben ist, unterscheidet sich je nach Verband und Stufe — prüfe das in der Ordnung deines eigenen Verbands; im Training darfst du immer leichter wählen.

Wie viele Bälle brauche ich mindestens?

Rechne mit einem Ball für zwei Kinder. Hast du weniger, wähle Formen in Dreiergruppen, in denen ein Kind anwirft, und setze das Aufschlagen ans Ende des Trainings, wenn alle Bälle auf einer Seite liegen dürfen.

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