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Volleyballübungen ohne Netz: Training in leerer Halle

Eine Schule, die die Pfosten nicht herausgibt, eine Ausweichhalle ohne Installation, ein Raum, in dem die Netze weggeschlossen sind: jede Saison stehst du ein paar Mal in einer leeren Halle. Das muss kein verlorener Abend sein.

Lesezeit: 6 Min.

Was du ohne Netz sehr wohl trainieren kannst

Volleyball ohne Netz klingt wie Volleyball ohne Ball, ist aber halb so wild. Das Netz tut in den meisten Übungen nur zwei Dinge: es erzwingt eine Höhe und es trennt zwei Parteien. Alles darunter — Ballkontrolle, Fußarbeit, Verlagerung, Timing des Anlaufs, Kommunikation, Abwehrhaltung — trainiert einfach weiter. Mehr noch: einige Bausteine bekommen ohne Netz mehr Aufmerksamkeit als sonst, schlicht weil die Spieler nicht davon abgelenkt werden, den Ball hinüberzubringen.

Die Bausteine, die du liegen lassen musst, sind überschaubar: Blocken, Angriff über das Netz auf Höhe und alles, was mit Netzfehlern oder der Drei-Meter-Regel zu tun hat. Für den Rest ist eine leere Halle vor allem ein Anlass, die Dinge zu tun, für die du sonst keine Zeit nimmst.

Ersetze das Netz, nicht die Übung

Bevor du dein Programm umwirfst: schau, ob du das Netz nachbauen kannst. Oft geht das.

Trainingsübersicht in der Koach-App mit dem Programm des Abends und den anwesenden Spielern
Speichere die Einheit als Vorlage in Koach, dann kostet dich der nächste netzlose Abend dreißig Sekunden Planung.

Sechs Übungen für eine Halle ohne Netz

1. Plattformkontrolle zu zweit (10 min). Drei Meter Abstand, ein Ball, im Bagger hin und her. Phase 1 im Stand, Phase 2 mit einem Pflicht-Seitschritt vor jedem Kontakt, Phase 3 mit einer halben Drehung zwischen zwei Kontakten. Zählweise: Serien von zehn fehlerfrei; bei einem Fehler beginnt die Serie neu.

2. Zuspiel gegen die Wand auf Höhe (10 min). Klebeband auf vier Metern Höhe; der Spieler spielt zehn Bälle über das Band und fängt sie jeweils. Phase 2: nicht fangen, sondern weiterspielen. Zählweise: längste Serie des Abends. Die Technik aus oberes Zuspiel ist hier die Grundlage.

3. Abwehrkarussell (12 min). Dreiergruppen: einer wirft, einer verteidigt, einer fängt. Der Werfer schlägt oder wirft hart nach links, rechts und kurz; der Abwehrspieler spielt zum Fänger. Fünfzehn Bälle, dann durchwechseln. Trainiert genau das, worum es in Abwehrübungen geht, und braucht null Netz.

4. Anlauf und Sprung ohne Ball (10 min). Drei-Schritt-Rhythmus entlang einer Linie, zehnmal, mit Blick auf den Armschwung und die letzten beiden schnellen Schritte. Danach zehnmal mit einem zugeworfenen Ball, der im höchsten Punkt gefangen wird. Ohne Netz kannst du das viel ruhiger korrigieren als sonst.

5. Aufschlag über eine gedachte Linie (12 min). Zwei Gruppen auf beiden Feldseiten schlagen sich zu; der Ball muss mindestens vier Meter hoch über die Mittellinie. Zählweise: Treffer im Feld ist ein Punkt, zu flach ist null. Die Höhenvorgabe ersetzt das Netz.

6. Vier gegen vier über die Mittellinie (20 min). Drei Kontakte Pflicht, der Ball muss über das gedachte Netz gespielt werden, Angriff nur mit Lob oder einem Schlag von unten. Überraschend gute Spielform: weil der harte Angriff wegfällt, entstehen lange Ballwechsel und es geht um Platzierung.

Was du besser nicht versuchst

Improvisiere keine Angriffsschulung mit einem zu niedrigen Seil. Spieler passen ihre Schlagbewegung der falschen Höhe an und nehmen diese Anpassung ins nächste Training mit — genau die Gewohnheit, die du später schwer wieder herausbekommst. Dasselbe gilt fürs Blocken: ohne Netz gibt es keine Netzkante, über die man reicht, und dann trainierst du vor allem ein falsches Abstandsgefühl. Lass diese beiden Bausteine lieber stehen und verdoppele die Zeit für Abwehr und Ballkontrolle.

Den Abend vorausplanen

Netzlose Abende kommen selten überraschend: meistens weißt du eine Woche vorher, dass du in der Schulturnhalle sitzt. Stell deshalb einmal ein komplettes Programm zusammen — Aufwärmen, zwei technische Blöcke, eine Spielform — und speichere es. Beim nächsten Mal lädst du es und passt nur die Akzente an. Wie du so einen festen Aufbau speicherst und wiederverwendest, steht in Trainingsplan mit Vorlagen wiederverwenden.

Kündige es als Entscheidung an, nicht als Pech. „Heute kein Netz, also machen wir, was wir sonst nie machen“ ergibt einen anderen Abend als „leider kein Netz“. Der zweite Satz gibt deinem Team die Erlaubnis, abzuschalten.

Häufige Fragen

Kann man ohne Netz ein vollwertiges Training geben?

Für Annahme, Zuspiel, Abwehr, Fußarbeit und Kondition auf jeden Fall. Nur Blocken und Angriff auf Höhe fallen weg, plane einen netzlosen Abend also am besten in einer Woche, in der diese beiden Bausteine schon dran waren.

Ist ein Seil auf Netzhöhe ein guter Ersatz?

Für Annahme- und Spielformen ja, für Angriffsschulung nicht. Ein Seil gibt keine Netzkante und damit kein gutes Abstandsgefühl; Spieler passen ihren Schlag daran an und nehmen das ins nächste Training mit.

Wie viel Platz brauchst du für diese Übungen?

Eine halbe Turnhalle reicht für die ersten fünf. Nur die Spielform braucht eine Feldlänge; hast du die nicht, spiel drei gegen drei auf einem Viertelfeld mit denselben Regeln.

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