Vorbereitungsturnier Volleyball: was misst du wirklich?
Fünf kurze Spiele an einem Samstag im August, und um fünf Uhr weißt du genau eine Sache: ob du gewonnen hast. Das ist die teuerste Art, so einen Tag zu nutzen. Ein Vorbereitungsturnier ist nämlich der einzige Moment des Jahres, an dem du Variation in den Gegnern geschenkt bekommst — fünf Mannschaften an einem Nachmittag statt einer pro Samstag. Nur kommen diese Beobachtungen nicht von allein heraus: Du musst sie vorher planen.
Warum ein Turniertag mehr misst als drei Testspiele
Drei Testspiele bringen dir drei Gegner, meist aus derselben Region und oft aus derselben Spielklasse. Ein Turnier bringt dir an einem Tag vier oder fünf, oft aus verschiedenen Klassen: die Mannschaft, die eine Stufe höher spielt, das Team mit diesem einen Aufschläger, der Verein, der noch mit halbem Kader dasteht. Diese Streuung ist das, was du im August brauchst — du willst nicht wissen, wie du gegen einen Gegner dastehst, sondern wo dein System zusammenbricht.
Dazu kommt ein zweiter Vorteil, den Trainer selten ausrechnen: die Zahl der Beobachtungen. In einem Satz bis 25 spielen beide Mannschaften zusammen rund fünfundvierzig Ballwechsel, und deine Mannschaft nimmt in etwa der Hälfte davon den Aufschlag an. Das sind zwanzig bis fünfundzwanzig Side-out-Gelegenheiten pro Satz. Ein kurzer Satz bis 21 liefert etwa achtzehn. Fünf Spiele à zwei kurze Sätze kommen damit auf etwa einhundertachtzig angenommene Aufschläge an einem Tag. Ein Punktspielsamstag mit vier Sätzen bringt dich auf etwa neunzig — gegen einen Gegner. Ein Turnier entspricht also vom Volumen her zwei Punktspielsamstagen, mit fünfmal so viel Variation darin.
Achte aber auf das Format: kurze Sätze bis 21, Sätze bis 25 mit Zeitlimit und Gruppen aus drei oder fünf Mannschaften kommen alle vor, und was üblich ist, unterscheidet sich je nach Ausrichter und Verband. Rechne deinen Messplan einmal auf das Format deines Tages um. Wie du so einen Tag organisierst und verwaltungstechnisch am Laufen hältst, steht in ein Turnier planen; wo das Turnier in dein Jahr passt, in die Volleyballsaison organisieren. Dieser Artikel geht nur darum, was du an diesem Tag misst.
Der Messplan: fünf Spiele, fünf Fragen
Die Regel ist einfach und wird fast nie befolgt: Pro Spiel testest du eine Sache. Nicht eine Sache fünfmal, und nicht fünf Sachen gleichzeitig. Wer im selben Spiel einen anderen Zuspieler und eine andere Annahmeformation aufstellt, weiß hinterher nicht, welche von beiden den Unterschied gemacht hat.
- Spiel 1 — kein Experiment. Deine Stammsechs, dein normales System. Das ist deine Nullmessung; ohne diesen Bezugspunkt sagen die vier Spiele danach nichts.
- Spiel 2 — das System. Der zweite Zuspieler oder das alternative System, an dem du zweifelst. Zwei volle Sätze, auch wenn der erste Satz schlecht läuft.
- Spiel 3 — ein Positionswechsel. Der Außenangreifer auf Diagonal, der Aufrücker als zweiter Mittelblocker. Sonst alles identisch mit Spiel 1.
- Spiel 4 — der härteste Aufschlag. Stell hier die Annahme auf, die du in der Liga spielen willst. Der Spielplan bestimmt, wen du wann triffst, häng diesen Test also an den Gegner, der beim Einschlagen am härtesten aufschlägt, und tausch die Reihenfolge mit Spiel 3, wenn es sich so ergibt.
- Spiel 5 — die Frage, die aufkam. Dieses hältst du bewusst frei: Was in den ersten vier passierte, bestimmt, was du hier testest. Deine einzige Wiederholungschance des Tages.
Spielt ihr vier statt fünf, lässt du Nummer 3 fallen: Die Nullmessung und das freie Spiel am Ende sind die beiden, die du nie aufgibst.
Schreib jede Testfrage vorher als einen Satz mit einem Kriterium darin auf, nicht als losen Gedanken. Nicht „schauen, wie Lars als Zuspieler zurechtkommt“, sondern: „Test — Lars zwei Sätze als einziger Zuspieler; Kriterium: bringt er den Mittelangriff mindestens fünfmal pro Satz an“. Ohne Kriterium stimmt hinterher jeder nach seinem eigenen Gefühl. Dass du diesen Satz auch wirklich beim Spiel festhältst, statt ihn im Kopf zu behalten, steht bei ein Testspiel anlegen; was an einem Turniertag dazugehört, ist, dass du die fünf Sätze morgens auf dem Weg schon fertig hast.
Verschieb die Startrotation pro Satz um eine Position
Wer jeden Satz in derselben Rotation beginnt, sieht seine Mannschaft den ganzen Tag in derselben Reihenfolge spielen. Du rotierst nur, wenn du den Ballwechsel bei eigener Annahme gewinnst, und in einem kurzen Satz, der zäh läuft, passiert das etwa achtmal. Du kommst damit knapp einmal durch deine Rotation: Die drei Rotationen, mit denen du begonnen hast, siehst du zweimal, die letzten drei einmal. Machst du das zehn Sätze lang aus derselben Startrotation, siehst du diese letzten drei den ganzen Tag halb so oft wie die Rotationen, mit denen du beginnst — und jedes Mal ungefähr im selben Satzabschnitt.
Die Lösung kostet nichts: Verschieb die Startrotation pro Satz um eine Position. Nach sechs Sätzen war jede Rotation genau einmal deine Eröffnungsrotation, und an einem Tag mit zehn kurzen Sätzen bleiben dir vier übrig für die Rotationen, an denen du zweifelst. Nimm auch die Seitenwahl mit: Entscheidest du dich für Annahme, misst du deine Startrotation sofort in der Side-out-Phase, entscheidest du dich für Aufschlag, siehst du sie zuerst in der Aufschlagphase. Wechsle das über den Tag ab. Es geht hier ausdrücklich um die Rotationsreihenfolge der sechs auf dem Feld, nicht um den Wechselplan deiner Bank — den sprichst du vorher in der Tagesplanung ab.
Pro Satz ein Annahme-Experiment
Die Annahme bringt an einem Turniertag am meisten, weil du innerhalb weniger Stunden gegen vier oder fünf Aufschlagstile stehst. Nutze das, aber wechsle nie mitten im Satz: Dann ist deine Zählung wertlos. Ein Experiment pro Satz, und nicht in den beiden Sätzen von Spiel 1 — die sind deine Nullmessung. Dann bleiben dir acht Sätze für diese vier Experimente: jedes zweimal, oder die beiden, an denen du am meisten zweifelst, dreimal und die anderen beiden einmal.
- Zwei Annahmespieler gegenüber drei. Die klassische Wahl: Libero plus ein Außenangreifer oder die ganze Hinterreihe. Schau nicht nur auf die Zahl der Fehler, sondern darauf, ob dein Mittelangriff noch läuft.
- Der Libero auf der anderen Seite. Dieselbe Formation, gespiegelt. Die Naht verschiebt sich damit, und genau dort liegt bei den meisten Mannschaften der Gewinn oder der Verlust.
- Der Zuspieler versteckt. Lass ihn den Ballwechsel hinter einem Mitspieler beginnen statt in der Annahmelinie, sodass er näher am Netz herauskommt, und zähl, wie oft das eine Lücke ergibt, auf die der Gegner aufschlägt.
- Der neue Spieler rein. Heb dir das für einen Satz gegen den härtesten Aufschläger des Tages auf — einen neuen Annahmespieler gegen einen weichen Aufschlag zu beurteilen, kostet dich im Oktober trotzdem die Punkte.
Bewerte es mit einer Dreierskala statt mit einem Gefühl. Pro angenommenem Aufschlag notierst du: 3, wenn alles möglich ist (dein Zuspieler hat alle Angreifer zur Verfügung), 2, wenn nur der Außenangriff bleibt, und 1, wenn kein Angriff herauskommt oder der Ball direkt verloren geht. In einem Satz mit achtzehn angenommenen Aufschlägen hast du achtzehn Zahlen, und ein Mittelwert aus achtzehn Beobachtungen ist brauchbar; der aus sechs nicht. Welche Formationen es gibt und wann du welche wählst, steht in Annahmeformationen.
Die drei Zahlen, denen du an diesem Tag glauben darfst
An einem Turniertag ist fast jede Zahl zu klein, um etwas zu bedeuten. Drei sind das nicht, und diese drei sind es wert, jemanden auf der Bank dafür einzuteilen.
1. Side-out pro Rotation. Einhundertachtzig angenommene Aufschläge geteilt durch sechs Rotationen sind dreißig pro Rotation. Das reicht, um Unterschiede zu sehen, sofern sie groß sind: Über dreißig Gelegenheiten sind ein zusätzlich gewonnener Ballwechsel gut drei Prozentpunkte, eine Rotation bei 58 Prozent und eine bei 62 sind also schlicht gleich. Eine Rotation, die bei 40 steht, während dein Tagesdurchschnitt 60 ist, ist ein Signal. Was Side-out genau ist und wie du es pro Rotation liest, steht separat erklärt.
2. Aufschlagdruck, nicht Asse. Asse sind für einen einzelnen Tag zu selten; Druck ist es nicht. Zähl pro Aufschlag in drei Spalten: Druck (Punkt, oder der Gegner kann seinen normalen Angriff nicht aufbauen), neutral und Fehler. Eine Mannschaft schlägt achtzehn- bis zwanzigmal pro Satz auf, verteilt auf sechs Aufschläger: drei pro Spieler pro Satz. Wer in sechs von zehn Sätzen auf dem Feld steht, kommt damit auf etwa achtzehn Aufschläge an einem Tag. Achtzehn Beobachtungen sagen etwas über einen Aufschläger; seine zwei Asse an diesem Tag sagen nichts. Zwei Fehler auf achtzehn Aufschläge, aus denen regelmäßig Druck entsteht, sind ein anderer Aufschläger als sechs Fehler auf achtzehn ohne einen einzigen schwierigen Ball.
3. Fehlerlast pro gespieltem Satz. Hier liegt die Falle eines Turniertags: Die Spielzeit ist ungleich verteilt, absolute Zahlen lügen also. Teil immer durch die Zahl der gespielten Sätze. Spieler A macht acht Fehler in neun Sätzen: 0,9 pro Satz. Spieler B macht sieben in vier Sätzen: 1,8 pro Satz. Auf dem Bogen wirkt A am schludrigsten; pro Satz ist B doppelt so teuer. Was ein teurer und ein billiger Fehler ist und wie du das Gespräch darüber führst, steht in Fehlerlast pro Spieler.
Erfasst du die Spiele in Koach, stehen die Fehler pro Spieler automatisch darin und du musst nur noch durch die Zahl der gespielten Sätze teilen. Den Aufschlagdruck und die Annahmezählung machst du mit Stift und Papier auf der Bank — dafür braucht es keine App, wohl aber einen Freiwilligen, der den ganzen Tag sitzen bleibt. Wie viel du an so einem Tag überhaupt erfassen kannst und wie du das vorher festlegst, steht in ein Turnier planen.
Die drei Zahlen, die an diesem Tag nichts bedeuten
Genauso wichtig ist, was du an diesem Abend nicht sagen darfst, so verlockend es auch ist.
- Die Endplatzierung des Turniers. Du hast gegen Mannschaften aus verschiedenen Klassen gespielt, in kurzen Sätzen, mit einer Zählweise, die sich der Ausrichter ausgedacht hat. Eine Aufschlagserie von fünf Punkten ist in einem Satz bis 21 ein Viertel des Satzes; in einem Satz bis 25 hat die bessere Mannschaft Zeit zurückzukommen. Kurze Sätze belohnen einen guten Start, nicht die bessere Mannschaft. Und wenn die Tabelle über das Punkteverhältnis geht, wiegt ein 21:8 gegen die schwächste Mannschaft schwerer als zwei knappe Niederlagen gegen die stärkste.
- Die Angriffsquote. Rechne sie nach für einen Spieler, der an diesem Tag zwölfmal angegriffen hat: vier Angriffspunkte sind 33 Prozent, fünf sind 42 Prozent. Ein Ball verschiebt die Zahl um gut acht Prozentpunkte. Eine Zahl, in der eine einzelne Beobachtung so stark durchschlägt, sagt nichts über einen Spieler. Was die Zahl über eine ganze Saison sehr wohl wert ist, steht in die Angriffsquote; an einem Turniertag lässt du sie stehen.
- „Wer war der Beste?“ Frag drei Leute an der Seitenlinie und du bekommst drei Namen, meist aus dem letzten Spiel: Was du zuletzt gesehen hast, wiegt am schwersten. Notiere deshalb pro Satz eine Beobachtung statt hinterher ein Urteil — dann steht um fünf Uhr eine Liste mit zehn Beobachtungen da statt einer Erinnerung.
Neue Spieler und Aufrücker: die Kombinationsmatrix
Im August stehen fast immer neue Gesichter in der Halle: ein Aufrücker aus der Jugend, jemand von einem anderen Verein, ein Spieler, der nach zwei Jahren zurückkommt. Die Frage, die du an diesem Tag beantwortet haben willst, ist nicht „ist er gut“ — das siehst du auch im Training. Die Frage ist, mit wem er funktioniert: neben welchem Annahmespieler, mit welchem Zuspieler, in welchem Blockduo.
Mach dir morgens eine Matrix davon auf Papier. Zwei neue Spieler und zwei Zuspieler sind vier Kombinationen. Willst du jeden neuen Annahmespieler auch einen Satz neben dem Libero und einen Satz neben dem anderen Außenangreifer sehen, sind es acht. Acht Kästchen, und du streichst sie durch, sobald du sie gesehen hast. Am Ende des Tages siehst du sofort, welches Kästchen leer geblieben ist — das ist die Kombination, in die du im ersten Punktspiel blind hineingehst.
Die kurzen Sätze machen das möglich. Zehn kurze Sätze sind sechzig Spielersätze: zehnmal sechs Positionen. Bei einem Kader von zwölf sind das fünf Sätze pro Spieler. Ein Punktspielsamstag mit vier Sätzen bringt vierundzwanzig, und die gehen in der Praxis an sieben oder acht Leute. Ein Vorbereitungsturnier ist damit einer der wenigen Tage, an denen dein ganzer Kader echte Spielminuten macht, ohne dass Punkte auf dem Spiel stehen.
Was der Tag über eure Kondition sagt
Nach einem Sommer mit wenig Volleyball ist ein Turnier die erste echte Belastungsspitze, und das macht ihn zu einer brauchbaren Konditionsmessung — sofern du misst und nicht schaust. Schauen funktioniert nicht: Um vier Uhr sieht jeder müde aus. Vergleich deshalb drei Zählungen aus Spiel 1 und 2 mit denselben Zählungen aus Spiel 4 und 5:
- Aufschlagfehler pro Satz. Verdoppeln sie sich in Spiel 4 und 5, geht es nicht um Technik, sondern um Ermüdung.
- Aufgegebene Bälle pro Satz. Bälle, zu denen niemand hingegangen ist: eine ehrlichere Ermüdungszahl als das, was du von der Seitenlinie aus zu sehen meinst, und mit einem Strich pro Ball festzuhalten.
- Sprungaufschläge, die zu Flatteraufschlägen werden. Zähl, wie viele Sprungaufschläge in Spiel 5 im Stand geschlagen werden und ob dein Mittelblocker beim dritten Ball noch springt, wo er morgens noch gesprungen ist.
Nimm dabei eine Vorsichtsmaßnahme ernst. Fünf Spiele an einem Nachmittag können nach einem langen Sommer mehr Sprünge und Landungen ergeben als eine komplette Trainingswoche. Plane so ein Turnier also nicht in die Woche nach dem ersten Training, sondern nach zwei oder drei Aufbauwochen, und halte die Woche danach leicht. Was du sonst tun kannst, um diese Spitze aufzufangen, steht in Verletzungsprävention. Behält ein Spieler nach so einem Tag Beschwerden, gehört das zu einem Physiotherapeuten oder Arzt und nicht in einen Trainingsplan.
Die Kabine: ein Ergebnis ist keine Saisonprognose
Hier geht es am häufigsten schief. Eine Mannschaft, die bei einem Vorbereitungsturnier fünfmal verliert, steigt mit dem Gedanken ins Auto, dass es eine schwere Saison wird, und dieser Gedanke ist im September nicht mehr wegzureden. Andersherum ist genauso riskant: Ein gewonnenes Augustturnier gegen halbe Kader ergibt eine Mannschaft, die das erste Punktspiel zu leicht angeht. Du brauchst drei Sätze, und du sagst sie, bevor alle ins Auto steigen — nicht erst im nächsten Training, denn dann ist die Geschichte schon geschrieben.
- „Wir haben heute vier Dinge getestet.“ Nenn sie, alle vier, laut. Dann zeigt sich sofort, dass es kein beliebiger Nachmittag war.
- „Das wissen wir jetzt, was wir heute Morgen nicht wussten.“ Zwei konkrete Erkenntnisse aus deinen Zählungen: Rotation vier leckt, der Aufschlag dieser beiden Spieler setzt Druck.
- „Das Ergebnis stand nicht auf dieser Liste.“ Kurz und ohne Entschuldigung. Wer das Ergebnis wegreden will, bestätigt gerade damit, dass es wichtig war.
Und knüpf an diesen Tag keine Entscheidung. Warte achtundvierzig Stunden, leg deine Zählungen nebeneinander und entscheide erst dann über Aufstellung oder System. Ein Urteil, das du in der Kabine ausspricht, ist ein Versprechen; ein Urteil, das du zwei Tage später begründest, ist eine Entscheidung.
Kernpunkt: Ein Vorbereitungsturnier bringt dir an einem Tag etwa zwei Punktspielsamstage an angenommenen Aufschlägen, verteilt auf fünf verschiedene Gegner. Das ist der ganze Wert des Tages. Wer ihn als Gradmesser statt als Messtag nutzt, tauscht einhundertachtzig brauchbare Beobachtungen gegen ein Ergebnis — und dieses Ergebnis ist von allen Zahlen des Tages die unzuverlässigste.
Häufige Fragen
Wie viele Vorbereitungsturniere spielt man im August?
Eines reicht in den meisten Fällen, ergänzt um ein paar Testspiele. Ein zweites Turnier bringt vor allem dieselben Beobachtungen noch einmal, kostet aber einen ganzen Samstag und eine kräftige Belastungsspitze. Was in deiner Region ausgerichtet wird und wie früh in der Saison das liegt, unterscheidet sich je nach Verband und Ausrichter.
Was mache ich, wenn der Kader am Turniertag noch nicht komplett ist?
Pass deinen Messplan an statt deiner Erwartungen. Teste an diesem Tag nur die Dinge, die nicht von den fehlenden Spielern abhängen: den Aufschlagdruck, die Fehlerlast pro Satz und die Rotationen, in denen die Abwesenden ohnehin nicht standen. Die Kombinationsmatrix hebst du dann für ein Testspiel auf, bei dem alle da sind.
Wie zähle ich Aufschlagdruck ohne App?
Mit einem Blatt Papier in drei Spalten: Druck, neutral, Fehler, und pro Aufschläger eine Zeile. Du machst einen Strich pro Aufschlag, und das kann jedes Elternteil oder jeder Auswechselspieler führen. Am Ende des Tages hast du pro Spieler fünfzehn bis zwanzig Beobachtungen — genug, um einen Aufschläger zu beurteilen, ohne dass jemand auf Asse geschaut hat.
Wir haben alles verloren. Muss ich die Aufstellung umbauen?
Nein, und schon gar nicht am selben Tag. Schau erst auf dein Side-out pro Rotation: Ist es überall ungefähr gleich, liegt es nicht an der Aufstellung, sondern am Niveau der Gegner oder an der Schärfe nach dem Sommer. Fällt eine Rotation deutlich ab, hast du einen konkreten Ansatzpunkt statt eines Gefühls.
Kann ein Turnier zu früh in der Vorbereitung liegen?
Ja. Liegt das Turnier in der ersten Woche nach der Sommerpause, misst du vor allem, wer in den Ferien Sport gemacht hat, und machst aus zehn Sätzen an einem Tag die erste große Sprungbelastung nach Wochen Ruhe. Zwei bis drei Aufbauwochen davor machen den Tag aussagekräftiger und den Aufbau gleichmäßiger. Behält ein Spieler danach Beschwerden an Knie oder Sprunggelenk, gehört das zu einem Physiotherapeuten oder Arzt.
Was mache ich mit einem Aufrücker, der an diesem Tag unter seinen Möglichkeiten blieb?
Gewichte ihn nach der Zahl der Beobachtungen, die du wirklich hast. Zwölf Angriffe oder vier angenommene Aufschläge sagen nichts, achtzehn Aufschläge oder ein ganzer Satz neben demselben Annahmespieler sehr wohl. Sag ihm das auch so, und plan die Kombination, die nicht funktioniert hat, einfach noch einmal in einem Testspiel ein.