Zählt ein Block als Ballberührung im Volleyball? | Koach
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Zählt ein Block als Ballberührung im Volleyball?

Block, Abwehr, Zuspiel, Angriff: das sind vier Berührungen und trotzdem kein Fehler. Die Blockausnahme ist eine der praktischsten Regeln im Volleyball, aber sie funktioniert nur, wenn die Berührung laut Regelwerk auch wirklich ein Block war. Und genau da geht es regelmäßig schief.

Lesezeit: 5 Min.

Die Regel: eine Blockberührung zählt nicht mit

Regel 14.4.1 ist kurz und eindeutig: eine Berührung durch den Block zählt nicht als Teamberührung. Die Folge steht direkt dahinter: nach einer Blockberührung hat das Team drei Ballberührungen, um den Ball zurück über das Netz zu bringen. Block, Abwehr, Zuspiel, Angriff ist also vollkommen regelkonform — vier Berührungen, drei Kontakte.

Regel 14.4.2 ergänzt: die erste Berührung nach dem Block darf von jedem Spieler ausgeführt werden, auch von dem Spieler, der den Ball beim Block berührt hat. Ein Blockspieler, der seinen eigenen geblockten Ball auffängt und weiterspielt, macht also keine Doppelberührung. Genau deshalb existiert diese Ausnahme: beim Block kannst du unmöglich entscheiden, ob du den Ball berührst.

Aber wann ist es ein Block?

Hier liegt die Falle. Die Definition (14.1.1) stellt drei Bedingungen: es ist die Aktion von Spielern nahe am Netz, gerichtet auf das Abfangen des Balls, der vom Gegner kommt, wobei sie höher reichen als die Oberkante des Netzes. Diese letzte Bedingung betrifft die Hände, nicht den Ball — der Ball selbst darf tiefer berührt werden.

Die Konsequenz: ein Spieler am Netz, der einen Angriff mit den Händen unterhalb der Netzkante abstoppt, blockt nicht. Das ist eine ganz normale erste Ballberührung. Dein Team hat danach noch zwei Berührungen statt drei, und dieser Spieler darf den Ball nicht direkt noch einmal spielen. Genau dieser Unterschied kostet Teams Punkte: der Blockspieler duckt sich vor einem harten Ball weg, tippt ihn tief mit, und der Ballwechsel wird danach mit einer Berührung zu viel abgeschlossen.

Spielerdetail mit den Statistiken eines einzelnen Spielers, darunter Blockberührungen
Eine Blockberührung ist keine Teamberührung, aber sehr wohl eine Leistung — und eine, die du zählen kannst.

Eine Blockberührung ist zwar keine Teamberührung, aber sehr wohl eine Statistik: Koach zählt Blockberührungen und Blockpunkte pro Spieler.

Zwei weitere Bedingungen, die vergessen werden

Gleichzeitiger Kontakt zwischen zwei oder drei Blockspielern desselben Teams zählt zudem als eine Berührung — und damit weiterhin als null Teamberührungen. Ein kollektiver Block, bei dem der Ball an zwei Händen entlangschrammt, kostet dich also nichts.

Noch eine Folge, die Teams überrascht: ein geblockter Ball, der direkt auf den Boden des Gegners zurückfällt, ist ein Punkt für dich, auch wenn du ihn nur mit einem Finger berührt hast. Und ein geblockter Ball, der über deinen eigenen Block aus dem Feld geht, ist ein Punkt für den Gegner — der Block zählt zwar nicht als Berührung, aber es ist trotzdem deine Berührung, die den Ball hinausgebracht hat.

Was das taktisch bringt

Die Blockausnahme ist mehr als ein technisches Detail: sie ist der Grund, warum sich ein Softblock lohnt. Wenn dein Block den Ball abbremst, statt ihn zurückzuschlagen, hat deine Abwehr einen einfachen Ball und dein Team danach noch drei volle Berührungen, um daraus einen echten Angriff zu machen. Blockspieler, die verkrampft alles totschlagen wollen, geben mehr her, als sie holen. Wie du das beibringst, steht in der Blocktechnik.

Für den Angreifer auf der anderen Seite gilt das Spiegelbild: „tool the block“ — bewusst gegen die Hände schlagen, damit der Ball ins Aus geht — funktioniert genau deshalb, weil der Block keine Berührung von ihnen ist, den Ball aber sehr wohl aus dem Feld schickt.

Beach: dort zählt der Block sehr wohl

Am Strand ist die Regel umgedreht: eine Blockberührung zählt dort sehr wohl als Teamberührung, wodurch ein Beachteam nach einem Block nur noch zwei Berührungen hat. Mit zwei Spielern pro Team würde ein nicht mitzählender Block die Abwehr zu leicht machen. Alle übrigen Unterschiede stehen in Hallenvolleyball vs. Beachvolleyball.

Was es für deine Statistik bedeutet

Weil die Blockberührung keine Teamberührung ist, ist sie in den meisten Statistikmodellen auch keine „Ballberührung“, sondern eine eigene Kategorie. Unterscheide dabei zwei Dinge: einen Blockpunkt (der Ball fällt direkt auf den Boden des Gegners) und eine Blockberührung (der Ball wird abgebremst und deine eigene Abwehr spielt ihn weiter). Teams, die nur Blockpunkte zählen, unterschätzen ihre Mittelblocker strukturell — der Großteil des Blockgewinns steckt in den Berührungen. Wie du das misst, liest du in Blockpunkte messen, und den Rest der Ballbehandlungsregeln in Doppelberührung und technische Fehler.

Häufige Fragen

Zählt ein Block als eine der drei Ballberührungen?

Nein. Eine Blockberührung zählt nicht als Teamberührung, also hat dein Team nach einem Block noch drei volle Berührungen, um den Ball zurückzubringen. Block, Abwehr, Zuspiel und Angriff ist deshalb völlig regelkonform.

Darf der Blockspieler den Ball danach selbst wieder spielen?

Ja. Die erste Berührung nach dem Block darf von jedem Spieler ausgeführt werden, auch von dem Spieler, der beim Block den Ball berührt hat. Das ist keine Doppelberührung.

Wann ist eine Berührung am Netz kein Block?

Wenn der Spieler nicht höher reicht als die Oberkante des Netzes, wenn er Hinterspieler oder Libero ist, oder wenn der Ball nicht vom Gegner kommt. In all diesen Fällen ist es schlicht eine Teamberührung.

Zählt der Block am Strand auch nicht mit?

Beim Beachvolleyball zählt die Blockberührung sehr wohl als Teamberührung: danach hat das Team nur noch zwei Berührungen. Das ist einer der größten Unterschiede zwischen Hallen- und Beachvolleyball.

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