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Wissensdatenbank · Spielregeln

Darf man den Ball im Volleyball mit dem Fuß spielen?

Ein Ball springt vom Block weg, ein Abwehrspieler kommt mit den Armen nicht mehr hin und streckt den Fuß aus. Der Ball geht hoch, das Team spielt den Ballwechsel zu Ende, und auf der Tribüne entsteht Diskussion. Dabei gibt es keinerlei Zweifel: das ist seit über dreißig Jahren erlaubt.

Lesezeit: 5 Min.

Die Regel: jedes Körperteil

Die Spielregel (9.2.1) ist so kurz wie vollständig: der Ball darf jedes Körperteil berühren. Fuß, Schienbein, Knie, Brust, Kopf, Rücken — alles zählt als gültige Ballberührung. Es gibt keine Untergrenze und keine Ausnahme für bestimmte Körperteile.

Das war nicht immer so. Bis zur Regeländerung von 1995 durfte der Ball nur oberhalb der Gürtellinie gespielt werden; alles darunter war ein Fehler. Die FIVB hat diese Grenze gestrichen, um das Spiel spektakulärer zu machen und mehr Ballwechsel am Leben zu halten — mit den Fußrettungen als Nebeneffekt, die du heute in jedem Topspiel siehst.

Was weiterhin gilt

Dass du mit dem Fuß spielen darfst, heißt nicht, dass die anderen Ballbehandlungsregeln entfallen:

Die Ausnahme: der Aufschlag

Es gibt genau eine Stelle, an der das Körperteil sehr wohl vorgeschrieben ist. Beim Aufschlag muss der Ball mit einer Hand oder einem beliebigen Teil des Arms geschlagen werden (Regel 12.4.2). Mit dem Fuß, dem Kopf oder der Schulter aufzuschlagen ist also nicht erlaubt — das ist ein Aufschlagfehler. Auch das Schlagen mit beiden Händen gleichzeitig ist beim Aufschlag unzulässig.

Persönliches Spielerdashboard mit den Statistiken eines einzelnen Spielers
Wie ein Ballwechsel aussah, spielt statistisch keine Rolle — wer ihn abgeschlossen hat, sehr wohl.

Eine Rettung mit dem Fuß zählt ganz normal als eine deiner drei Berührungen, und in Koach hältst du fest, welcher Spieler den Ballwechsel letztlich abgeschlossen hat — wie unsauber er auch aussah.

Wann ein Fußkontakt sinnvoll ist

Regeltechnisch ist es immer erlaubt; praktisch ist es fast nie die erste Wahl. Ein Fuß gibt wenig Kontrolle und eine unvorhersehbare Richtung. Die drei Situationen, in denen es sich lohnt:

Was es nicht ersetzt, ist eine gute Abwehrhaltung: tief stehen, Gewicht nach vorne, Arme bereit. Die Technik dazu steht in verteidigen und hechten.

So trainierst du es (und so nicht)

Fußrettungen trainierst du nicht als Technik, sondern als Gewohnheit, weiterzuspielen. Die meisten Bälle werden nicht verpasst, weil ein Spieler sie nicht erreichen konnte, sondern weil er schon aufgehört hat. Bau deshalb Übungen, in denen der Ball erst tot ist, wenn er den Boden berührt: Spielformen ohne Pfiff, Abwehrformen, in denen der Trainer absichtlich unmögliche Bälle einwirft, und vor allem eine Teamkultur, in der ein misslungener Fußversuch Applaus bekommt statt Gelächter.

Was du sehr wohl gezielt üben kannst, ist der zweite Ball nach einer Fußrettung. Der kommt unvorhersehbar und meist außerhalb des Feldes; vereinbart, dass der nächstgelegene Spieler ihn hoch und sicher hochspielt, statt sofort angreifen zu wollen — genau das Verhalten, das du in Out of System spielen beschreibst.

Eine Warnung gehört dazu: ein ausgestrecktes Bein auf Kniehöhe ist für einen Mitspieler, der gleichzeitig zum selben Ball hechtet, ein reales Verletzungsrisiko. Vereinbart deshalb, dass, wer seinen Fuß benutzt, das laut ankündigt, genau wie bei jedem anderen Ball.

Jugend, Minivolleyball und Beach

Die Regel ist für alle Altersklassen identisch: ab etwa 13 Jahren gilt, dass jedes Körperteil den Ball berühren darf. Beim Minivolleyball ist die Frage auf den unteren Stufen nicht relevant, weil der Ball dort nach den Stufenregeln gefangen und geworfen wird. Im Beachvolleyball gilt dieselbe Bestimmung: auch dort darf jedes Körperteil den Ball spielen.

Häufige Fragen

Darf man den Ball im Volleyball mit dem Fuß spielen?

Ja. Der Ball darf jedes Körperteil berühren, inklusive Fuß, Schienbein, Knie und Kopf. Diese Regel gilt seit 1995; davor durfte der Ball nur oberhalb der Gürtellinie gespielt werden.

Zählt ein Fußkontakt als eine der drei Ballberührungen?

Ja, ganz normal als vollwertige Teamberührung. Ist es deine dritte Berührung, muss der Ball über das Netz. Eine Fußrettung bringt also keine zusätzliche Berührung.

Darf man mit dem Fuß aufschlagen?

Nein. Beim Aufschlag muss der Ball mit einer Hand oder einem Teil des Arms geschlagen werden. Mit dem Fuß, dem Kopf oder beiden Händen gleichzeitig aufzuschlagen ist ein Aufschlagfehler.

Kann ein Ball auch mit dem Fuß „geführt“ sein?

Theoretisch ja: auch bei einem Fußkontakt muss der Ball geschlagen und nicht begleitet werden. In der Praxis kommt das kaum vor, weil ein Fuß den Ball schlecht dämpft.

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