Pepper im Volleyball: so machst du die Übung richtig
Auf jedem Volleyballboden der Welt stehen sich vor dem Training zwei Spieler gegenüber und spielen einen Ball hin und her: Abwehr, Zuspiel, Angriff, wiederholen. Das ist Pepper. Alle machen es, fast niemand macht es bewusst — und das macht einen erheblichen Unterschied im Ertrag.
Was Pepper genau ist
Pepper ist eine Übung für zwei Spieler, in der ein fester Zyklus aus drei Kontakten immer wieder wiederholt wird. Spieler A schlägt den Ball kontrolliert zu B; B wehrt ihn im Bagger nach oben zu sich selbst ab; B spielt den Ball oberhändig für sich selbst auf oder zurück zu A; A schlägt erneut. In der gebräuchlichsten Variante wechseln die Rollen nicht: der eine schlägt, der andere verteidigt, und nach dreißig Sekunden tauschen sie.
Der Name stammt aus dem amerikanischen Volleyball und hat keine deutsche Entsprechung, die sich durchgesetzt hätte; in der Halle heißt es meist einfach „kurz peppern“. Die Übung trainiert drei Dinge gleichzeitig: die Abwehrhaltung, die oberhändige Kontrolle und die Schlagbewegung vom Boden. Genau deshalb ist sie so hartnäckig beliebt — sie braucht kein Netz, kein Material und keine Erklärung.
So machst du sie richtig
Die meisten Paare spielen Pepper zu nah, zu flach und zu hart. Vier konkrete Vorgaben holen sofort mehr heraus:
- Abstand: fünf bis sechs Meter. Auf drei Metern bleibt keine Zeit, die Füße zu setzen, und es wird Reflexarbeit statt Technik.
- Höhe: jede Abwehr mindestens drei Meter nach oben. Eine flache Abwehr ist im Spiel unbrauchbar; im Training lässt du sie nicht zu.
- Schlagen vom Boden mit gestrecktem Arm. Keine Tippser aus dem Handgelenk. Wer den Arm nicht streckt, trainiert einen Schlag, den er im Spiel nie macht.
- Füße still im Moment des Schlags. Der Abwehrspieler steht still, mit dem Gewicht auf dem Vorfuß, wenn die Hand den Ball trifft, und bewegt sich erst danach.
Wer diese vier Vorgaben einbaut, verwandelt Pepper von einem netten Aufwärmspielchen in eine ernsthafte Technikübung. Die zugrunde liegenden Bewegungen sind ausführlicher beschrieben in Feldabwehr und Hechten und Baggern.

Drei Varianten
1. Kurzes Pepper (Kontrolle). Drei Meter Abstand, nur oberhändig, der Ball darf nicht unter Schulterhöhe kommen. Trainiert die Handstellung und die Fingerkraft. Prima für die ersten zwei Minuten des Aufwärmens, bevor geschlagen wird.
2. Pepper über das Netz. Beide Spieler stehen vier Meter vom Netz entfernt auf gegenüberliegenden Seiten. Alles geht über das Netz, die Schlagrichtung geht also nach unten und die Abwehr bekommt einen echten Winkel zu verarbeiten. Viel näher am Spiel als die klassische Version und den Aufbau wert.
3. Pepper zu dritt (Butterfly). Angreifer, Abwehrspieler, Zuspieler in einem Dreieck. Der Abwehrspieler spielt zum Zuspieler, der für den Angreifer aufspielt. Jetzt gibt es auch einen zweiten Kontakt mit einem echten Ziel — der Schritt zu einer Übung mit Spielverständnis.
Wo Pepper aufhört zu helfen
Pepper hat eine klare Decke, und die sollte man kennen, bevor man zehn Minuten pro Training hineinsteckt. Drei Grenzen:
- Es gibt keine Entscheidung. Der Abwehrspieler weiß, wohin der Ball geht und wie hart er kommt. Im Spiel ist genau das der Kern des Problems, hier fehlt es vollständig.
- Es gibt kein Ziel. Der Ball muss „zurück zum anderen“, nicht auf eine Zuspielerposition. Dadurch trainiert Pepper das Ziel der Annahme nicht, und genau das zählt im Spiel.
- Es gibt keine Zählweise. Ohne Punktestand kein Druck, und ohne Druck keinerlei Ähnlichkeit mit dem fünften Satz.
Sobald Spieler die Grundbewegungen beherrschen, bringt eine Viertelstunde Pepper weniger als eine Viertelstunde Aufschlag-Annahme mit Zielfeld. Nutze es also dort, wo es gut ist — Aufwärmen, Ballgefühl, Wiedereinstieg nach einer Verletzung — und nicht als Ersatz für die Formen aus den Annahmeübungen.
Pepper als Aufwärmen einsetzen
Der beste Platz für Pepper sind die ersten zehn Minuten deines Trainings, sofern du es aufbaust statt laufen zu lassen. Ein funktionierender Aufbau: zwei Minuten kurz oberhändig, zwei Minuten Bagger auf sechs Metern, zwei Minuten Angriff-Abwehr vom Boden, zwei Minuten über das Netz. Alle zwei Minuten rufst du den nächsten Schritt. So ist das Aufwärmen erledigt, die Schultern sind eingeschlagen und alle haben hundert Ballkontakte, bevor die erste richtige Übung beginnt — genau der Aufbau aus Aufwärmübungen für Volleyball.
Schlag in den ersten zwei Minuten nicht hart. Pepper ist die Stelle, an der Schulterbeschwerden beginnen, weil Spieler sofort mit kalten Muskeln voll durchziehen. Die ersten zwei Minuten nur oberhändig und aus Kniehöhe einschlagen — dann ist der Rest geschenkt.
Häufige Fragen
Was bedeutet Pepper im Volleyball?
Pepper ist die Partnerübung, in der ein Spieler schlägt und der andere verteidigt und aufspielt, in einem laufenden Zyklus aus Abwehr, Zuspiel und Angriff. Es ist die bekannteste Aufwärmform der Welt und braucht weder Netz noch Material.
Ist Pepper eine gute Übung?
Zum Aufwärmen und fürs Ballgefühl ja, als Hauptübung nicht. Es steckt keine Entscheidung, kein Ziel und keine Zählweise darin, wodurch es nach der Grundtechnik dem Spiel wenig hinzufügt.
Auf welchem Abstand macht man Pepper?
Fünf bis sechs Meter für die normale Version, drei Meter für die kurze oberhändige Variante. Zu nah macht Reflexarbeit daraus, wodurch Spieler ihre Füße nicht mehr setzen und die Technik sogar schlechter wird.


