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Wie viele Sekunden hast du für den Aufschlag im Volleyball?

Der Schiedsrichter pfeift, der Aufschläger prellt den Ball noch ein paar Mal, wischt sich die Hände ab — und dann pfeift der Schiedsrichter erneut. Punkt gegen. Die Acht-Sekunden-Regel ist eine der ganz wenigen Volleyballregeln mit einer harten Uhr darin, und genau deshalb läuft jede Saison jemand hinein.

Lesezeit: 5 Min.

Die Regel: acht Sekunden ab dem Pfiff

Die offizielle FIVB-Spielregel (12.4.4) ist kurz: nach dem Pfiff des ersten Schiedsrichters muss der Aufschläger den Ball innerhalb von acht Sekunden schlagen. Diese acht Sekunden laufen ab dem Pfiff, nicht ab dem Moment, in dem du den Ball anwirfst. Der Messpunkt am Ende ist der Ballkontakt — nicht der Anwurf, nicht der Anlauf.

Brauchst du länger, ist das ein Aufschlagfehler: der Ballwechsel beginnt gar nicht erst, der Gegner bekommt einen Punkt und das Aufschlagrecht. Es gibt keine Verwarnung und keine zweite Chance. Bis zur Einführung des Rally-Point-Systems um das Jahr 2000 standen fünf Sekunden zur Verfügung; die Zeit wurde verlängert, weil Spieler mit dem neuen Sprungaufschlag mehr Anlauf und mehr Vorbereitung brauchten.

Aufschlag vor dem Pfiff

Der umgekehrte Fehler kommt häufiger vor, gerade bei der Jugend und bei Spielern mit einem festen Ritual. Hier ist die Regel (12.5) sogar milde: ein Aufschlag, der vor dem Pfiff geschlagen wird, wird annulliert und wiederholt. Du verlierst also keinen Punkt — aber du hast ein perfektes Ass verschenkt, denn es zählt nicht.

Warum pfeift der Schiedsrichter nicht sofort? Weil er zuerst prüft, ob beide Mannschaften bereit sind und ob der Aufschläger den Ball hat (Regel 12.3). Ein Aufschläger, der schon schlägt, während der Gegner noch seinen Schuh bindet, schenkt dem Gegner eine kostenlose Wiederholung. Bring deinen Spielern deshalb eine einzige Sache bei: der Ball geht erst hoch, wenn du den Pfiff gehört hast, nicht wenn du selbst bereit bist.

Der Anwurf, den du fallen lässt

Wirfst du an und lässt den Ball fallen, ohne ihn zu berühren, ist das kein Fehler. Der Aufschlag wird wiederholt, aber nur einmal pro Aufschlagrecht (Regel 12.4.4). Beim zweiten Mal, dass der Ball unberührt zu Boden fällt, ist es sehr wohl ein Aufschlagfehler. Was du innerhalb dieser acht Sekunden sonst mit dem Ball machst — prellen, die Hand wechseln, drehen — ist vollständig erlaubt; nur ein einziger Anwurf beziehungsweise ein einziges Loslassen ist zulässig.

Notizbildschirm mit einer kurzen Anmerkung zur Aufschlagroutine eines Spielers
Ein Aufschlagfehler, der nichts mit Technik zu tun hat, ist ein Gewohnheitsfehler — und Gewohnheiten hältst du fest, nicht im Kopf.

Einen Ballwechsel herzugeben, weil vor dem Pfiff geschlagen wurde, ist reine Verschwendung — genau so eine Gewohnheit, die du als Spielernotiz in Koach festhältst, damit du sie in der Woche darauf im Training angehst statt sie zu vergessen.

Was Schiedsrichter in der Praxis tun

Acht Sekunden sind reichlich. Eine durchschnittliche Aufschlagroutine dauert vier bis sechs Sekunden: Ball annehmen, zweimal prellen, atmen, anwerfen, schlagen. Schiedsrichter zählen selten laut mit und nutzen in der Halle keine sichtbare Uhr; sie schätzen. In der Praxis pfeifen sie erst, wenn es offensichtlich zu lange dauert — im Zweifel bekommt der Aufschläger den Vorteil. Auf internationalem Niveau, wo ein Zeitnehmer oder eine TV-Uhr mitläuft, ist die Linie strenger.

Wichtig für Trainer: acht Sekunden sind auch eine Anti-Verzögerungsregel. Wer den Ball absichtlich langsam aufhebt, um sein Team verschnaufen zu lassen, riskiert davon unabhängig eine Verzögerungssanktion (gelbe Karte am Handgelenk). Pause holst du dir mit einer deiner beiden Auszeiten, nicht mit der Aufschlaguhr.

Jugend, Minivolleyball und Freizeitligen

Ab etwa 13 Jahren — also ab der U14 aufwärts — gilt die Acht-Sekunden-Regel ganz normal: die Spielregeln sind dort mit denen der Erwachsenen identisch. Beim Minivolleyball (bis einschließlich 12 Jahre) spielt die Regel keine Rolle: dort wird weder gezählt noch auf Zeit gepfiffen, weil das Ziel ist, dass der Ball überhaupt ins Spiel kommt. In Freizeit- und Betriebsligen wird selten auf acht Sekunden geachtet, aber die Regel existiert auch dort — ein Schiedsrichter, der sie anwendet, hat recht.

So trainierst du es weg

Die Acht-Sekunden-Regel ist eine aus einer ganzen Reihe von Aufschlagbedingungen; der Fußfehler und die Aufschlagzone stehen in Fußfehler beim Aufschlag, und der komplette Regelüberblick in alle Volleyballregeln im Überblick.

Häufige Fragen

Wie viele Sekunden hat man im Volleyball für den Aufschlag?

Acht Sekunden, gerechnet vom Pfiff des ersten Schiedsrichters bis zu dem Moment, in dem du den Ball triffst. Dauert es länger, ist es ein Aufschlagfehler, und Punkt sowie Aufschlagrecht gehen an den Gegner.

Was passiert, wenn man aufschlägt, bevor der Schiedsrichter pfeift?

Der Aufschlag wird annulliert und wiederholt. Du verlierst keinen Punkt, aber das Ergebnis dieses Aufschlags zählt nicht — auch dann nicht, wenn es ein Ass war. Du bekommst einfach einen neuen Versuch.

Darf man den Ball anwerfen und fallen lassen?

Ja, einmal pro Aufschlagrecht: der Aufschlag wird dann ohne Strafe wiederholt. Passiert es ein zweites Mal beim selben Aufschlagrecht, ist es sehr wohl ein Aufschlagfehler.

Zählt der Schiedsrichter die acht Sekunden laut herunter?

Nein, es gibt in der Halle keine sichtbare Uhr und kein hörbares Herunterzählen. Der Schiedsrichter schätzt die Zeit; im Zweifel bekommt der Aufschläger den Vorteil. Nur auf internationalem Niveau läuft eine offizielle Zeitnahme mit.

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