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Oberen Aufschlag lernen: Technik und Aufbau

Der Umstieg vom unteren auf den oberen Aufschlag ist für viele Spieler der größte technische Schritt in ihren ersten Jahren. Wer ihn gut lernt, profitiert seine ganze Laufbahn davon — wer ihn hinschludert, schlägt saisonlang Aufschläge ins Netz. So gehst du es strukturiert an.

Lesezeit: 6 Min.

Warum oberer Aufschlag?

Der obere Aufschlag kommt flacher und härter über das Netz als der untere und ist damit viel schwerer anzunehmen. Ab der C-Jugend ist er der Standard; wer auf diesem Niveau noch unten aufschlägt, schenkt dem Gegner einen gratis Angriffsaufbau. Außerdem ist die Bewegung fast identisch mit dem Armzug des Angriffs — du trainierst also zwei Techniken auf einmal.

Die Ausgangsstellung

Für einen rechtshändigen Spieler: linker Fuß vorne, rechter Fuß hinten, Füße hüftbreit, Schultern Richtung Zielfeld. Der Ball liegt auf der linken Hand, gestreckt vor deiner rechten Schulter — nicht vor dem Gesicht. Dein Gewicht ruht auf dem hinteren Bein. Steh ruhig; ein Aufschlag beginnt mit einem Moment der Konzentration, nicht mit Hast. Schau, wohin du aufschlagen willst, bevor du den Ball loslässt.

Der Wurf: achtzig Prozent des Aufschlags

Frag einen erfahrenen Trainer nach dem Geheimnis des Aufschlags und du bekommst ein Wort: der Wurf. Wirf den Ball mit der gestreckten linken Hand etwa dreißig bis fünfzig Zentimeter hoch, direkt über oder knapp vor deine Schlagschulter. Zu tief und du hetzt deinen Schlag; zu weit nach vorne und du läufst dem Ball hinterher; zu weit nach links und du triffst ihn schief. Der Wurf muss so vorhersehbar sein, dass du ihn mit geschlossenen Augen schlagen könntest.

Häufiger Fehler: den Wurf aus dem Handgelenk oder mit gebeugtem Ellbogen werfen. Das macht die Flugbahn unvorhersehbar. Hebe den Ball aus der Schulter, mit ruhiger Hand — mehr ein "in die Luft setzen" als ein Wurf.

Schlag und Ausschwung

Während der Ball hochgeht, ziehst du den Schlagarm gespannt nach hinten: Ellbogen hoch, Hand am Ohr. Dein Gewicht verlagert sich vom hinteren aufs vordere Bein, Hüfte und Rumpf drehen ein und der Arm schwingt gestreckt zum Kontakt. Triff den Ball mit einer offenen, festen Hand in der Mitte, am höchsten Punkt, den du bequem erreichst. Schwinge durch Richtung Ziel — eine abgehackte Bewegung kostet Tempo und Richtung.

Willst du später einen Aufschlag, der ruhig in der Luft "schwebt", hältst du gerade den Ausschwung kurz und das Handgelenk steif — das ist der Flatteraufschlag. Und für alle, die schon alles beherrschen, wartet der Sprungaufschlag. Aber zuerst: diese Basis.

Die vier häufigsten Fehler

Aufbau in fünf Übungsschritten

  1. Schlagbewegung ohne Netz: Ball in den Boden schlagen oder zu einem Partner auf zehn Meter, Fokus auf Wurf und hohen Kontakt.
  2. Aufschlag von der Drei-Meter-Linie: über das Netz, mit der vollständigen Bewegung. Gelingen acht von zehn, schiebe ein paar Meter zurück.
  3. Zur Grundlinie vorrücken: in Schritten von zwei, drei Metern. Nicht auf einmal — das lockt "Werfen mit dem Arm" statt Technik hervor.
  4. Aufschlag auf Ziele: Matten oder Reifen in den Ecken. Richtung kommt vor Kraft.
  5. Aufschlag unter Druck: Serien ("drei hintereinander ins Feld"), Aufschlagwettkämpfe, Aufschlag nach einem Konditionsreiz — denn im Spiel schlägst du nie ausgeruht auf.

Mehr Varianten findest du bei den Aufschlagübungen.

Tipp: lass Spieler ein festes Aufschlagritual erlernen — Ball prellen, atmen, Zielfeld wählen, werfen. Ein Ritual macht den Aufschlag wiederholbar und gibt Halt in spannenden Momenten, genau dann, wenn Aufschläge normalerweise schiefgehen.

Vom Treffen zum gezielten Aufschlag

Sobald acht von zehn Aufschlägen im Feld landen, verschiebt sich das Ziel: nicht mehr "rein", sondern "dorthin". Aufschläge auf den schwachen Annahmespieler, in die tiefen Ecken oder auf die Naht zwischen zwei Spielern machen aus deinem Aufschlag eine Waffe. Welche Entscheidungen dazugehören, liest du in Aufschlagtaktik: worauf schlägst du auf und warum. In einer App wie Koach siehst du pro Spieler zurück, wie viele Aufschläge getroffen sind und wie viele Asse dabei waren — ein ehrlicheres Bild als das Gefühl nach dem Spiel.

Häufige Fragen

Wann steigt man vom unteren auf den oberen Aufschlag um?

Sobald ein Spieler den Ball mit einer sauberen oberen Schlagbewegung zehn Meter weit schlagen kann, meist mit etwa 10 bis 12 Jahren. Lass den Umstieg im Training früher stattfinden als im Spiel: erst zuverlässig machen, dann einsetzen.

Warum geht mein oberer Aufschlag ständig ins Netz?

Fast immer durch einen zu tiefen Wurf oder einen zu späten Kontakt: der Ball ist schon gesunken, wenn du ihn triffst. Wirf den Ball etwas höher und triff ihn am höchsten Punkt, mit dem Gewicht, das sich nach vorne bewegt.

Darf man den Ball prellen oder neu werfen?

Du darfst den Ball vor dem Aufschlag prellen, so oft du willst. Einen Wurf, den du nicht schlägst, darfst du auch fallen lassen und wiederholen, solange du innerhalb der acht Sekunden nach dem Pfiff aufschlägst.

Wie hart muss ein oberer Aufschlag sein?

Zuverlässigkeit und Platzierung gewinnen auf Amateurniveau mehr Punkte als Tempo. Ein Aufschlag mit Tempo an der richtigen Stelle ist schwerer als ein Knaller, der jeder dritte Mal reingeht — baue Kraft erst auf, wenn die Richtung steht.

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