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Schmettern, wenn du klein bist: Timing und Winkel

Jedes Team hat sie: Angreifer, die technisch sauber schlagen, aber bei jedem Block gegen eine Wand laufen. Körpergröße hilft im Volleyball, entscheidet aber weniger, als alle denken. Wer nicht über den Block kommt, muss daran vorbei, drum herum oder hindurch — und alle drei sind erlernbare Fähigkeiten.

Lesezeit: 6 Min.

Was Körpergröße bestimmt und was nicht

Am Netz zählt nicht deine Körpergröße, sondern deine Reichhöhe im Sprung: Körpergröße plus Reichweite plus Sprung. Zehn Zentimeter Körpergröße kannst du teilweise mit zehn Zentimetern mehr Sprung ausgleichen, und ein effizienter Angriffsschritt bringt den meisten Spielern schon zehn bis zwanzig Zentimeter, die sie ohne Anlauf liegen lassen. Das ist die erste Stelle, an der du nachsiehst, bevor du etwas an deinem Spiel änderst.

Aber selbst mit maximalem Sprung bleibt der Unterschied bestehen, und dann gilt der Kern dieser Geschichte: der Ball muss nicht über den Block. Er muss nur auf den Boden, und das Feld ist neun mal neun Meter groß, während ein Block keine zwei Meter breit ist.

Waffe 1: früher angreifen, als der Block erwartet

Der Block ist erst gefährlich, wenn er steht. Jede Zehntelsekunde, die du dem Blockspieler abnimmst, verringert seine Höhe: ein Blockspieler, der noch in Bewegung ist oder zu spät springt, kommt mit den Händen nicht über das Netz. Genau das bewirkt ein niedrigeres Angriffstempo.

Konkret: bitte deinen Zuspieler um einen flacheren, schnelleren Ball — einen halben Meter über dem Netzband statt zwei Meter darüber — und starte früher mit deinem Anlauf. Du verlierst etwas Marge für dich selbst, aber der Block verliert mehr. Ein niedrigeres Tempo verlangt Abstimmung mit deinem Zuspieler, kostet dich aber keinen Zentimeter Sprung. Kleinere Mittelblocker punkten ganze Saisons lang nach diesem Prinzip.

Waffe 2: Winkel statt Höhe

Wer nicht über den Block kann, muss daran vorbei. Zwei Winkel sind dann am wertvollsten:

Für beide gilt: der Kontakt liegt nicht oben in der Mitte des Balls, sondern etwas seitlich, und dein Rumpf dreht mit. Wer nur mit dem Arm zu steuern versucht, schlägt systematisch ins Aus.

Waffe 3: den Block nutzen statt meiden

Die dritte Route führt mitten durch den Gegner hindurch. Ein Blockout — den Ball bewusst von der äußeren Blockhand nach außen abspielen — ist für kleinere Angreifer keine Notlösung, sondern eine Hauptwaffe, gerade weil sie oft auf Augenhöhe mit den Händen schlagen. Und wenn der Block groß und geschlossen steht, liegt hinter diesen Händen fast immer eine leere Fläche: das ist das Revier von Lob, Tipp und Roll-Shot.

Kontakt vor der Schulter, nicht darüber

Es gibt ein technisches Detail, das für kleinere Angreifer schwerer wiegt als für große. Wer den Ball direkt über dem Kopf trifft, kann nur noch steil nach unten schlagen — und steil nach unten läuft von einem tieferen Kontaktpunkt aus auf „ins Netz“ hinaus. Triff den Ball also deutlich vor deiner Schlagschulter und schlage flach hindurch, mit viel Topspin, Richtung der hinteren drei Meter des Feldes. Ein flacher Ball mit Rotation, der auf sechs Metern fällt, ist für eine Abwehr schwerer als ein halbweicher Ball, den du steil zu platzieren versucht hast.

Spielerprofil mit einem persönlichen Saisonziel und den Statistiken des Spielers
Ein persönliches Saisonziel macht aus „besser angreifen“ etwas Konkretes: drei Bälle, mit denen ich punkten kann.

Angreifen aus dem Hinterfeld

Die unterschätzte Option: von der Grundlinie aus ist Körpergröße weit weniger entscheidend. Du hast einen langen Anlauf, du triffst den Ball weit vom Netz entfernt und der Block kann sich kaum auf dich einstellen, weil er zuerst die Vorderspieler decken muss. Für einen Angreifer, der vorn ständig festläuft, ist ein guter Hinterfeldangriff oft der schnellste Weg zurück zu Punkten.

Wähle drei Bälle und trainiere sie

Der praktische Ansatz: wähle mit deinem Angreifer drei konkrete Lösungen — zum Beispiel den scharfen Cross, den Blockout und den tiefen Roll-Shot — und trainiere nur diese, bis sie im Spiel ohne Nachdenken kommen. Drei beherrschte Optionen schlagen zehn halb gelernte. In einer App wie Koach hältst du so eine Entscheidung als persönliches Saisonziel beim Spieler fest, damit es nicht bei einem guten Vorsatz aus einem Training bleibt, sondern etwas ist, worauf du im Januar noch zurückkommst.

Achte danach auf den Ertrag statt auf das Spektakel. Ein Angreifer, der mit schlauen Bällen auf eine Angriffsquote von dreißig Prozent kommt, ist mehr wert als einer, der hart durchdrischt und bei zehn hängen bleibt.

Häufige Fragen

Kann man gut schmettern, wenn man unter 1,75 Meter groß ist?

Ja, aber mit anderen Waffen. Timing, scharfe Winkel, Blocknutzung und ein guter Angriffsschritt wiegen schwerer als Körpergröße. Viele kleinere Angreifer punkten über ein schnelleres Tempo, wodurch der Block schlicht nicht rechtzeitig steht.

Was ist der beste Ball für einen kleineren Angreifer?

Der scharfe Cross, der knapp hinter der Drei-Meter-Linie fällt. Du schlägst an der Außenseite des Blocks vorbei statt darüber, und der Ball kommt so kurz, dass die Abwehr meist nicht darauf steht.

Sollte ich dann vor allem Sprungkraft trainieren?

Sprungkraft hilft, aber zuerst die Technik: ein korrekter Anlauf mit doppeltem Armzug bringt den meisten Spielern schon zehn bis zwanzig Zentimeter. Erst wenn der Rhythmus sitzt, lohnt sich ergänzendes Sprungkrafttraining.

Wie verhindere ich, dass ich ständig in den Block schlage?

Sieh während deines Sprungs auf die Hände des Blocks statt nur auf den Ball. Steht der Block geschlossen, wähle bewusst die äußere Hand oder den Raum dahinter, und heb den harten Schlag für die Bälle auf, bei denen der Block zu spät ist.

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