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Wie oft darf man den Ball beim Volleyball berühren?

Jeder weiß, dass man den Ball dreimal spielen darf. Trotzdem geht es in jedem Spiel an denselben Stellen schief: der Spieler, der seinen eigenen Ball noch einmal retten will, der Block, zwei Spieler, die gemeinsam zu einem Ball hechten, zwei Spieler, die gemeinsam über dem Netz drücken, und der Aufschlag, der vom Arm gegen die Schulter springt. In diesen Situationen zählt der Schiedsrichter anders, als deine Mannschaft denkt. Und darunter liegt ein größeres Problem: viele Mannschaften nutzen ihre drei Berührungen überhaupt nicht.

Lesezeit: 7 Min.

Die kurze Antwort: drei pro Mannschaft, nie zweimal hintereinander

Zwei Regeln decken zusammen die allermeisten Situationen ab. Regel eins: eine Mannschaft darf den Ball höchstens dreimal berühren, bevor er zurück über das Netz muss. Annahme, Zuspiel, Angriff ist die übliche Reihenfolge, verpflichtend ist sie aber nicht — mit einer oder zwei Berührungen zurückzuspielen ist genauso erlaubt. Erst bei der vierten Berührung pfeift der Schiedsrichter, und das heißt „vier Berührungen".

Regel zwei: derselbe Spieler darf den Ball nicht zweimal hintereinander berühren. Spielst du den ersten Ball und kommt er senkrecht zu dir zurück, darfst du ihn nicht noch einmal spielen — auch wenn das die einzige Möglichkeit ist, ihn zu retten, und auch wenn deine Mannschaft noch zwei Berührungen übrig hat. Das ist eine Doppelberührung.

Gezählt wird also pro Mannschaft, nicht pro Spieler. Drei Berührungen dürfen über drei verschiedene Spieler laufen, genauso gut aber über zwei: Spieler A, Spieler B, wieder Spieler A. Solange jedes Mal jemand anders dazwischen ist, ist alles in Ordnung. Und die Annahme zählt ganz normal mit: der Ball, den du vom Aufschlag annimmst, ist Berührung eins und kein kostenloser Start.

Zu diesen beiden Regeln gibt es vier Ausnahmen. Sie sind keine Fußnoten — sie entscheiden, wer den Punkt bekommt, und zwar genau in den Situationen, in denen es hart auf hart geht.

Ausnahme 1: der Block zählt nicht mit

Eine Blockberührung ist keine Mannschaftsberührung. Nach einem Blockkontakt hat deine Mannschaft also noch drei volle Berührungen, und der Blockspieler darf den Ball selbst als Erster wieder spielen. Block, Feldabwehr, Zuspiel, Angriff sind vier Ballberührungen, drei Mannschaftsberührungen und vollkommen legal.

Die Falle steckt in der Frage, ob es überhaupt ein Block war: nur wer nah am Netz höher reicht als die Netzoberkante, blockt; wer mit den Händen unter der Netzkante abstoppt, macht ganz normal die erste Mannschaftsberührung — wo diese Grenze genau verläuft, steht in zählt ein Block als Ballberührung. Achtung: im Beachvolleyball ist diese Regel umgedreht, dort zählt eine Blockberührung sehr wohl als Mannschaftsberührung.

Ausnahme 2: zwei Mitspieler gleichzeitig sind zwei Berührungen

Diese Ausnahme bekommt viel weniger Aufmerksamkeit als die Blockregel, obwohl sie mitten im Ballwechsel genauso hart zählt. Berühren zwei Mitspieler den Ball gleichzeitig, zählt das als zwei Berührungen — der Block ausgenommen. Deine Annahmespielerin und dein Libero hechten gemeinsam zu demselben Ball, beide berühren ihn, der Ball geht nach oben: schlagartig sind zwei deiner drei Berührungen weg. Die eine, die übrig bleibt, muss den Ball über das Netz bringen. In der Praxis heißt das, dass dein Angreifer einen Ball schlagen muss, den ihm niemand gestellt hat.

Zwei dazugehörige Regeln machen das Bild komplett, und die fallen zu deinen Gunsten aus:

Eines sagen die Spielregeln hier nicht: ob einer dieser beiden Spieler den letzten Ball selbst nehmen darf. Beim Block steht es wörtlich dabei: die erste Berührung nach dem Block darf von jedem Spieler ausgeführt werden, auch vom Blockspieler. Bei einer gleichzeitigen Berührung zweier Mitspieler fehlt so ein Satz. Verlass dich also nicht darauf und regelt es auf der sicheren Seite: nach einem doppelten Hechter nimmt ein dritter Spieler den Ball. Diese Absprache kostet nichts und verhindert eine Diskussion beim Satzball.

Ausnahme 3: gleichzeitig über dem Netz zählt für niemanden

Drücken dein Angreifer und ihr Blockspieler gleichzeitig gegen denselben Ball über dem Netz, ist das weder ein geführter Ball noch eine Doppelberührung, sondern ein Joust. Die Berührung zählt für keine der beiden Mannschaften als Berührung. Fällt der Ball danach auf deine Seite herunter, beginnt deine Mannschaft mit drei frischen Berührungen — auch wenn du vor diesem Joust schon zweimal gespielt hattest.

Daran hängt eine Konsequenz, die am Spielfeldrand oft für Gemurre sorgt: geht der Ball aus diesem Kräftemessen außerhalb des Feldes zu Boden, ist das der Fehler der Mannschaft auf der anderen Netzseite. Fliegt er also über deine Grundlinie, gehört der Punkt dir. Wie du so ein Duell gewinnst und wer den zurückfallenden Ball auffängt, steht in was ist ein Joust.

Ausnahme 4: der erste Ball darf mehrere Körperteile berühren

Bei der ersten Berührung deiner Mannschaft — der Annahme oder der ersten Feldabwehr — darf der Ball in ein und derselben Aktion mehrere Körperteile nacheinander berühren. Ein harter Aufschlag, der von den Unterarmen gegen die Schulter springt und dann nach oben geht, ist also eine Berührung und kein Fehler.

Achte genau darauf, was hier steht, denn dieser Satz wird oft falsch gelesen: es geht um eine Aktion, nicht um zwei Chancen. Spielst du den ersten Ball, kommt er nach oben zurück und spielst du ihn erneut, sind das zwei getrennte Aktionen und damit eine Doppelberührung. Die Ausnahme verzeiht eine unsaubere Berührung, keinen zweiten Versuch. Wie Schiedsrichter diese Grenze beurteilen und wo der geführte Ball anfängt, liest du in Doppelberührung und andere technische Fehler. Für Zuspieler gehört das passende Detail dazu: beim oberen Zuspiel müssen beide Hände den Ball gleichzeitig berühren, sonst ist auch das eine Doppelberührung.

Rechne mit: sechs Situationen, wie viele Berührungen hast du noch?

  1. Dein Block berührt den Ball, er fällt hinter dich, der Libero wehrt ab. Der Block zählte nicht, die Abwehr ist Berührung eins. Du hast noch zwei. Zuspiel und Angriff passen genau hinein.
  2. Annahmespielerin und Libero hechten gemeinsam und berühren den Ball beide. Zwei Berührungen. Du hast noch eine, und die muss über das Netz. Lass sie einen dritten Spieler nehmen.
  3. Zwei Spieler hechten, nur der Libero berührt den Ball, sie stoßen zusammen. Eine Berührung, kein Fehler für den Zusammenstoß. Du hast noch zwei.
  4. Dein Angreifer und ihr Blockspieler drücken gemeinsam über dem Netz, der Ball fällt auf deine Seite. Null Berührungen verbraucht. Du beginnst neu mit drei.
  5. Der Aufschlag springt von deinen Unterarmen gegen die Schulter und geht nach oben. Eine Berührung, denn es war eine Aktion. Du hast noch zwei.
  6. Du spielst den ersten Ball, er kommt direkt zu dir zurück und du bist der Einzige, der drankommt. Du darfst ihn nicht spielen. Lass ihn fallen und verliere einen Punkt, oder spiel ihn und verliere denselben Punkt plus dein Rechthaben.

Geh diese Liste einmal mit deiner Mannschaft in der Kabine durch, bevor du sie auf dem Feld trainierst. Fünf Minuten, und sie erspart dir eine ganze Saison lang fragende Blicke Richtung Bank nach einem Pfiff.

Bei den Jüngsten gelten andere Zahlen

Für Kinder wird die Regel bewusst angepasst, denn drei Berührungen mit einem Ball zu spielen, den man noch nicht kontrolliert, ist kein Spiel, sondern eine Lotterie. Auf den untersten Stufen der meisten Minivolleyball-Programme darf der Ball deshalb noch gefangen und hinübergeworfen werden, und das Spiel steigert sich Stufe für Stufe über das Aufsetzenlassen bis zum echten Spielen. Auf manchen Zwischenstufen ist dreimal Spielen sogar Pflicht, genau um zu verhindern, dass der stärkste Spieler alle Bälle allein über das Netz legt.

Welche Stufen das sind, wie sie heißen und wo die Grenze liegt, ist von Verband zu Verband verschieden: jedes Land hat seinen eigenen Aufbau und seine eigenen Bezeichnungen dafür. Prüf es immer in der Ordnung deines eigenen Verbands und der Klasse, in der du spielst, denn auch Feldmaß und Netzhöhe hängen daran. Wie so ein Stufenaufbau im Detail aussehen kann, ist beispielhaft in den Minivolleyball-Regeln ausgearbeitet. Überall gleich ist dagegen: sobald eine Mannschaft auf dem vollen Feld spielt, gelten die normalen drei Berührungen und die normale Doppelberührungsregel — den vollständigen Rahmen findest du in alle Volleyballregeln auf einen Blick.

Deine Mannschaft darf dreimal spielen, tut es aber nicht

Jetzt kommt der Teil, an dem die Regel zur Trainerarbeit wird. Bei vielen Anfängermannschaften geht ein großer Teil der Bälle mit einer einzigen Berührung zurück über das Netz. Trainer nennen das faul oder bequem. Das ist es fast nie. Es ist Angst, und die lässt sich sehr genau benennen.

Ein Spieler, der den Ball direkt zurückschlägt, umgeht in diesem einen Moment vier Risiken gleichzeitig: die Gefahr, dass seine Annahme den Zuspieler nicht erreicht, die Gefahr, dass er rufen muss, dass er ihn nimmt, die Gefahr, dass ein Mitspieler ihn danach verdirbt, und die Gefahr, dass der Ball doch wieder bei ihm landet, obwohl er ihn nicht mehr berühren darf. Über das Netz zu schlagen beendet all das auf einen Schlag: der Ball ist weg und nicht mehr sein Problem. Für einen unsicheren Spieler ist das keine Faulheit, sondern die rationale Entscheidung.

Miss es erst, bevor du es reparierst. Führ einen Satz lang eine Strichliste, wie viele Ballwechsel deine Mannschaft mit einer, mit zwei und mit drei Berührungen abschließt. Das ist deine Ausgangsmessung, und die sagt mehr als jeder Landesdurchschnitt — vergleich sie in vier Wochen mit sich selbst. Erfasst du deine Spiele in Koach, siehst du in demselben Satz auch, wie die Gegenpunkte entstehen: durch einen guten Angriff des Gegners oder durch einen eigenen Fehler. Leg das neben deine Strichliste.

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Die Übung, die es umdreht

Eine Spielform, in der drei Berührungen Pflicht sind, ist der kürzeste Weg. So baust du sie auf, damit sie auch wirklich funktioniert:

  1. Drei gegen drei auf drei Vierteln des Feldes, acht Minuten. Ein Ballwechsel, der mit weniger als drei Berührungen zurückkommt, ist Punkt für den Gegner. Nicht korrigieren, einfach den Punkt geben — die Regel erzieht von selbst.
  2. Erste drei Minuten: die zweite Berührung darf gefangen und hochgeworfen werden. Das klingt nach Schummeln und ist der Schlüssel. Die zweite Berührung ist die Stelle, an der es schiefgeht, und solange die Angst macht, geht der erste Ball weiter über das Netz. Nimm diese Stütze danach wieder weg.
  3. Weise den zweiten Ball zu. Legt pro Dreiergruppe fest, wer ihn nimmt, damit niemand entscheiden muss, während der Ball in der Luft hängt. Zögern kostet hier mehr Bälle als Technik.
  4. Drei Rufe, mehr nicht. „Ich" von der Annahmespielerin, „meiner" von dem, der den zweiten Ball nimmt, „hier" vom Angreifer. Bleibt es still, zählt der Ballwechsel nicht, auch wenn er gut lief. Weitere Formen dafür stehen in Kommunikationsübungen.
  5. Schließ mit vier gegen vier ohne Pflicht ab, vier Minuten. Jetzt ist wieder alles erlaubt. Du willst sehen, ob das Verhalten bleibt, wenn der Zwang wegfällt — das ist der einzige Test, der zählt.

Zweimal pro Woche zwölf Minuten, vier Wochen lang. Bei erwachsenen Anfängern dauert es meist länger als bei Kindern, weil sich das Risiko, das sie umgehen, größer anfühlt; der passende Ansatz steht in Übungen für erwachsene Anfänger. Geht der erste Ball trotz allem weiter über das Netz, sitzt das Problem einen Schritt früher: dann ist die Annahme nicht stabil genug, um sich eine zweite Berührung zuzutrauen, und deine Zeit gehört in Annahmeübungen statt in Spielformen.

Kernpunkt: drei Berührungen sind ein Recht, keine Pflicht — und genau deshalb nutzen unsichere Mannschaften nur eine davon. Wer die Zahl der Berührungen erhöhen will, sollte nicht die Regel erklären, sondern die zweite Berührung sicher machen: ein zugewiesener Spieler, ein Ruf und vier Wochen eine Spielform, in der weniger als drei Berührungen einen Punkt kosten.

Häufige Fragen

Wie oft darf man den Ball beim Volleyball berühren?

Eine Mannschaft darf den Ball höchstens dreimal berühren, bevor er zurück über das Netz muss, und derselbe Spieler darf ihn nicht zweimal hintereinander spielen. Eine Blockberührung zählt dabei nicht als Mannschaftsberührung. Mit weniger als drei Berührungen zurückzuspielen ist immer erlaubt.

Zählt ein Block als eine der drei Ballberührungen?

Nein. Nach einer Blockberührung hat deine Mannschaft noch drei volle Berührungen, und der Blockspieler darf den Ball danach selbst als Erster wieder spielen. Block, Abwehr, Zuspiel und Angriff sind also legal. Im Beachvolleyball ist es umgekehrt: dort zählt der Block mit.

Was passiert, wenn zwei Mitspieler den Ball gleichzeitig berühren?

Dann zählt das als zwei Berührungen und deine Mannschaft hat noch eine übrig, die den Ball über das Netz bringen muss. Greifen zwei Spieler nach dem Ball, berührt ihn aber nur einer, ist es eine Berührung. Ein Zusammenstoß ohne Ballberührung ist kein Fehler.

Darf man den Ball mit einer Berührung über das Netz zurückspielen?

Ja, das ist erlaubt: drei Berührungen sind ein Maximum und kein Minimum. Taktisch ist es meist schwach, weil du dem Gegner einen leicht zu verteidigenden Ball ohne Angriffsdruck gibst. Mach es nur bewusst, zum Beispiel als kurzen Lob in eine Lücke, sobald du siehst, dass der Gegner noch nicht steht.

Darf man den Ball zweimal berühren, wenn sonst niemand drankommt?

Nein. Zwei aufeinanderfolgende Berührungen durch denselben Spieler sind eine Doppelberührung, auch wenn es die einzige Möglichkeit ist, den Ball zu retten. Die einzigen Ausnahmen sind eine Berührung direkt nach dem eigenen Block und mehrere Körperteile innerhalb einer Aktion bei der ersten Mannschaftsberührung.

Dürfen Kinder den Ball öfter berühren oder fangen?

Auf den untersten Minivolleyball-Stufen darf der Ball noch gefangen und hinübergeworfen werden, und auf manchen Zwischenstufen ist dreimal Spielen sogar Pflicht. Welche Stufen das sind, unterscheidet sich je nach Verband und Land, also prüf es in der Ordnung deines eigenen Verbands und deiner Klasse.

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