Blockout schlagen: aus engem Zuspiel doch punkten
Der Block steht groß, das Zuspiel liegt eng am Netz und nirgends ist Platz, um daran vorbeizuschlagen. Die meisten Angreifer donnern dann dagegen und verlieren den Punkt. Ein Angreifer, der den Blockout beherrscht, nutzt genau diese Hände, um den Ball ins Aus zu lenken.
Was ein Blockout ist
Bei einem Blockout triffst du den Ball so, dass er gegen die äußere Hand des Blocks kommt und von dort nach außen, über die Seitenlinie oder über die Antenne hinaus aus dem Feld fliegt. Das ist kein Fehler von dir: der Ball ist über den Gegner ins Aus gegangen, also gehört der Punkt deinem Team. Im Hallenjargon hört man dafür auch „vom Block abspielen“ oder schlicht „die Hände suchen“.
Es ist also eine Angriffsentscheidung, kein Zufall. Und es ist die beste Option in genau den Situationen, in denen ein normaler Schmetterschlag die schlechteste ist: ein enges Zuspiel, ein großer Block oder ein Angreifer, der in diesem Moment nicht über den Block kommt. Während ein Lob oder Roll-Shot den Raum hinter dem Block sucht, nutzt der Blockout den Block selbst.
Wann wählst du ihn
- Das Zuspiel liegt innerhalb eines halben Meters zum Netz. Darüber schlagen geht nicht, daneben ist zu riskant, also suchst du die Hände.
- Der Block steht groß und geschlossen. Zwei oder drei Händepaare über dem Band, keine Lücke zum Durchschlagen.
- Du steckst auf der Außenposition fest. Von Position 4 und 2 aus hast du eine Seitenlinie direkt neben dir — das kürzeste Stück Aus, das es gibt.
- Die Abwehr steht perfekt. Wenn jeder Winkel gedeckt ist, ist der Ball über den Block nach außen oft die einzige verbleibende Lücke.
Was du nicht tust: den Blockout zur Standardlösung machen. Ein Blockspieler, der merkt, dass du immer die Außenhand suchst, zieht seine äußere Hand nach innen und dreht sie ein — dann fliegt der Ball genau schön ins Feld. Die Waffe funktioniert, weil sie eine von drei Optionen ist.
Die Technik: Kontakt an der Seite des Balls
Anlauf, Sprung und Armzug bleiben exakt dieselben wie bei einem normalen Schmetterschlag. Der Unterschied steckt in der letzten Zehntelsekunde:
- Sieh auf die Hände, nicht auf das Feld. Suche während deines Sprungs die äußere Blockhand des Gegners — das ist dein Ziel.
- Triff den Ball an der Innenseite. Von Position 4 heißt das: deine Hand kommt an die rechte Seite des Balls (Rechtshänder) und wischt nach links außen. Du schiebst den Ball also seitwärts Richtung Seitenlinie.
- Schlage nach oben und nach außen, nicht nach unten. Das ist kontraintuitiv. Ziele auf die Oberkante der Blockhände oder knapp darüber, mit flacher oder leicht steigender Bahn. Schlägst du nach unten gegen die Hände, prallt der Ball nach unten ab und fällt in dein eigenes Feld.
- Lass das Handgelenk mitdrehen. Die Hand rollt über die Seite des Balls und lenkt ihn nach außen — dieselbe Bewegung wie bei einem Cross-Schlag, nur extremer.
Der größte Denkfehler von Anfängern ist, zu weich zu schlagen. Ein Blockout braucht Tempo: der Ball muss weit genug abprallen, um hinter dem Blockspieler die Seitenlinie zu passieren. Ihn sanft gegen die Hände zu legen ergibt einen leicht zurückfallenden Ball, den der Block einfach wegdrückt.
Die Regeln, auf die du achten musst
Drei Dinge sind gut zu wissen. Erstens: eine Blockberührung zählt nicht als Teamberührung, der Gegner darf nach deinem Blockout also weiterhin dreimal spielen — er hat das Recht, den Ball zu retten, und das passiert regelmäßig. Zweitens: ein Ball, der die Antenne berührt, ist sofort aus, und dann gehört der Punkt dir, sobald er von ihren Händen kam. Drittens gilt die normale Netzregel: deine Hand darf nach dem Kontakt über das Netz ausschwingen, aber du darfst das Netz nicht berühren. Alle Feinheiten stehen in den Netzfehlerregeln.
Zweifelsfälle gibt es auch: berührt dein Ball den Block und geht dann ins Aus, achtet der Schiedsrichter darauf, wer ihn zuletzt berührt hat. Genau deshalb ist ein Blockout mit Tempo besser als ein weicher: es gibt keinen Zweifel an der Berührung.

So trainierst du ihn
- Stehender Block auf einer Erhöhung: stelle einen Spieler auf einen Kasten ans Netz, mit den Händen an einer festen Stelle und der Vorgabe, sie nicht zu bewegen. Der Angreifer schlägt aus einem angeworfenen Ball bewusst gegen die äußere Hand.
- Ziel auf der Hand: klebe ein farbiges Stück Tape auf den Daumen der äußeren Blockhand. Der Punkt zählt nur, wenn der Ball diese Seite trifft.
- Enges Zuspiel mit Auftrag: der Trainer wirft bewusst Bälle auf fünfzig Zentimeter zum Netz. Es gibt nur eine erlaubte Lösung: Blockout oder ein weicher Ball, niemals voll durchschlagen.
- Im Ballwechsel: eine Spielform, in der ein Blockout doppelt zählt, damit Angreifer ihn suchen statt ihn zu meiden.
Miss danach ehrlich, ob es sich lohnt. Wer die Punktarten pro Ballwechsel in einer App wie Koach festhält, sieht, dass ein Blockout in der Statistik genauso schwer wiegt wie ein knallharter Kill — eine Erkenntnis, die Angreifer überraschend schnell davon überzeugt, den schlauen Ball zu wählen.
Die Kehrseite: was der Block dagegen tut
Gute Blockspieler wissen das natürlich auch. Sie drehen ihre äußere Hand nach innen („die Hand eindrehen“) oder setzen sie ein Stück weiter außen an den Ball, sodass ein Blockout-Versuch gerade ins Feld zurückprallt. Erkennst du das, ist der Gegenzug simpel: schlage wieder durch die Hände hindurch oder über den Block, denn eine eingedrehte Hand bietet weniger Blockfläche. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, und darin gewinnt der Angreifer, der zwei Optionen wirklich beherrscht. Wie der Block auf der anderen Netzseite denkt, liest du bei Blocken im Volleyball.
Häufige Fragen
Ist ein Blockout ein Punkt für den Angreifer?
Ja. Geht der Ball über den Block des Gegners aus dem Feld, war der Gegner die letzte Berührung und der Punkt gehört dir. In der Statistik zählt er als Angriffspunkt, genau wie ein normaler Kill.
Muss man bei einem Blockout nach oben oder nach unten schlagen?
Nach oben oder flach. Schlägst du nach unten gegen die Hände, prallt der Ball nach unten in dein eigenes Feld. Ziele auf die Oberkante der Blockhände oder knapp darüber, mit Tempo und einer seitlichen Wischbewegung nach außen.
Warum kommt mein Blockout immer wieder in mein eigenes Feld zurück?
Meist, weil du zu weich triffst oder zu steil nach unten schlägst. Ein Blockout braucht Tempo, um hinter dem Blockspieler an der Seitenlinie vorbeizukommen. Triff den Ball an der Innenseite und wische ihn nach außen, statt ihn flach gegen die Hände zu legen.
Darf der Gegner den Ball nach einem Blockout noch retten?
Ja, solange der Ball noch nicht im Aus war. Eine Blockberührung zählt nicht als Teamberührung, sein Team darf danach also noch dreimal spielen und auch außerhalb des Feldes hinter dem Ball her.


