Wo der Libero hingehört, warum er nie aufschlägt und wie Koach den Wechsel inzwischen selbst übernimmt — samt Lehrgeld.
Bei jeder Rotation geht der Libero rein oder raus, und mitten im Ballwechsel denkt kein Trainer darüber nach — bis der zweite Schiedsrichter den Arm hebt. Der Liberowechsel ist der einzige Wechsel, den du den ganzen Satz über machst, ohne dass er mitzählt, und genau deshalb verzählt sich eine App daran so leicht.
Dennis Boekhout erklärt, warum Koach diesen Wechsel inzwischen selbst macht, warum die Startsechs bewusst ohne Libero auf dem Feld steht und welchen Fehler ihm die App zuerst selbst serviert hat.
„Weil es der einzige Wechsel ist, der sich nicht wie einer anfühlt. Einen normalen Wechsel machst du bewusst — du hebst die Hand, du schickst jemanden rein, alle sehen es. Der Libero geht bei jeder Rotationsrunde rein und raus, ohne dass irgendjemand etwas dafür tut. Bei mir läuft das auf Autopilot, und genau so etwas vergisst man einzutippen.“
„Ins Hinterfeld, auf Position 5 oder 6. Er kommt für den Mittelblocker, der hinten steht. Sobald dieser Mittelblocker nach vorn rotiert, muss der Libero raus und der Mittelblocker kommt einfach zurück.“
„Position 1 ist bewusst keine Liberoposition, denn das ist die Aufschlagposition. Der Libero darf nicht aufschlagen. Landet der Spieler, den er ersetzt, dort, steht der Libero draußen und der Mittelblocker schlägt selbst auf. Das ist keine App-Regel, das ist das Regelwerk — die App hat nur darauf zu hören.“
„Eine Zeit lang nicht. Die App ist der Rotation sauber gefolgt: alle rücken eine Position weiter. Nur gilt das für sechs Feldspieler, und der Libero ist der siebte Mann. Der ist also fröhlich mit nach vorn gerutscht.“
„Dann stand mein Libero laut App auf Position 3, direkt am Netz. Das ist ein Stellungsfehler. Und das Ärgerlichste: nichts hat aufgeleuchtet. Die App hat mir eine Aufstellung hingelegt, die in der Halle ein Punkt gegen uns gewesen wäre.“
„Über ein fortgesetztes Spiel. Hast du die App zwischendurch geschlossen und später weitergemacht, wusste sie nicht mehr, wer der Libero war. Dann stand der automatische Wechsel still, und ohne ihn rotiert der Libero eben mit. Jetzt greift sie auf den Libero des Teams zurück, damit ist die Lücke zu.“
„Und steht er trotzdem vorn — Position 2, 3 oder 4 — setzt die App einen roten Hinweis daneben, dass das ein Stellungsfehler ist. Lieber eine Warnung zu viel als eine App, die schweigend zuschaut, wie du etwas machst, das nicht erlaubt ist.“
„Stimmt, und das ist Absicht. Das Feld zeigt die Startsechs, und das sind genau die sechs Namen, die auf den Aufstellungszettel kommen, den du vor dem Satz abgibst. Dein Libero gehört da nicht dazu.“
„Du wählst ihn in der Zeile darunter, neben deinem Zuspieler. So bleibt das Feld die Aufstellung, die du dem Schiedsrichter gibst, und der Libero kommt beim ersten Aufschlag von selbst rein.“
„Ja, du klappst unter dem Feld alle sechs Rotationen aus. Das ist der ruhigste Moment meiner Woche: du siehst, welcher Mittelblocker wo steht, und damit auch, wo dein Libero später rein- und rausgeht. In der Halle hast du diese Zeit nicht.“
„In diesen Kärtchen stehen immer die sechs Feldspieler. Der Libero steht darunter benannt, nicht in der Rotation selbst — denn er rotiert nicht mit, er ersetzt jemanden.“
„Es ist ein Detail, das jede Rotationsrunde vorbeikommt. Bei einer Rotation geht der eine Mittelblocker nach vorn, während der andere hinten ankommt. Drehst du die Reihenfolge um, wechselt der Libero zum falschen Spieler über — oder er steht kurz nirgends.“
„Also zuerst: steht er auf einer Position, auf die er nicht gehört? Raus, und der Spieler, den er ersetzt hat, kommt zurück. Erst dann schaut die App, ob jetzt ein Mittelblocker auf 5 oder 6 steht, für den er reinkommen kann. In dieser Reihenfolge stimmt es über alle sechs Rotationen.“
„Nein, und genau deshalb willst du ihn nicht von Hand machen. Nach den Regeln ist ein Liberowechsel kein Wechsel. Machst du ihn über das Wechselblatt, hättest du nach einer Rotationsrunde schon die Hälfte deiner sechs Wechsel verbraucht — für etwas, das gar kein Wechsel ist. [lacht]“
„Die sechs echten Wechsel führt die App getrennt mit, und bei sechs blockt sie den siebten ab. Der Liberowechsel läuft komplett an diesem Zähler vorbei.“
„In der Satzpause füllst du die sechs Positionen neu, wieder ohne Libero. Setzt du ihn trotzdem hin, sagt dir die App, dass diese Position besser an einen Feldspieler geht: er kommt beim Start von selbst für den hinteren Mittelblocker rein.“
„Und steht kein Mittelblocker auf 5 oder 6, meldet sie, dass dein Libero diesen Satz draußen bleibt. Das ist erlaubt, das ist kein Fehler, aber du willst es vor dem ersten Aufschlag wissen und nicht mittendrin.“
„Dann passiert nichts. Kein Libero, kein Liberowechsel: die sechs auf dem Feld sind die sechs im Spiel, den ganzen Satz. In der Jugend ist das öfter Regel als Ausnahme, also musste das funktionieren, ohne dass du erst etwas ausschalten musst.“
„Und wenn du einen benennst, aber selbst wechseln willst, schaltest du den Schalter aus und machst es von Hand, wie vorher. Das habe ich drin gelassen, weil nicht jeder Trainer dieselben Absprachen hat.“
„Dass er nichts merkt. Das ist der ganze Punkt. Du tippst den Punkt an, das Feld dreht sich, und der Libero steht, wo er hingehört. Kurz erscheint, wer rein- oder rausging, und ansonsten bist du mit deinem Spiel beschäftigt.“
„Und machst du den Punkt rückgängig, dreht sich der Wechsel mit zurück. Das war meine Bedingung. Ein automatischer Wechsel, den du nicht zurücknehmen kannst, ist keine Hilfe, das ist ein zweites Problem.“
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