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Volleyball-Begriffe von A bis Z: was rufen die da?

Du stehst zum ersten Mal an der Seitenlinie und es wird alles Mögliche gerufen: „lass!“, „kurz!“, „Pipe!“, „der ist aus!“. Niemand erklärt es, denn wer dort steht, weiß es längst. Und wenn du hinterher fragst, bekommst du eine Antwort, in der schon wieder drei neue Wörter stecken. Das hier ist die Liste, die dich auf der Tribüne, in der Halle oder hinter dem Schreibtisch in ein paar Minuten auf Stand bringt.

Lesezeit: 8 Min.

Warum diese Liste nicht alphabetisch ist

Ein Wörterverzeichnis beim A beginnt mit „Ass“ und endet bei „Zone“. Praktisch, wenn du das Wort schon kennst und nur die Bedeutung suchst. An der Seitenlinie hast du genau das umgekehrte Problem: du hörst etwas, weißt nicht einmal, wie es geschrieben wird, und drei Sekunden später ist der Ballwechsel vorbei. Deshalb steht unten alles in der Reihenfolge des Ballwechsels — zuerst die Rufe, die während des Spielens fallen, danach die Begriffe pro Moment: Aufschlag, Annahme, Zuspiel, Angriff, Block, Abwehr und zum Schluss die Verwaltung am Schreibtisch. Suchst du doch ein bestimmtes Wort, ist Strg+F (oder cmd+F auf einem Mac) schneller als jedes Alphabet.

Pro Begriff bekommst du ein bis zwei Sätze, und wo es eine ausführliche Erklärung gibt, einen Link. Das ist Absicht: das hier ist ein Startpunkt, kein Lehrbuch. Gedacht für alle, die gerade erst anfangen — ein Elternteil auf der Tribüne, ein neuer Spieler in einer Mannschaft, die schon drei Jahre zusammenspielt, oder die Helferin, die zum ersten Mal den Spielberichtsbogen ausfüllt.

Was während des Ballwechsels gerufen wird

Das ist die Gruppe, die nirgends beschrieben steht und die du am häufigsten hörst. Fast alle Rufe sind kurz — eine Silbe — und sie kommen immer vor dem Ballkontakt. Ein Ruf, der zeitgleich mit dem Ball fällt, ist zu spät und hat keinerlei Funktion mehr.

Von der Seite klingt es anders. „Position!“ heißt: geh zurück auf deinen Ausgangsplatz, bevor der Aufschlag kommt. „Wechsel!“ wird dem zweiten Schiedsrichter zugerufen, nicht den Spielern. Und das meistgenutzte Wort an einem Volleyballfeld ist schlicht „los“ — das muss man nicht übersetzen.

Kernpunkt: alle Rufe während eines Ballwechsels haben nur zwei Funktionen — wer spielt den Ball, und wo kommt er her. Hörst du etwas, das du nicht kennst, sortier es zuerst in eine dieser beiden Schubladen. Dann bleibt sehr wenig echtes Fachchinesisch übrig.

Aufschlag und Annahme: vom Aufwurf bis zur Naht

Aufschlag (englisch: serve) — der Ball, mit dem jeder Ballwechsel beginnt, von hinter der Grundlinie. Aufwurf (toss) — der Wurf, mit dem der Aufschläger den Ball in die Luft bringt; je ruhiger dieser Aufwurf, desto stabiler der Aufschlag. Mehr dazu in der Aufwurf beim Aufschlag.

Flatteraufschlag (float) — ein Aufschlag ohne Rotation, der unvorhersehbar flattert, wie ein Knuckleball. Siehe der Flatteraufschlag. Sprungaufschlag (jump serve) — der Aufschläger nimmt Anlauf und schlägt den Ball im Sprung; härter, aber mit mehr Risiko. Ass — ein Aufschlag, der direkt einen Punkt bringt; wie du das zählst, steht in Aufschlagstatistik und Asse.

Zone 1 bis 6 — die sechs Felder, in die das Spielfeld eingeteilt ist, benutzt um zu sagen, wohin jemand aufschlagen soll. „Auf die Sechs aufschlagen“ heißt also: gerade nach hinten, in die Mitte. Die Nummern stehen erklärt in die Positionsnummern.

Annahme (reception, serve receive) — das Annehmen des Aufschlags. Bagger — der erste Ballkontakt, meist mit zwei gestreckten Armen; die Technik heißt unteres Zuspiel oder Baggern. Spielbrett (platform) — die flache Unterseite deiner Unterarme, mit der du diesen Ball spielst; „richte dein Brett aus“ heißt: dreh deine Arme zum Ziel.

Naht (seam) — die gedachte Grenze zwischen zwei Annahmespielern, wo der Ball genau dazwischen fällt und ihn niemand nimmt. Ein beliebtes Ziel von Aufschlägern: auf die Naht aufschlagen. Stacken — die Annahmespieler so aufstellen, dass der Zuspieler frei läuft und nicht annehmen muss. Shank — eine Annahme, die völlig wegspringt, oft auf die Tribüne; kein offizieller Begriff, aber einer, den jeder versteht.

Das Zuspiel: Tempo, Shoot und Slide

Zuspiel (set) — der zweite Ballkontakt, mit dem der Ball für den Angreifer bereitgelegt wird. Der Spieler, der das macht, ist der Zuspieler (setter).

Erstes Tempo (quick oder one) — ein schneller, flacher Ball, bei dem der Mittelangreifer schon in der Luft ist, bevor der Zuspieler spielt. Zweites und drittes Tempo sind die langsameren, höheren Varianten. Die ganze Einteilung steht in Angriffstempo und erstes Tempo.

Shoot — ein schneller, flacher Ball, der über eine große Distanz zur Netzaußenseite geschossen wird. Slide — der Mittelangreifer läuft hinter dem Zuspieler vorbei und springt von einem Bein ab, wie ein Korbleger im Basketball. Rückwärtszuspiel (backset) — der Zuspieler spielt den Ball rückwärts über den Kopf zum Angreifer hinter ihm.

Dump oder Zuspielerangriff — der Zuspieler spielt den zweiten Ball selbst über das Netz, statt ihn bereitzulegen; siehe der Setterdump. Out-of-System — die Annahme war so schlecht, dass der Zuspieler nicht herankommt und die Mannschaft improvisiert; was du dann machst, steht in Out-of-System spielen.

Der Angriff: Kill, Pipe und Blockout

Angriffsschlag oder Schmetterschlag (spike, attack) — den Ball im Sprung hart nach unten schlagen. Kill — ein Angriff, der direkt einen Punkt bringt. Wie viele deiner Angriffe ein Kill sind (abzüglich der Fehler), heißt die Angriffsquote.

Linie und diagonal — die zwei Hauptrichtungen eines Angriffs: entlang der Seitenlinie oder schräg durchs Feld. Die Wahl dazwischen ist ein Kapitel für sich, siehe Linie oder diagonal schlagen. Pipe — ein Angriff aus dem Hinterfeld durch die Mitte; die Erklärung steht in die Pipe.

Blockout (tool, wipe) — bewusst gegen die Hände des Blocks schlagen, damit der Ball ins Aus geht: Blockout schlagen. Tip, Lob und Roll Shot — weiche Varianten, bei denen der Angreifer platziert statt schlägt; siehe Lob und Tip.

Freier Ball (free ball) und Downball — zwei Arten leichter Bälle, die die Mannschaft zurückbekommt. Der Unterschied, und warum er zählt, steht in freier Ball und Downball.

Block und Abwehr: Touch, Joust und Dig

Block — der Sprung am Netz, mit dem du den Angriff zu stoppen versuchst. Read und Commit sind die zwei Arten, das zu tun: erst lesen und dann springen, oder vorher entscheiden. Der Unterschied steht in Read- oder Commit-Block.

Touch — eine Blockberührung. Zählt nicht als Ballkontakt, die Mannschaft darf danach also noch dreimal spielen. Joust — zwei Spieler drücken gleichzeitig gegen den Ball über dem Netz; was dann erlaubt ist, steht in der Joust.

Blocksicherung (cover) — die Spieler, die dicht hinter den eigenen Angreifer rücken, um den Ball aufzufangen, der vom Block zurückkommt; siehe den Angreifer sichern. Off-Blocker — der Angreifer auf der Seite, wohin der Ball nicht kommt, und der aus dem Netz aussteigt, um zu verteidigen: der Off-Blocker.

Dig — einen gegnerischen Angriff hochhalten. Auf Deutsch sagen wir meist einfach „abwehren“. Pancake — die flache Hand flach auf den Boden, sodass der Ball doch noch davon abspringt: der Pancake. Ballwechsel (rally) — alles zwischen dem Aufschlag und dem Punkt; ein langer Ballwechsel ist der Grund, warum Leute zum Volleyball kommen.

Pepper — das Einspielen zu zweit, bei dem ihr abwechselnd baggert, zuspielt und schlagt. Hörst du vor allem im Aufwärmen: Pepper.

Am Schreibtisch: die Begriffe auf dem Spielberichtsbogen

Rally Point — bei jedem Ballwechsel fällt ein Punkt, unabhängig davon, wer aufgeschlagen hat. Side-out — den Ballwechsel gewinnen, während der Gegner aufgeschlagen hat, wodurch du selbst das Aufschlagrecht zurückbekommst. Es ist zugleich die wichtigste Zahl des Spiels: die Side-out-Quote. Rotation — nach jedem Side-out dreht die ganze Mannschaft einen Platz im Uhrzeigersinn weiter; die Reihenfolge steht in die Rotationsreihenfolge.

Positionsfehler — im Moment des Aufschlags steht jemand nicht dort, wo er stehen müsste: Positionsfehler. Doppelberührung und vier Berührungen — zwei klassische technische Fehler, erklärt in Doppelberührung und technische Fehler. Netzfehler — ein Spieler berührt das Netz, während er den Ball spielt.

Libero — der Spieler im abweichenden Trikot, der nur hinten spielt und separat gewechselt wird. Was erlaubt ist und was nicht, unterscheidet sich in einigen Punkten je nach Verband und Altersklasse; die Übersicht steht in die Libero-Regeln. Auch die Anzahl erlaubter Wechsel pro Satz und der Umgang mit gelben und roten Karten ist nicht überall gleich — prüf das in der Spielordnung deines eigenen Verbandes und übernimm nichts aus einem ausländischen Video.

Punktart-Bildschirm in der Koach-App mit der Wahl zwischen Angriff, Block und Aufschlag nach einem Punkt
Die vier Wörter, mit denen ein Punkt festgehalten wird, sind dieselben vier, die du an der Seitenlinie hörst.

Hinter dem Schreibtisch begegnen dir dieselben Wörter, sobald du mehr festhältst als nur den Spielstand: jeder Punkt ist ein Angriff, ein Block, ein Ass oder ein Fehler des Gegners — genau die Einteilung von oben. Willst du wissen, wie der Bogen funktioniert, hilft den Spielberichtsbogen ausfüllen; die Spielregeln selbst stehen kompakt beisammen in der Spielregelüberblick und das Punktesystem in Punkte zählen.

Deutsch oder Englisch? In der Halle läuft es durcheinander

Volleyball ist eine Sportart mit amerikanischer und italienischer Geschichte, und das hört man. Manche Begriffe haben ein gutes deutsches Wort, das auch wirklich benutzt wird (Block, Annahme, Angriff, Zuspieler), bei anderen hat sich nie jemand die Mühe gemacht (Pipe, Slide, Joust, Pancake). Es gibt keine Regel; es hängt vom Verein, vom Trainer und von der Generation ab. Eine Trainerin, die selbst in einem Jugendkader war, ruft öfter Englisch als ein Vater, der vor drei Jahren mit einer Freizeitgruppe angefangen hat.

Vier Paare, die du in derselben Halle beide hören kannst: Set und Zuspiel, Dig und Abwehr, Kill und Punktangriff, Cover und Blocksicherung. Sie bedeuten dasselbe. Spielst oder trainierst du in einer internationalen Mannschaft, ist es praktisch zu wissen, dass die Positionen auf Englisch, Niederländisch und Spanisch wieder anders heißen — darum geht es in Koach auf Englisch.

Die fünf Begriffe, die am häufigsten falsch verstanden werden

  1. Side-out ist kein Angriff. Es ist das Ergebnis eines Ballwechsels, in dem der Gegner aufgeschlagen hat. Du kannst ihn mit einem Schmetterschlag gewinnen, genauso gut aber mit einem Aufschlagfehler des anderen.
  2. Ein Ass ist nicht zwingend unberührbar. Auch ein Aufschlag, der zwar berührt wird, aber direkt einen Punkt bringt, zählt in den meisten Zählweisen als Ass. Vereinbart, welche Definition ihr benutzt, bevor ihr zu zählen beginnt.
  3. Eine Blockberührung ist kein Ballkontakt. Nach einem Touch hat die Mannschaft weiterhin drei Kontakte. Das ist die Regel, über die auf der Tribüne am häufigsten falsch gerufen wird.
  4. Der Libero ist kein schwacher Spieler. Das abweichende Trikot bedeutet nicht „der darf nicht mitmachen“, sondern „das ist der Abwehrspezialist“.
  5. „Lass!“ ist eine Anweisung, keine Meinung. Wer es ruft, übernimmt die Verantwortung für die Entscheidung. Ruft jemand es zögerlich, nimmt der Annahmespieler den Ball doch noch — und genau so werden Punkte verschenkt.

Sitzt du danach noch mit einem Wort da, das du nicht einordnen kannst, frag einfach nach dem Spiel den Trainer. Es gibt keinen einzigen Volleyballbegriff, der sich nicht in zwei Sätzen erklären lässt — und den meisten Trainern ist es lieber, du fragst, als dass du vier Monate lang nickst. Willst du verstehen, was die Spieler auf dem Feld eigentlich tun, lies weiter in Volleyballpositionen erklärt; interessiert dich mehr das Erlernen selbst, ist Volleyballtechnik lernen der logische nächste Schritt.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Side-out“ im Volleyball?

Side-out ist das Gewinnen eines Ballwechsels, in dem der Gegner aufgeschlagen hat, wodurch du das Aufschlagrecht übernimmst. Auf Vereinsniveau ist es zugleich die wichtigste Zahl eines Spiels: eine Mannschaft, die ihre Side-outs stabil gewinnt, hält den Gegner von einer Serie ab.

Warum ruft man „lass“ und nicht einfach „aus“?

„Lass“ heißt wörtlich: lass ihn los, bleib weg. Das ist eine Anweisung an den Spieler, der sich schon zum Ball bewegt, und damit klarer als ein Urteil darüber, wo der Ball landet. „Aus“ hört man meist erst, nachdem der Ball gefallen ist, in Richtung Schiedsrichter.

Was ist der Unterschied zwischen einem Dig und einer Annahme?

Beides ist ein erster Ballkontakt, aber die Annahme ist das Annehmen des Aufschlags und ein Dig das Hochhalten eines Angriffs. Im Deutschen sagt man für beides oft einfach „baggern“ oder „abwehren“; die Statistik hält sie sehr wohl getrennt.

Muss ich diese Begriffe als Elternteil kennen?

Nein, aber es macht das Zuschauen deutlich angenehmer. Mit den zwölf Rufen aus der ersten Liste und den Begriffen Ass, Side-out und Rotation folgst du einem Spiel schon fast vollständig. Den Rest schnappst du von selbst auf.

Sind diese Begriffe überall gleich?

Die internationalen Begriffe (Ass, Side-out, Pipe, Libero) sind weltweit gleich, aber die deutschen Zurufe und die genaue Zählweise unterscheiden sich je nach Verein und Verband. Regeln rund um Wechsel, Libero und Karten können je nach Verband und Altersklasse abweichen, prüf die also immer in der eigenen Spielordnung.

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