Über den Unterschied zwischen Hinterher-Abhaken und Vorher-Wissen, wer kommt — und warum Koach niemanden zu einer Antwort zwingt.
Jeder Trainer kennt das Bild: ein Training für zwölf Leute geplant, und um Viertel nach sieben stehen sieben in der Halle. Zwei verletzt, zwei krank, einer schreibt Klausuren — und all das hörst du erst am Netz. Die Anwesenheit im Volleyballtraining erfassen die meisten sauber, aber eben hinterher: eine Liste, die festhält, was war, und nicht, was heute Abend passiert.
Dennis Boekhout (28) trainiert eine Jugendmannschaft und hat Koach gebaut, die App, in der sich Spieler selbst an- und abmelden. Ein Gespräch über Vorher-Wissen, über die, die nie antworten, und über den Abend, an dem Absagen die bessere Wahl ist.
„An einem Dienstagabend, vor zwei Saisons. Ich hatte ein Training für zwölf Leute aufgeschrieben: drei Reihen, Blockarbeit, Angriff außen. Um Viertel nach sieben standen sieben in der Halle. Zwei verletzt, zwei krank, einer hatte Klausurenwoche. Und das erfuhr ich genau dort, am Netz, während ich schon im Kopf alles umbaute.
„Das Ärgerliche ist nicht, dass sieben da sind. Sieben können ein hervorragender Abend sein. Das Ärgerliche ist, dass ich es um Viertel nach sieben erfahre und nicht um vier Uhr nachmittags. Um vier habe ich noch drei Stunden, um mir etwas anderes auszudenken.“
„Ja, hinterher. Ich habe nach dem Training abgehakt, wer da war. Das ist Buchhaltung, kein Werkzeug. Am Saisonende wusste ich genau, dass jemand bei 68 Prozent lag, und an diesem Dienstag selbst hat mir das kein Stück geholfen.
„Anwesenheit festhalten und wissen, wer kommt, sind zwei verschiedene Dinge. Das erste ist Geschichte, das zweite ist Planung. Ich hatte nur das erste und habe jahrelang geglaubt, das sei dasselbe.“
„Meistens in einem Rutsch. Wir trainieren dienstags und freitags, also legt man das als wiederkehrendes Training für die ganze Saison an. Danach stehen Trainings und Spiele im selben Kalender, getrennt in anstehend und gewesen, und diesen Kalender kannst du zusätzlich mit dem Kalender auf deinem Handy synchronisieren.
„Das klingt nach Verwaltung, ist aber die Voraussetzung für alles Weitere. Ein Spieler kann sich nur für einen Abend anmelden, den es gibt. Solange dein Training nur in einer Gruppenchat-Nachricht existiert, gibt es nichts, worauf er antworten könnte.“
„Weil der Knopf der einfache Teil ist. [lacht] Ein Spieler öffnet das Training und sieht zwei Schaltflächen: Ich komme und Ich kann nicht. Mehr nicht. Tippst du auf Ich kann nicht, fragt die App ‚Warum kannst du nicht?‘ und darunter steht ‚Grund (optional)‘.
„Dieses Wort optional ist der ganze Entwurf. Dazu gibt es eine Notizzeile, die zu jedem Status passt, nicht nur zur Absage. Wer kommt, will manchmal auch etwas loswerden: Ich komme ein bisschen später. Das fehlte anfangs, und das war schlicht mein Fehler.“
„Der soll nicht zwanzigmal tippen müssen. Ganz oben steht eine Schaltfläche: für alle Trainings anmelden. Einmal zu Saisonbeginn, und danach muss er sich nur noch melden, wenn er ausnahmsweise nicht kann.
„Und in derselben Liste steht hinter jedem Training schon, wie viele da sind. Der Spieler sieht diesen Zähler genauso wie ich. Das ist mir wichtig: Es ist kein Kontrollinstrument nur für den Trainer, es ist einfach eine Information über euren eigenen Dienstagabend.“
„Weil eine erzwungene Antwort keine Information ist, sondern Rauschen. Wenn du jemanden zwingst, am Dienstag schon für nächste Woche Ja oder Nein zu sagen, bekommst du eine Vermutung. Und eine Vermutung, die in deiner App steht, ist schlimmer als ein leeres Feld — ein leeres Feld siehst du wenigstens.
„Deshalb habe ich diesen dritten Zustand sichtbar gemacht statt ihn wegzuräumen. Wer nichts eingetragen hat, steht ganz normal in der Liste, unten, mit dem Hinweis, dass keine Antwort da ist. Das ist kein Vorwurf, das ist einen Anruf wert. Meistens sind es dieselben zwei, und meistens kommen sie einfach.“
„Eine Karte, die ‚Wer kommt?‘ heißt, mit dem Zähler darüber: so viele von so vielen anwesend. Alle stehen drauf, nach Antwort sortiert: erst wer kommt, dann wer zuschaut, dann wer abgesagt hat, und ganz unten die, die noch nichts gesagt haben.
„Eines sehen sie nicht: die Gründe der anderen. Wer tippt, warum er nicht kann, tippt das für seinen Trainer, nicht für dreizehn Mannschaftskameraden. Deinen eigenen Grund siehst du, den eines anderen nie. Das ist keine technische Grenze, das ist eine Entscheidung — und die, über die ich am längsten nachgedacht habe.“
„Dieselben Namen, aber mit drei Schaltflächen pro Spieler: anwesend, zu spät, abwesend. Die mittlere ist die wichtigste und zugleich die, die man am wenigsten errät, also steht eine Legende über der Liste. Zu spät zählt als anwesend — er war da, nur später.
„Und es gibt die Schaltfläche Alle anwesend. Sie setzt alle, die noch nichts eingetragen hatten, auf anwesend und lässt den Rest so, wie er war. Wer sich selbst abgemeldet hat, bleibt abgemeldet. In der ersten Fassung hat dieser Knopf alles überschrieben, und damit löschte ein Fingertipp die ehrlichste Information, die du hattest.“
„Indem man nicht in Übungen denkt, sondern in Blöcken, die man dehnen oder zusammenklappen kann. Ein Blockteil mit drei Reihen wird bei sieben Leuten zu zwei Reihen und einer zusätzlichen Aufschlagrunde. Fest steht das Thema des Abends, nicht die Zahl der Felder.
„Und ehrlich: Der Gewinn ist keine schlaue Funktion, der Gewinn ist der Zeitpunkt. Um vier Uhr zu wissen, dass ihr zu siebt seid, ist ein völlig anderer Abend, als um Viertel nach sieben festzustellen, dass ihr zu siebt seid. Dieselben sieben Spieler, ein ganz anderes Training.“
„Bei meiner Mannschaft liegt die Grenze bei sechs. Unter sechs kannst du nichts Spielnahes mehr machen, dann trainierst du etwas anderes als geplant. Aber das ist meine Grenze bei meinem Kader; ein Jugendteam von zehn kann mit sechs einen guten technischen Abend machen. Das muss jeder selbst festlegen.
„In der App sind Absagen und Löschen bewusst zwei verschiedene Dinge. Löschen nahm die komplette Anwesenheitsliste mit, samt Bewertungen. Absagen lässt alles stehen und nimmt den Abend nur aus deiner Anwesenheitsquote heraus, mit einem Hinweis, dass er nicht zählt. Und es ist umkehrbar: Es gibt eine Schaltfläche, um das Training wieder anzusetzen.“
„Jetzt schon. Lange war das die wichtigste fehlende Benachrichtigung der ganzen App: Ich sagte um fünf das Training um halb acht ab, sah auf meinem Bildschirm ein grünes Häkchen, und niemand hörte etwas. Dabei hatte das halbe Team am Abend zuvor noch ‚Morgen Training um 19:30‘ bekommen. Darauf fahren Leute in eine leere Halle.
„Jetzt geht sofort die Nachricht raus, dass das Training an diesem Datum abgesagt ist. Es ist die einzige Meldung, die abends noch durch die Ruhezeit darf. Wer um zehn hört, dass morgen nichts stattfindet, hat etwas davon. Und weil der Abend nicht in die Zahlen eingeht, kostet er niemanden seine Quote. Genau so gehört es sich: Ein abgesagtes Training ist keine Abwesenheit.“
Leg dein Team in Koach an, plane deine Trainings und lass die Spieler sich selbst an- und abmelden. Du siehst den Stand, lange bevor du die Halle betrittst.
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