Entwickler Dennis Boekhout über Eigentum an Teamdaten: wer Zugriff auf die App hat, was ein Vorstand sieht und was passiert, wenn eine Trainerin aufhört.
Wer als Vorstand zwölf Jugendmannschaften in eine App bringen will, fängt selten bei den Funktionen an. Er fängt bei der Frage an, über die niemand einen Prospekt schreibt: Wem gehören die Teamdaten am Ende eigentlich? Wer kommt an die Namen, die Jahrgänge und die Zahlen fremder Kinder — und was bleibt davon übrig, wenn der Trainer im Juni geht oder der Entwickler in drei Jahren aufhört?
Dennis Boekhout hat Koach als Trainer gebaut, nicht als Jurist. Im Gespräch erklärt er in normaler Sprache, wie Eigentum in der App geregelt ist, wo die Grenze zwischen Verein und Trainer verläuft — und was er nicht versprechen kann.
„Ein Trainer fragt, ob er damit seine Aufstellung bauen kann. Ein Vorstand fragt, wem die Daten dann gehören. Das ist die deutlich bessere Frage, und ich verstehe genau, warum sie kommt. So jemand steckt nicht sein eigenes Team in eine App. Er steckt die Kinder anderer Leute in die App von einem Typen, den er nie gesehen hat.
„Deshalb erkläre ich das zuerst, bevor ich auch nur ein Wort über Funktionen verliere. Wenn dieser Teil nicht stimmt, ist der Rest egal.“
„Dem Team, und ein Team hat genau einen Eigentümer. In deinem Profil stehen deine Teams untereinander, und an dem Team, das dir gehört, klebt das Label ‚Eigentümer‘. Darunter die Trainer, darunter die Eltern mit Zugang. Im Demoteam Men’s 1 siehst du das sofort: der Eigentümer oben, ein zweiter Trainer direkt darunter.
„Der Eigentümer ist derjenige, der die unumkehrbaren Dinge tun darf. Ein Konto trennen, das Team löschen, das Team übergeben. Ein zweiter Trainer kann alles, was du an einem Trainingsabend brauchst, aber er kann nicht die Tür aus den Angeln heben. Das ist eine Entscheidung, keine vergessene Funktion.“
„Dann übergibt er das Team. Unten auf derselben Karte steht ‚Team übergeben‘, darunter die Namen der Trainer, die schon im Team sind. Du tippst auf einen Namen, und die App fragt es wörtlich nach: dieses Team an diese Person übergeben, danach bist du kein Mitglied dieses Teams mehr.
„Genau dieser letzte Satz ist der Punkt. Das Team bleibt vollständig — Spieler, Trainings, Spiele, die Zahlen aus drei Saisons — und der scheidende Trainer verliert seinen Zugang. Das Team zieht nicht mit dem Trainer um; der Trainer steigt aus dem Team aus.“
„Dann hast du ein Problem, und das rede ich nicht schön. Der Knopf liegt beim Eigentümer. Steht sonst niemand in diesem Team, kann ein Vorstand es nicht einfach übernehmen.
„Deshalb ist mein Rat an jeden Verein langweilig und einfach: Setz vom ersten Tag an einen zweiten Trainer in jedes Team. Dauert dreißig Sekunden und ist genau die Versicherung, die du brauchst, wenn jemand mitten in der Saison nicht mehr reagiert.“
„Nur wen du eingeladen hast. In der Spielerliste siehst du bei jedem, woran du bist: ein gelbes ‚Eingeladen‘ heißt, die Einladung ist raus, ein schwarzer Haken heißt, da hängt wirklich ein Konto dran. Im Demoteam hat Ruben Visser diesen Haken, die anderen stehen noch auf eingeladen.
„Und wer verknüpft ist, sieht sein eigenes Ding. Seine Anwesenheit, seine Punkte, sein nächstes Training. Nicht das seiner Mitspieler. Trennen kann übrigens nur der Eigentümer des Teams — auch das liegt mit Absicht bei einer Person.“
„Den bekommt er auch, auf Vereinsebene. Das Vereinsdashboard reiht die Zahlen pro Team auf: wie viele Spieler, wie viele davon ein verknüpftes Konto haben, die Anwesenheitsquote und was ansteht. Das ist, was ein Vorstand braucht, um zu sehen, wo es klemmt.
„Dazu kommt der Vereinsbericht, mit Sätzen, Siegen gegen Niederlagen, Anwesenheit und Topscorer pro Team. Und lies die Zeile darüber: ‚alle Teams, in denen du Trainer bist‘. Also nicht alle Teams des Vereins. Nur deine.“
„Zahlen rollen nach oben, Worte nicht. Anzahlen, Anwesenheit, Ergebnisse: das ist Vereinsinformation. Aber bei einem gespielten Spiel kannst du eine Spielnotiz schreiben, und direkt darunter steht in der App, dass die nur für Trainer sichtbar ist.
„Das ist mir wichtig. Ein Trainer muss irgendwo notieren können, dass eine Spielerin eine miese Woche hatte, ohne dass es über einen Bericht auf dem Tisch des Kassenwarts landet. Auf der Mitgliederliste des Vereins steht aus demselben Grund eine Warnung: Diese Liste enthält Kontaktdaten, teile sie nicht außerhalb des Vorstands.“
„Ja, und das war eine der schwierigeren Entscheidungen. Aus dem Vereinsmodul heraus kannst du eine Spielerin in ein anderes Team weiterschieben. Ihre Zahlen bleiben erhalten, und die App sagt gleich dazu, was die neue Trainerin sieht: die alten Werte stehen unter dem Namen des vorherigen Teams.
„Ich hätte auch bei null anfangen lassen können. Dann ist bei jedem Wechsel alles weg, was in drei Jahren entstanden ist — genau das Gegenteil von dem, warum man überhaupt mitschreibt.“
„Weil er der einzige echte Beweis ist. Man kann viel über Datenhoheit erzählen, aber die Frage ist, ob du heute Abend damit zur Tür hinausgehen kannst. In Koach sitzt ein Export-Button an drei Stellen. Deine Saison als CSV, eine einzelne Spielerin als CSV und der Vereinsbericht als CSV.
„Und zwar der Inhalt, nicht ein Bild davon: Trainings mit Start- und Endzeit, anwesend und abwesend, Punkte und Fehler pro Spielerin, die Satzstände, die Notizen, das persönliche Ziel. Du öffnest die Datei und verstehst, was drinsteht. Kein Antragsformular, keine dreißig Tage Wartezeit, keine Mail an mich.“
„Ehrlich? Ausschließen kann ich das nicht, und ich tue auch nicht so. Ich bin ein Trainer mit einer App, keine Institution. Wer verspricht, dass er in zehn Jahren garantiert noch da ist, verkauft dir etwas.
„Genau deshalb ist dieser Export kein Extra, sondern die Antwort auf die Frage. Zieh am Ende jeder Saison die CSV und leg sie in den Ordner des Vereins. Dann hängt das, was du aufgebaut hast, nicht an meinem Server. Ich habe ihn eingebaut, bevor jemand danach gefragt hat, und das war kein Zufall.“
„Dann beendet er es selbst. In deinem Profil steht ‚Mein Konto löschen‘, und das Blatt, das dann aufgeht, ist unmissverständlich: dein Konto, deine Teams und alle deine Daten werden dauerhaft gelöscht, das lässt sich nicht rückgängig machen, und ein laufendes Abo wird gekündigt.
„Kein Kontaktformular, kein Gespräch, in dem ich dich umstimmen will. Eine App, in die man nur hinein- und nie wieder herauskommt, kannst du keinem Vorstand erklären.“
„Drei Dinge, keines davon spannend. Fang mit einem Team an statt mit zwölf, damit du weißt, was du ausrollst. Setz in jedes Team einen zweiten Trainer, damit kein Team an einer einzigen Person hängt. Und zieh am Saisonende den Export, auch wenn nichts los ist.
„Wenn du diese drei Dinge machst, ist es ehrlich gesagt gar nicht mehr so entscheidend, welche App du nimmst. Das ist wohl das Ehrlichste, was ich dazu sagen kann. [lacht]“
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