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Mixed-Volleyball Regeln: drei Herren und drei Damen, im Wechsel

Du hast fünfzehn Jahre Punktspiele gespielt und stehst an deinem ersten Mixed-Abend innerhalb von zwei Sätzen dreimal falsch: ein Wechsel, der nicht erlaubt ist, ein Ballwechsel, den du gewinnst und trotzdem verlierst, und ein Netz, das höher hängt als erwartet. Mixed ist kein Hallenvolleyball mit anderer Besetzung — es kommen drei Regeln obendrauf, die alles berühren, was du gewohnt bist. Das sind sie, plus das, was du pro Liga selbst nachfragst.

Lesezeit: 7 Min.

Mixed ist keine offizielle Disziplin, und das merkst du am Regelwerk

International gibt es Volleyball in zwei Formen mit eigenem Weltregelwerk: sechs gegen sechs in der Halle und zwei gegen zwei im Sand. Mixed steht nicht dazwischen. Es ist eine Wettkampfform, die Verbände, Regionen und Turnierveranstalter selbst eingerichtet haben: das normale Hallenregelwerk mit einer Handvoll zusätzlicher Regeln obendrauf. Das erklärt, warum sich zwei Mixed-Mannschaften aus verschiedenen Regionen bei einem Turnier fragend ansehen wegen etwas, das beide sicher zu wissen glauben.

Was nahezu überall wiederkehrt, sind drei Dinge. Damen und Herren stehen im Wechsel in der Rotation. Bei mehreren Berührungen muss mindestens eine Dame am Ball gewesen sein. Und die Netzhöhe liegt irgendwo zwischen dem Damen- und dem Herrenmaß. Die Ausgestaltung jeder dieser drei Regeln unterscheidet sich pro Liga, alles unten ist also als "meistens" formuliert und nicht als "so ist es". Das Regelwerk deiner Liga gewinnt immer. Lies es einmal durch, bevor du die erste Aufstellung machst: zehn Minuten Arbeit, und es spart dir die Diskussion bei 22:22.

Was sich nicht ändert, ist die Grundlage: drei Kontakte pro Mannschaft, Weiterrotieren bei Aufschlagwechsel, dieselben Netz- und Linienfehler. Unten steht nur, was dazukommt.

Im Wechsel: was die Mixed-Rotation mit deiner Vorderreihe macht

Die Kernregel ist klein: In der Aufschlagreihenfolge wechseln sich Damen und Herren ab. Stehst du mit drei und drei im Feld, gehören die Positionen 1, 3 und 5 zur einen Gruppe und die Positionen 2, 4 und 6 zur anderen. Mehr musst du dir nicht merken, denn der Rest folgt zwingend daraus.

Und es folgt mehr daraus, als die meisten Trainer merken. Deine Vorderreihe besteht aus den Positionen 4, 3 und 2. Weil die Reihenfolge im Wechsel läuft, stehen auf 4 und 2 immer zwei Spieler aus derselben Gruppe, mit jemandem aus der anderen auf 3. Deine Vorderreihe ist also immer zwei Herren mit einer Dame dazwischen oder zwei Damen mit einem Herrn dazwischen. Nie drei von derselben Sorte, nie anders verteilt. Und bei jeder Rotation kippt es um: Drei Rotationen lang stehen zwei Herren an den Antennen mit einer Dame in der Mitte, die drei Rotationen danach genau umgekehrt.

Das ist keine Kuriosität, sondern Planungsarbeit. Dein Mittelblock wechselt jede Rotation die Gruppe, dein bester Blockspieler steht also in höchstens drei von sechs Rotationen auf Position 3, und wer die Annahme läuft, wechselt aus demselben Grund mit. Schreib deine sechs Rotationen deshalb einmal vollständig aus, bevor die Saison beginnt. Wie das Rotieren selbst funktioniert, steht in der Rotationsreihenfolge; was passiert, wenn jemand im Aufschlagmoment falsch steht, in dem Positionsfehler. Die gelten im Mixed unverändert, mit der Wechselvorgabe obendrauf: Stehen zwei Damen oder zwei Herren in der Reihenfolge nebeneinander, stimmt die Aufstellung nicht, auch wenn sonst alle richtig stehen.

Dein System wählt sich halb von selbst

Spieler, die diagonal gegenüberstehen, stehen drei Plätze auseinander in der Rotation: 1 gegenüber 4, 2 gegenüber 5, 3 gegenüber 6. Drei ist ungerade, und in einer Reihe, die im Wechsel läuft, heißt das: jedes Diagonalpaar besteht aus einem Herrn und einer Dame. Ohne Ausnahme. Daran hängt deine halbe Systementscheidung, und das ist angenehmer, als es klingt.

Praktisch: Leg deine Aufstellung einmal fest, statt sie vor jedem Spiel neu zu erfinden. In Koach stellst du das System auf 4-2, 5-1 oder 6-2, ziehst die Spieler auf ihre Position und speicherst das als bevorzugte Aufstellung. Eines macht die App nicht: Mixed-Regeln kennt sie nicht. Sie rotiert weiter, aber ob eure Vorderreihe im Wechsel steht, bleibt Menschenarbeit.

4-2-Aufstellung in der Koach-App mit dem ZS-Abzeichen auf dem Zuspieler und dem zweiten Zuspieler genau gegenüber
Das 4-2 mit den beiden Zuspielern genau gegenüber. In einer Mixed-Mannschaft ist dieses Paar immer ein Herr und eine Dame — die Rotation lässt nichts anderes zu.

Der Damenkontakt: mindestens eine Dame am Ball

Das ist die Regel, die die meisten Punkte kostet, und die einzige, die wirklich neu ist. In der häufigsten Formulierung: Spielt deine Mannschaft den Ball zweimal oder öfter, muss mindestens eine dieser Berührungen von einer Dame ausgeführt worden sein. Geht der Ball in einem Kontakt zurück über das Netz, gilt die Vorgabe nicht.

Zwei Dinge, an denen es standardmäßig schiefgeht:

Die Lösung ist eine Systementscheidung und kein Zuruf. Setz eine Dame auf die Zuspielposition, dann ist bei jedem aufgebauten Ballwechsel der zweite Ball automatisch der Damenkontakt und niemand muss während des Ballwechsels daran denken. Das ist der wichtigste Grund, warum Mixed-Mannschaften, die gut laufen, fast alle eine Dame als Zuspielerin haben. Danach zu rufen funktioniert nicht: In dem Moment, in dem jemand "Dame!" schreit, ist der Ball schon unterwegs.

Spielst du mit einem Herrn als Zuspieler, regelst du es an den Rändern. Zwei Absprachen, die funktionieren: Bei einem freien Ball nimmt immer eine Dame den ersten Ball, und ein Angriff vom zweiten Ball ist nur erlaubt, wenn der erste Ball von einer Dame gespielt wurde.

Die Netzhöhe: die Regel mit den meisten Varianten

Im Mixed begegnen dir drei Höhen. Ein Teil der Ligen spielt schlicht auf Herrenhöhe, ein großer Teil auf einer Zwischenhöhe, die oft bei rund 2,35 Metern liegt, und einzelne Freizeitrunden auf Damenhöhe. Welche bei euch gilt, steht im Ligaregelwerk und nirgendwo sonst; alle offiziellen Maße pro Kategorie stehen in allen Netzhöhen auf einen Blick.

Der Unterschied von elf Zentimetern zwischen einer Zwischenhöhe und dem Herrenmaß klingt klein und verändert dein Spiel vollständig. An einem niedrigeren Netz kommen Bälle flacher und schneller an, blockt ein größerer Angreifer wirksamer, und deine Abwehr hat weniger Zeit. Praktisch heißt das: Stell deine Hinterspieler an einem niedrigeren Netz einen halben Meter tiefer als gewohnt, und rechne damit, dass der kurze Ball hinter den Block wichtiger wird als der harte Ball daran vorbei.

Noch praktischer: Kontrollier das Netz vor dem Aufwärmen und nicht danach. In einer Sporthalle hängt es meistens noch auf der Höhe der Gruppe, die vor euch da war, und an einem Mixed-Abend ist das so gut wie nie euer Maß. Miss in der Mitte, denn dort hängt das Netz am niedrigsten.

Wechseln, Libero und zu wenige Spieler

Die Wechselreihenfolge muss den ganzen Satz über bestehen bleiben. Das hat eine harte Folge, die viele Trainer am ersten Abend überrascht: du wechselst einen Herrn für einen Herrn und eine Dame für eine Dame. Eine Dame, die einen Herrn ersetzt, stellt zwei Damen nebeneinander in die Reihenfolge und bricht die Rotation. Die Zahl der Wechsel pro Satz und die Frage, wer zurückkommen darf, folgen einfach den regulären Wechselregeln.

Für deine Bank heißt das: Sieben Spieler sind erst dann wirklich sieben, wenn deine Auswechselperson in der richtigen Gruppe ist. Stehst du mit vier Herren und drei Damen da, hast du faktisch nur einen Herrenwechsel. Nimm für einen langen Turniertag also auf beiden Seiten eine Reserve mit.

Wird mit Libero gespielt, gilt dieselbe Logik: Der Libero ersetzt einen Hinterspieler aus der eigenen Gruppe, sonst stimmt die Reihenfolge nicht mehr. Viele Mixed-Ligen lassen den Libero ganz weg, gerade weil er in einer Mannschaft aus sechs Leuten mit fester Verteilung wenig bringt. Ist er bei euch erlaubt, gelten sonst die normalen Liberoregeln.

Und dann der Abend, an dem jemand krank ist. Wie eine Liga mit einer unvollständigen Mannschaft umgeht, unterscheidet sich stark: Die eine lässt dich mit fünf spielen und einer Lücke in der Rotation, die andere erlaubt eine Aushilfe aus einer anderen Mannschaft, die dritte gibt das Spiel dem Gegner. Fast überall gleich ist aber, dass du nie mehr Herren aufstellen darfst, als die Form zulässt; mehr Damen meistens schon. Such das nach, bevor es passiert, denn um Viertel nach acht in der Halle weiß niemand die Antwort.

Sechs Fragen, die du vor dem ersten Spiel stellst

Fast alle Diskussionen drehen sich um dieselben sechs Punkte. Such sie einmal nach, schreib sie hinten auf deine Aufstellungskarte und du hast die Saison Ruhe.

  1. Auf welcher Höhe hängt das Netz — auch bei einem Auswärtsspiel?
  2. Gilt der Damenkontakt ab zwei oder ab drei Berührungen? Die Frage, die am häufigsten einen Punkt kostet.
  3. Zählt eine Blockberührung als Damenkontakt? Meistens nicht, aber nicht überall.
  4. Gelten zusätzliche Regeln für Herren, etwa eine Einschränkung beim Angriff aus dem Hinterfeld?
  5. Was ist bei einer unvollständigen Mannschaft erlaubt — mit fünf spielen, aushelfen, oder keines von beidem?
  6. Wird mit Libero gespielt, und aus welcher Gruppe darf er kommen?

Coachen in einer Mixed-Mannschaft: der Niveauunterschied, nicht die Verteilung

Die größte Falle im Mixed ist, dass Trainer ihre Taktik auf die Verteilung bauen statt auf das, was Spieler können. In einer Mixed-Mannschaft steht jemand, der bis letztes Jahr Punktspiele gemacht hat, neben jemandem, der vor drei Jahren angefangen hat, und dieser Unterschied verläuft nicht entlang der Trennlinie Damen und Herren. Beurteile also pro Person und verteil die Aufgaben danach.

Konkret: Bestimm pro Rotation, wer die Annahme läuft, statt an drei Annahmespielern festzuhalten, gib den zweiten Ball einer Person und halte das den ganzen Satz durch, auch nach einem Fehler, und schlag auf die Zone auf, in der du den Aufbau zwei Ballwechsel lang stocken gesehen hast.

Bei Turnieren ist die Mixed-Form außerdem oft vier gegen vier, mit zwei Herren und zwei Damen. Alles oben gilt weiter, aber Aufstellung und Rollenverteilung sind wesentlich anders: Die stehen in der Vier-gegen-vier-Aufstellung. Frag auch dort den Damenkontakt nach, denn gerade im Vier gegen vier unterscheidet sich die Ausgestaltung je nach Veranstalter.

Kurz: Damen und Herren stehen im Wechsel, deine Vorderreihe ist also immer zwei von der einen Sorte mit einem von der anderen, und jedes Diagonalpaar ist gemischt. Bei zwei oder mehr Berührungen muss eine Dame am Ball gewesen sein — ein Block zählt nicht mit. Setz deshalb eine Dame auf die Zuspielposition, dann löst sich diese Regel von selbst. Und wechsle nur innerhalb derselben Gruppe.

Häufige Fragen

Wie viele Herren und Damen stehen beim Mixed-Volleyball im Feld?

Die übliche Besetzung ist drei Herren und drei Damen, die im Wechsel in der Aufschlagreihenfolge stehen. Dadurch stehen in deiner Vorderreihe immer zwei Spieler aus derselben Gruppe mit einem aus der anderen dazwischen. Die meisten Ligen erlauben, mit mehr Damen als Herren zu spielen, aber nie mit mehr Herren, als die Form zulässt. Es gibt auch Mixed-Formen mit vier Spielern pro Mannschaft, meistens zwei und zwei.

Zählt ein Block einer Dame als der verpflichtende Damenkontakt?

In nahezu allen Regelwerken nicht. Eine Blockberührung ist kein Mannschaftskontakt, nach dem Block hat deine Mannschaft also noch immer drei Kontakte und der Damenkontakt ist noch nicht erfolgt. Der klassische Fehler: Eine Dame berührt den Ball am Block, zwei Herren spielen ihn danach und der Angriff zählt nicht. Prüf das aber in deinem eigenen Ligaregelwerk, denn einzelne Freizeitrunden rechnen den Block sehr wohl mit.

Auf welcher Höhe hängt das Netz beim Mixed-Volleyball?

Das unterscheidet sich pro Liga und ist die Regel mit den meisten Varianten. Dir begegnen Herrenhöhe, Damenhöhe und sehr oft eine Zwischenhöhe, die bei rund 2,35 Metern liegt. Es gibt dafür keine internationale Norm, die einzige verlässliche Quelle ist also das Regelwerk deiner Liga oder deines Turniers. Kontrollier bei einem Auswärtsspiel immer selbst, ob das Netz auf der richtigen Höhe hängt, bevor ihr euch einspielt.

Darf ich im Mixed einen Herrn gegen eine Dame wechseln?

Nein. Damen und Herren stehen im Wechsel in der Aufschlagreihenfolge, und ein Wechsel zwischen den Gruppen würde zwei Spieler derselben Gruppe nebeneinandersetzen. Du wechselst also immer innerhalb derselben Gruppe. Dasselbe gilt für einen Libero: Der ersetzt einen Hinterspieler aus der eigenen Gruppe. Denk daran beim Zusammenstellen deiner Bank, denn eine Reserve in der falschen Gruppe kannst du nicht einsetzen.

Was machst du, wenn nur zwei Damen oder zwei Herren auftauchen?

Das hängt vollständig von deiner Liga ab. Die eine lässt dich mit fünf Spielern spielen, wobei eine Lücke in der Rotation entsteht, die als Aufschlagfehler behandelt wird; die andere erlaubt eine Aushilfe aus einer anderen Mannschaft; die dritte spricht das Spiel ohne Weiteres dem Gegner zu. Such das nach, bevor es passiert, und stell die Antwort in eure Mannschaftsgruppe, damit du sie am Morgen selbst nicht mehr suchen musst.

Ist Mixed-Volleyball eine offizielle Disziplin?

Nein. Der internationale Volleyballverband kennt zwei Disziplinen mit eigenem Weltregelwerk: Hallenvolleyball sechs gegen sechs und Beachvolleyball zwei gegen zwei. Mixed ist daneben als Freizeit-Wettkampfform entstanden, eingerichtet von nationalen Verbänden, Regionen und Turnierveranstaltern. Dadurch gibt es einen erkennbaren gemeinsamen Kern, aber keine einzige Regel, von der du sicher weißt, dass sie überall gleich ist.

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