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Taktikboard Volleyball kaufen — oder einfach das Handy nutzen?

Du bist kurz davor, ein Taktikboard zu bestellen. Es gibt die einfache Magnettafel mit Chips, es gibt die teurere Variante, auf der du mit einem Stift auf ein LCD-Display schreibst, und es gibt den Gedanken, den in diesem Moment jeder hat: Macht mein Handy das nicht längst? Das ist eine ernst gemeinte Frage, und die Antwort hängt nicht daran, welches Gerät das cleverste ist.

Lesezeit: 7 Min.

Woran die Entscheidung wirklich hängt

Ein Taktikboard ist weder teuer noch kompliziert. Trotzdem kommt dieselbe Frage immer wieder hoch, weil der Vergleich fast immer an den falschen Punkten gemacht wird: daran, was ein Gerät kann, statt daran, was in der Halle mit diesem Gerät passiert.

Eine Auszeit dauert in den meisten Regelwerken dreißig Sekunden. Ein guter Teil davon geht dafür drauf, dass deine Leute erst zu dir laufen, Trinkflaschen entgegennehmen und sechs oder sieben Menschen ruhig werden, die gerade einen Punkt verschenkt haben. Was übrig bleibt, sind höchstens zwanzig Sekunden, um eine einzige Sache klarzumachen. Alles, was du in diesen zwanzig Sekunden bedienst — eine Stiftkappe, eine Bildschirmsperre, ein Magnetchip, der auf den Boden fällt — geht von deiner Erklärung ab.

Das ist der Maßstab. Nicht: Welche Tafel kann am meisten? Sondern: Welche Tafel steht am wenigsten im Weg, wenn es darauf ankommt. Unten stehen die drei Möglichkeiten an vier Punkten nebeneinander, samt der Punkte, an denen die billigste Tafel schlicht gewinnt. Hier geht es nur um die Anschaffung; wie du in diesen zwanzig Sekunden eine Situation erklärst, ohne sechs Leute zu verlieren, steht in das Taktikboard in der Auszeit.

Die drei Möglichkeiten, kurz

Preise lasse ich weg, denn die gehen von Land zu Land und von Laden zu Laden zu weit auseinander, um sie sinnvoll zu vergleichen. Das Muster ist überall dasselbe: Eine Magnettafel ist am günstigsten, eine LCD-Tafel kostet ein Vielfaches davon, und eine App auf einem Gerät, das du sowieso hast, kostet dich an Hardware nichts extra.

Punkt eins: Wie schnell hast du sie in der Hand?

Hier verliert das Handy, und darum herumzureden bringt nichts. Eine Tafel, die an einer Schnur an deiner Tasche hängt oder unter deinem Stuhl liegt, hebst du auf und sie ist an. Ein Handy musst du aus der Tasche ziehen, entsperren — mit nassen oder kalten Händen klappt das nicht immer beim ersten Versuch — und dann muss die richtige App offen sein. Das sind ein paar Sekunden, die du in einer Auszeit von dreißig nicht hast.

Es gibt genau einen Weg, diese Lücke zu schließen, und der heißt Vorbereitung: den Bildschirm schon offen haben, bevor du die Auszeit nimmst. Wer die Tafel erst aufklappt, wenn der Schiedsrichter pfeift, ist zu spät, egal ob sie aus Pappe oder aus Glas ist. Das gilt übrigens genauso für die Magnettafel: Wenn die Chips noch im Beutel stecken, sind die zwanzig Sekunden ebenso weg.

Die LCD-Tafel liegt dazwischen. Sie ist immer an und zeichnet sofort, aber der Stift muss dabei sein. Verlierst du ihn, ist ein Fingernagel ein schlechter Ersatz: Die meisten dieser Displays reagieren auf Druck, und ein Finger drückt zu weich und zu breit für eine lesbare Linie.

Punkt zwei: Kann die ganze Gruppe gleichzeitig draufschauen?

Sechs Spieler, ein Auswechselspieler, manchmal ein zweiter Trainer. Die stehen im Halbkreis um dich herum, und längst nicht alle frontal vor dir. Das ist ein Problem des Blickwinkels, und darin ist ein Handy schlecht: klein, und mit einem glänzenden Display, das die Hallenbeleuchtung spiegelt, sobald jemand schräg draufschaut.

Eine Magnettafel hat beide Probleme nicht. Sie ist matt, sie ist in der Regel größer als ein Handy, und von welcher Seite du auch draufschaust: Du siehst dasselbe. LCD-Tafeln gibt es in beiden Größen, und sie brauchen meist etwas Blickwinkel, weil der Kontrast nachlässt, wenn man schräg draufsieht.

Ein Tablet löst die Größe, aber nicht die Spiegelung. Und ein Tablet in der Hand am Spielfeldrand ist etwas anderes als ein Handy in der Hosentasche: Dann bist du wieder bei einem Gerät, das du bewusst mitnehmen musst.

Punkt drei: Strom, Kälte und Liegenbleiben

Die Magnettafel hat keine Batterie und geht nicht kaputt. Das ist ein größerer Vorteil, als es klingt, denn die beiden anderen Möglichkeiten haben jeweils ihre eigene Art, dich im falschen Moment im Stich zu lassen.

Dagegen steht die Pflege der Magnettafel: Whiteboardmarker trocknen ein, und einen eingetrockneten Marker merkst du genau einmal pro Saison, immer im falschen Moment. Chips gehen verloren, und mit vier Chips erklärst du keine Aufstellung.

Wichtiger als Kaputtgehen ist Mitnehmen, und davon steht in keiner Produktbeschreibung ein Wort. Ein Taktikboard wirkt nur, wenn es da ist. Eine Tafel, die zu Hause auf dem Schrank liegt, weil du dienstags direkt von der Arbeit gekommen bist, ist keine Tafel.

Geh eine Sache für dich selbst durch: Nimmst du jetzt schon jede Woche etwas Zusätzliches mit in die Halle? Eine Mappe mit deinem Trainingsplan, ein Klemmbrett, eine Pfeife? Dann kommt eine Tafel dazu und das geht gut. Bist du jemand, der mit Schlüssel, Handy und Jacke in die Halle läuft, ist die Chance groß, dass die Tafel nach sechs Wochen im Auto bleibt. Das ist kein Charakterfehler; es ist einfach, wie es läuft.

Dazu kommt, dass eine Tafel in einer Sporthalle leicht liegen bleibt — auf der Bank, hinter dem Schiedsrichterstuhl, in der Kabine. Bei einer Magnettafel ist das ärgerlich. Bei einer teuren LCD-Tafel ist es schmerzhaft, und das ist ein Grund, sich das vor dem Kauf ehrlich zu sagen.

Ein Volleyballfeld auf einem Handydisplay mit den sechs Positionen, bereit, eine Situation aufzuzeichnen
Das Display, das du sowieso dabeihast: Es bleibt nie zu Hause liegen — es muss aber schon offen sein, wenn die Auszeit beginnt.

Punkt vier: Bleibt die Situation erhalten?

Was du auf eine Magnettafel oder eine LCD-Tafel zeichnest, ist drei Minuten später weg. Das ist meistens genau richtig — eine Auszeit ist dafür da, eine Sache zu sagen, nicht dafür, ein Archiv anzulegen. Aber es gibt zwei Momente, in denen du es bereust.

Der erste ist die Rückfahrt. Was du in der Halle erklärt hast, ist bei den meisten Spielern verdunstet, bevor der Bus losfährt. Kannst du das Bild noch einmal zeigen, musst du es nicht neu zeichnen. Der zweite ist das Rückspiel gegen dieselbe Mannschaft, drei Monate später. Was damals schieflief, weißt du noch zur Hälfte.

Von einer Magnettafel oder LCD-Tafel machst du dafür ein Foto. Das funktioniert, aber dieses Foto verschwindet zwischen tausend anderen, und im März findet es niemand wieder. Das ist dasselbe Problem wie bei Statistiken auf Papier: Das Festhalten klappt, das Wiederfinden nicht.

Eine Tafel in einer App speichert die Zeichnung unter einem Namen, den du selbst vergibst, bei dem Team, zu dem sie gehört. In Koach heißt diese Taste Taktikboard speichern; du gibst dem Board selbst einen Namen, und mit Als Bild teilen stellst du es in deine Teamgruppe. Legst du das Board bei einem geplanten Spiel an, steht in der Liste bei diesem Board, dass es zu diesem Spiel gehört. Das ist die Seite, auf der ein Display die Platte schlägt, und es ist die einzige.

Kurz: Eine Tafel, die du in die Hand nimmst, ist schneller als ein Display, das du entsperren musst. Ein Display ist das Einzige, das behält, was du gezeichnet hast. Weißt du von dir, dass du die Tafel nicht jede Woche mitnimmst, verliert sie diesen Vergleich schon, bevor er anfängt.

Die Frage, die die Entscheidung bringt

Legst du diese vier Punkte nebeneinander, gibt es keinen Sieger, aber eine Reihenfolge der Fragen, die du dir stellst.

  1. Nehme ich jetzt schon jede Woche etwas Zusätzliches mit in die Halle? Wenn ja: Kauf die Magnettafel. Sie ist schnell, sie geht nie kaputt, alle können gleichzeitig draufschauen, und sie kostet fast nichts. Es gibt keinen guten Grund, das mit einer App zu überbieten.
  2. Wenn nein: Was habe ich denn immer dabei? Dein Handy. Dann ist eine Tafel auf dem Handy nicht die schönste Lösung, aber die einzige, die am Dienstagabend auch wirklich da ist.
  3. Will ich erklärte Situationen aufheben und teilen können? Dann kommt das Display wieder ins Spiel, egal wie die Antwort auf Frage eins ausfällt. Manche Trainer haben beides: eine Magnettafel für die Auszeit, eine App für das, was danach noch einmal angeschaut werden soll.

Und dann gibt es noch einen Unterschied, der auf keine Tafel passt. Ein leeres Feld fängt immer leer an: Du stellst die sechs Chips hin oder zeichnest sie, und erst danach kannst du etwas erklären. Eine App, die deine Aufstellung kennt, kann die Aufstellung von genau jetzt zeigen — wer gerade auf welcher Position steht und wo alle nach der nächsten Rotation stehen. Das spart die Sekunden, die du sonst mit Hinstellen verbracht hättest. Wie das funktioniert, steht in die Aufstellungs-App für 5-1 und 4-2.

Eines gilt unabhängig von deiner Wahl: Die Tafel entscheidet nicht, ob deine Erklärung ankommt. Wann du eine Auszeit nimmst und was du dann damit machst, steht in Auszeiten nutzen und in Wettkampfcoaching am Spielfeldrand. Ein Trainer mit einer teuren Platte und einer unklaren Geschichte gewinnt diesen Ballwechsel trotzdem nicht.

Häufige Fragen

Darf ich mein Handy im Spiel als Taktikboard benutzen?

Meistens ja, aber das ist je nach Liga und Spielklasse unterschiedlich geregelt. In höheren Klassen gibt es Vorgaben zu elektronischen Geräten auf der Bank. Schau vorher im Regelwerk deiner eigenen Liga nach, bevor du dich darauf verlässt, oder frag die Spielleitung — eine Tafel ohne Display fällt nirgends unter solche Regeln.

Welche Größe ist bei einem Taktikboard für Volleyball sinnvoll?

Klein genug, um sie mit einer Hand zu halten, groß genug, dass sieben Leute im Halbkreis dasselbe sehen. In der Praxis läuft das ungefähr auf das Format eines dünnen Buchs hinaus. Alles Kleinere sieht nur der Spieler direkt neben dir, und alles Größere nimmst du irgendwann nicht mehr mit.

Kann man auf einer LCD-Tafel eine einzelne Linie löschen oder immer alles?

Bei den meisten Modellen löscht der Knopf das ganze Display auf einmal. Es gibt teurere Versionen mit einem Radierer für Teile der Zeichnung, aber rechne nicht standardmäßig damit. Für eine Auszeit ist das selten ein Problem: Du fängst ohnehin fast immer neu an.

Brauche ich ein Taktikboard, wenn ich nur Jugend trainiere?

Bei Spielern bis etwa zwölf Jahren bringt eine Tafel oft weniger als der Finger auf die Stelle im Feld, an der jemand stehen soll. Ein Bild auf einer Platte in die Halle zu übersetzen, ist für junge Spieler ein zusätzlicher Schritt. Ab ungefähr dreizehn oder vierzehn wird eine Tafel brauchbar, vor allem bei Absprachen, die mit Positionen zu tun haben.

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