Was kostet eine Team-App – und warum nicht gratis | Koach
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Interview · 13. September 2026

„Ich wollte keine Gratis-App, bei der dein Team das Produkt ist“

Über den Preis von Koach: warum es keine Werbeversion gibt, was die Abrechnung pro Team bedeutet und wann ein Trainer besser gar nichts ausgibt.

Was es kostet

Es ist die Frage, die sich jeder Trainer stellt, bevor er irgendetwas installiert: Was kostet eine Team-App eigentlich, und warum ist das Ding nicht einfach gratis? Die meisten Apps auf dem Handy kosten nichts, und die meisten Trainer machen ihre Arbeit unbezahlt neben dem Beruf. Trotzdem steht bei Koach ein Preis, und der ist bewusst nicht null.

Dennis Boekhout, der die App selbst gebaut hat, erklärt, wohin das Geld geht, warum er pro Team abrechnet statt pro Spieler und welcher Mannschaft er abraten würde.

Fangen wir mit der unangenehmen Frage an: Warum ist Koach nicht kostenlos?

„Weil es gratis nicht gibt. Das klingt billig, aber so läuft es nun mal. Wenn du nichts zahlst, zahlt jemand anderes, und der will etwas dafür. Meistens deine Aufmerksamkeit oder deine Daten. Ich wollte keine Gratis-App, bei der dein Team das Produkt ist.“

„In Koach steckt kein Werbecode und kein Analysecode. Ich verkaufe keine Daten weiter. Das ist kein hübscher Satz für einen Flyer, das ist eine technische Entscheidung — und die kannst du nur treffen, wenn die Rechnung woanders herkommt. Bei mir kommt sie aus dem Abo.“

Aber eine Gratisversion mit einem kleinen Werbebalken unten wäre doch möglich gewesen?

„Technisch schon. Aber stell dir den Moment vor, in dem du die App aufmachst. Du stehst an der Seitenlinie, zwanzig Sekunden bis zum Aufschlag, und willst wissen, wen du noch einwechseln kannst. Da ist ein Banner keine Kleinigkeit, da ist er eine Blockade.“

„Also habe ich den ganzen Bildschirm dem Team gegeben. Du öffnest den Startbildschirm und siehst dein Teamziel, die Mitteilungen, die du verschickt hast, und die Anwesenheit deiner Spieler. Kein Quadratzentimeter ist vermietet. Genau das kaufst du für ein paar Euro.“

Der Startbildschirm von Koach: eine Begrüßung, das Teamziel „Aufstieg in die 2. Liga“, zwei Mitteilungen des Trainers und darunter die Anwesenheit der Spieler als Balken.
Kein Werbeblock am unteren Rand: Der ganze Startbildschirm gehört dem Team.

Was kostet es eigentlich, so eine App am Laufen zu halten?

„Mehr, als die Leute denken, und weniger, als sie befürchten. [lacht] Es laufen Server. Es liegt Speicher bereit für jedes Spiel, das du je erfasst hast, und das bewahre ich jahrelang auf. Es gibt zwei Entwicklerkonten, bei Apple und bei Google, die jedes Jahr verlängert werden müssen. Und die Stores behalten einen Teil von jedem Euro ein.“

„Dazu der Teil, den niemand sieht: Ich beantworte die Supportmails selbst, ich behebe die Fehler selbst, ich baue die neuen Funktionen selbst. Ein Entwickler, viele Abende. Deshalb ist es kein einmaliger Betrag, sondern ein Abo — die Kosten kommen nämlich auch jeden Monat wieder.“

Und dann nennst du einen Preis. Welchen?

„Coach kostet 2,99 € im Monat. Das ist ein Team mit zwei Trainern, und damit hast du alles: Aufstellungen und Rotationen, Live-Scoring, Trainings und Anwesenheit, die Statistik pro Spieler, die Übungsbibliothek. Nimmst du ein Jahr, sind es 29,88 € — das sind 2,49 € im Monat.“

„Für einen Verein gibt es Club, 9,99 € im Monat, mit unbegrenzt vielen Teams und Trainern. Mehr Varianten gibt es nicht. Ich kann Preislisten nicht ausstehen, für die man sich einen Nachmittag hinsetzen muss.“

Der Abo-Block im Profil: „Aktuelles Abo“, darunter Club mit der Kennzeichnung Aktiv, die Zeile „22 Teams · unbegrenzt“ und eine Schaltfläche zum Verwalten des Abos.
Hier läuft ein Club-Abo; egal welcher Tarif, er steht in deinem eigenen Profil, mit der Verwalten-Schaltfläche daneben.

Warum rechnest du pro Team ab und nicht pro Spieler?

„Weil eine Abrechnung pro Spieler dich für etwas Gutes bestraft. Dann hast du einen Kader von vierzehn und überlegst beim fünfzehnten kurz. Genau dieser Gedanke hat im Kopf eines Trainers nichts zu suchen.“

„Also zahlen Spieler und Eltern nichts. Null. Sie bekommen ein eigenes Konto, sehen ihre eigenen Zahlen, melden sich zum Training an oder ab, und dich kostet das keinen Cent extra. Ob elf oder zwanzig: derselbe Preis.“

Die Spielerliste des Teams: dreizehn Spieler mit Rückennummer, Position und Alter, eine Schaltfläche zum Einladen und neben jedem Namen die Kennzeichnung Eingeladen oder Aktiv.
Dreizehn Spieler oder zwanzig: Für das Abo macht das keinen Unterschied.

Zahlt das der Trainer selbst, oder gehört das zum Verein?

„Beides kommt vor, und beides finde ich in Ordnung. Ein Trainer, der es aus eigener Tasche zahlt — das ist etwa ein Kaffee im Monat, da erzähle ich niemandem, das sei zu viel. Aber ehrlich ist ehrlich: Das ist Vereinsarbeit.“

„Du führst die Anwesenheit, du organisierst die Fahrten zum Auswärtsspiel, du stellst die Aufstellung. Das ist nicht dein Hobby, das ist eine Aufgabe des Vereins. Also frag einfach. Neben dem, was eine Saison an Bällen und Hallenmiete kostet, fällt dieser Betrag nicht ins Gewicht.“

Was bekommt ein Verein, das einem einzelnen Trainer fehlt?

„Vor allem Überblick. Mit Club sitzen alle Teams unter einem Dach. Dein Startbildschirm zeigt die kommende Woche für alle deine Teams auf einmal — dass die JB 2 um sechs spielt, dass die Damen 5 um acht trainieren, in einer Liste.“

„Und es gibt einen Clubbericht: alle Teams, die du trainierst, untereinander, mit gespielten Spielen, Siegen und Niederlagen und der Anwesenheitsquote pro Team. Dazu die Dinge, die ein einzelner Trainer nicht braucht — die Mitgliederliste des ganzen Vereins, die Teameinteilung für die neue Saison, Dienstpflichten, Hallen, Beiträge und mehrere Administratoren mit jeweils eigenen Rechten.“

Der Startbildschirm mit dem Block „Kommende Woche · alle deine Teams“: untereinander ein Spiel der JB 2, ein Training von Men’s 1, ein Spiel von Bedrijven 1 und ein Training von Dames 5.
Mit Club landen Spiele und Trainings jedes Teams in derselben Liste.
Der Clubbericht: eine Tabelle mit gespielten Spielen, der Sieg-Niederlage-Bilanz und der Anwesenheitsquote pro Team, unter jedem Teamnamen der Topscorer.
Jedes Team, das du trainierst, in einer Zeile — Anwesenheit inklusive.

Und wenn ich mit Coach anfange und mitten in der Saison ein zweites Team dazukommt?

„Dann landest du auf einem Bildschirm, der fragt, ob du mehr Teams brauchst. Coach ist für ein Team, also wird dir Club angeboten, sobald du ein zweites anlegst. Dein Abo wird sofort umgestellt und der Preisunterschied anteilig verrechnet. Du zahlst also nicht doppelt.“

Gibt es einen Moment, in dem du sagst: Kauf das nicht?

„Ja, und das sage ich lieber vorher als hinterher. Wenn deine Mannschaft dreimal im Jahr ein Turnier spielt, kauf das nicht. Koach wird erst wertvoll, wenn sich etwas anhäuft: Anwesenheit über eine ganze Saison, Statistiken, die irgendwoher kommen, eine Entwicklung, die du in einer Kurve zeigen kannst.“

„Bei einer Freizeitgruppe, die vor allem aus Spaß spielt, gibt es das nicht, und dann zahlst du für eine Kurve, die leer bleibt. Probier es also erst aus: vierzehn Tage, alles dabei, ohne Kreditkarte. Denkst du nach diesen zwei Wochen „ich benutze das eigentlich nicht“ — dann hast du deine Antwort.“

Und wenn ich nach einer Saison aufhöre zu zahlen, ist dann alles weg?

„Nein. Dein Team und deine Daten bleiben erhalten. Das sagt die App auch wörtlich, wenn deine Testphase ausläuft: Danach brauchst du ein Abo, aber dein Team und deine Daten bleiben erhalten.“

„Eine ganze Saison an Spielen als Geisel zu nehmen, finde ich unanständig. Diese Saison gehört dir und deinen Spielern, nicht mir. Kommst du im September zurück, steht alles noch da.“

Was soll ein Trainer daraus mitnehmen?

„Dass ein Preis auch ein Versprechen ist. Solange du zahlst, bist du derjenige, für den ich das baue. Kein Werbekunde, kein Unternehmen, das Daten einkauft. Kommt morgen eine Funktion dazu, dann weil ein Trainer danach gefragt hat. So einfach ist die Abmachung.“

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