Volleyballtrainer Dennis Boekhout (28) über die kleine Uhr an einem Termin: wer sich angemeldet hat, wann, und wer es danach noch geändert hat.
Diesen Samstag kennt jeder Trainer. Jemand steht nicht in der Halle, obwohl er auf deiner Liste stand, und im nächsten Training sagt er seelenruhig, er habe sich doch abgemeldet. Du weißt genau, dass das nicht stimmt. Und da stehen dann zwei Leute, die beide recht zu haben glauben und beide nichts zeigen können.
Seit September hält Koach fest, wer jede An- und Abmeldung gesetzt hat und wann. Dennis Boekhout erklärt, wo diese Uhr sitzt, was in dem Blatt steht und warum er im selben Gespräch davor warnt.
„Bei einem einzigen Samstag, ja. Ein Spieler stand nicht in der Halle, obwohl er auf meiner Liste stand. Im Training danach sagte er seelenruhig, er habe sich abgemeldet. Ich wusste genau, dass das nicht stimmte, denn ich hatte die Liste am Samstagmorgen noch durchgesehen, bevor ich die Aufstellung gemacht habe.
„Und dann haben wir beide aufgehört zu reden. Was sagst du denn auch? Du hast recht und ich habe recht, und keiner von uns kann irgendetwas zeigen. Das ist kein Streit über Volleyball. Das ist ein Streit über einen Bildschirm.“
„Öfter, als ich zugeben möchte. In einer Jugendmannschaft greifen drei Hände nach derselben Zeile: der Spieler selbst, sein Elternteil und ich. Alle drei dürfen diesen Status ändern, und das ist auch richtig so. Nur sah man immer nur das Ergebnis, nie den Weg dahin.
„Ich habe an einem Freitagabend tatsächlich einen Screenshot meiner eigenen Anwesenheitsliste gemacht, nur damit ich später zeigen konnte, was da stand. Da dachte ich: Wenn ich meine eigene App abfotografieren muss, um mir selbst zu glauben, stimmt etwas mit meiner App nicht.“ [lacht]
„Eine kleine Uhr. Am Spiel, am Training und am Turnier, und zusätzlich neben jedem Spieler in der Anwesenheitsliste. Ein Tipp, und es schiebt sich ein Blatt mit dem Verlauf dieses Termins nach oben.
„Überall dasselbe Ding an derselben Stelle. Das klingt langweilig, aber genau das ist der Trick. Du musst nie überlegen, wo es beim Turnier noch mal saß, denn es sitzt da, wo es auch beim Training sitzt.“
„Unter der Überschrift Verlauf steht, worauf du schaust, zum Beispiel Training, 22. Sept. Darunter die Zeilen, die neuesten zuerst. Pro Zeile: die Uhrzeit, um wen es geht, von welchem Status zu welchem, und in der Zeile darunter, wer es gemacht hat und in welcher Rolle. Keine Antwort wird zu Abgemeldet, von Demo Ouder, Elternteil.
„Dieses letzte Stück ist der Kern. Nicht, wie der Status jetzt ist, sondern wer ihn gesetzt hat. An jenem Samstag hätte das die Sache in zehn Sekunden beendet, ohne dass einer von uns recht behalten musste.“
„Das ist die Schaltfläche Alle anwesend. Die stellt das halbe Team mit einem Tipp um, und dann willst du keine acht identischen Zeilen untereinander. Sie werden zu einer Zeile mit der Anzahl zusammengeklappt, und die klappst du auf, wenn du wissen willst, wer genau drin war.
„So bleibt das Blatt lesbar. Ein Logbuch, das man durchwühlen muss, ist genauso nutzlos wie gar keines, und genau daran scheitern solche Bildschirme sonst.“
„Dann tippst du auf die Uhr neben diesem Spieler in der Liste. Das Blatt öffnet sich sofort auf ihn gefiltert, mit seinem Namen in der Überschrift. Nur seine Zeilen, nichts vom Rest.
„Das ist die Fassung, die man an einem Dienstagabend braucht. Nicht der ganze Verlauf von vierzehn Spielern, sondern der eine, der sagt, er habe sich abgemeldet.“
„Seinen eigenen ja, den seiner Mitspieler nicht. Ein Mitglied bekommt diese Reihe von Uhren neben den anderen Spielern gar nicht zu sehen. Es hat eine, beim eigenen Training oder Spiel, und darin stehen nur die eigenen Zeilen.
„Das halte ich nicht für ein Detail. Wer sich wann abgemeldet hat, ist in einer Mannschaft von Sechzehnjährigen ziemlich heikel. Was ein anderer tut, geht ihn nichts an, also soll er es auch nicht lesen können.“
„Stimmt, und darauf bin ich ein bisschen stolz. Das erste steht da, wenn noch nichts da ist: Noch keine Änderungen. Der Verlauf beginnt erst an dem Tag, an dem wir angefangen haben, ihn aufzuzeichnen. Ohne diesen zweiten Satz liest sich ein leeres Blatt wie ‚Es hat sich nie etwas geändert‘, und das können wir über die letzte Saison überhaupt nicht behaupten.
„Das zweite steht unter der Uhrzeit: Zeitpunkt der Verarbeitung. Bei schlechter Verbindung kann das später sein als der Moment des Tippens. In einer Halle ohne Empfang tippt ein Elternteil um Viertel vor acht, und es kommt um acht an. Dann soll eine App nicht so tun, als wäre dieses Acht Uhr heilig.“
„Um es einem Spieler vorzuhalten. Das ist die einzige Warnung, die ich dazugebe, und ich meine sie ernst. Das hier ist kein Beweismittel. Ein Trainer, der am Montag mit einer Liste von Uhrzeiten ankommt, ist ein Trainer, der seine Mannschaft verliert.
„Es ist da, um Streit zu vermeiden, nicht um einen zu gewinnen. In neun von zehn Fällen kommt heraus, dass einfach etwas schiefgelaufen ist: ein Elternteil, das beim falschen Kind getippt hat, oder jemand, der dachte, er hätte gespeichert. Das sagt man laut, und die Sache ist erledigt.“
„Es hat das Gespräch verändert. Wir hatten später genau so einen Fall, und da haben wir gemeinsam auf mein Handy geschaut. Da stand nichts. Er hatte es vorgehabt und nie getan, und das sagte er dann auch selbst dazu.
„Das ist der Unterschied. Nicht, dass ich recht bekommen habe, sondern dass es nicht mehr mein Wort gegen seines war. Da steckt keinerlei Schlauheit drin, nur eine Zeile, die da steht.“
„Sie schickt niemandem ein Signal, dass sich etwas geändert hat. Keine Benachrichtigung, keine Sonntagmorgenmail mit den Änderungen der Woche. Es steht da, wenn du hinschaust, und sonst lässt es dich in Ruhe.
„Und ändern kann darin niemand etwas, ich auch nicht. Das Logbuch wird nicht von der App geschrieben, sondern von der Datenbank selbst, in dem Moment, in dem sich etwas ändert. So gehört sich das für ein Logbuch: Es wäre wenig wert, wenn derjenige, um den es geht, darin streichen könnte.“
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