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Ratgeber · Taktik

Beachvolleyball-Handzeichen: die Zeichen hinter dem Rücken

Die kurze Antwort

Beachvolleyball-Handzeichen gibt der Spieler am Netz hinter seinem Rücken, kurz vor dem Aufschlag seines eigenen Teams. Die linke Hand gilt dem Angreifer links, die rechte dem rechts. Üblich ist: ein Finger heißt Linie blocken, zwei Finger Diagonale blocken; was Faust und offene Hand heißen, legt jedes Duo selbst fest.

Beachvolleyball-Handzeichen siehst du bei fast jedem Aufschlag: Der Spieler am Netz hält die Hände auf dem Rücken und zeigt Finger. Es ist eine Absprache zwischen zwei Spielern über Block und Abwehr, die der Gegner nicht sehen darf. So liest du die Zeichen, und so sprichst du sie mit deinem Partner ab.

Lesezeit: 6 Min.

Wer gibt die Zeichen, und wann?

Die Zeichen kommen von dem Spieler, der am Netz steht, während sein Partner aufschlägt, meist dem festen Blockspieler des Duos. Er gibt sie kurz vor dem Aufschlag: Danach nimmt der Gegner an und greift an, und dann müssen Block und Abwehr schon wissen, was sie tun. Nimmt dein Team an, stehen beide Spieler hinten, und dann gibt es meist keine Zeichen.

Jede Hand gilt einem Angreifer. Die linke Hand ist für den Spieler, der vom Blockspieler aus gesehen links angreift, die rechte Hand für den rechts. Weil du vorher nicht weißt, wer die Annahme bekommt und wer angreift, gibst du immer für beide ein Zeichen. Die Hände bleiben tief auf dem Rücken: So sieht der Gegner sie nicht, und die Regeln verbieten Spielern des aufschlagenden Teams, die Hände über den Kopf zu halten, solange der Aufschlag noch nicht über dem Netz ist (Regel 12.5 der Official Beach Volleyball Rules 2025-2028).

Reden und Zeichen geben zwischen den zwei Spielern ist erlaubt (Regel 19.2.2). Ein Trainer am Rand darf in den Wettbewerben der FIVB dagegen nichts durchgeben: Dort bekommen Spieler während des Spiels keine Anweisungen von außen (Regel 4.1), mit Ausnahmen für Altersklassenwettbewerbe. Die Zeichen sind also die Sprache des Duos selbst. Schlägt der Blockspieler selbst auf, sprecht ihr die Absprache durch, bevor er nach hinten geht.

Was bedeuten die Handzeichen im Beachvolleyball?

Keine Regel legt die Zeichen fest; was unten steht, sind die üblichen Bedeutungen. Vorher zwei Begriffe. Die Linie ist der Ball gerade an der Seitenlinie entlang, die Diagonale ist der schräge Ball quer übers Feld. Was der Block zumacht, muss der Abwehrspieler nicht holen, und umgekehrt.

ZeichenBlockspielerAbwehrspieler
Ein FingerBlockt die LinieVerteidigt die Diagonale
Zwei FingerBlockt die DiagonaleVerteidigt die Linie
FaustAbsprache pro Duo: kein Block, oder den Ball blockenFolgt der Absprache
Offene HandAbsprache pro Duo: den Ball blocken, oder kein BlockFolgt der Absprache
Hand auf und zuOft: Schlag den Aufschlag auf den Spieler auf dieser SeiteWeiß, wohin der Aufschlag geht

Über einen und zwei Finger sind sich die meisten Duos einig. Bei Faust und offener Hand gehen die Absprachen auseinander. Beim einen Duo heißt die Faust kein Block: Der Blockspieler läuft vom Netz zurück, und ihr verteidigt gemeinsam, jeder eine Hälfte des Feldes. Beim anderen Duo heißt die Faust den Ball blocken: Der Blockspieler springt direkt vor den Schlagarm des Angreifers, und der Abwehrspieler liest, was am Block vorbeikommt. Welche Bedeutung ihr wählt, ist egal, solange ihr beide dieselbe benutzt. Auch das Zeichen für den Aufschlag unterscheidet sich. Eine übliche Form: die Hand ein paar Mal auf- und zumachen, auf der Seite des Spielers, auf den der Aufschläger zielen soll.

Fortgeschrittene Duos vereinbaren manchmal noch ein Zeichen für eine Täuschung: Der Blockspieler zeigt erst die eine Seite und macht im letzten Moment die andere zu. Welches Zeichen das ist, zum Beispiel drei oder vier Finger, legt jedes Duo selbst fest. Fang damit erst an, wenn die Grundlage blind sitzt.

Im Ballwechsel nachsteuern: rufen statt Zeichen

Ein Zeichen legt den Plan für den ersten Angriff nach dem Aufschlag fest. Danach ist keine Zeit mehr, die Hände auf den Rücken zu legen, und ihr redet. Nach dem Zuspiel sehen beide Spieler, wo der Angreifer anläuft und wie weit der Ball vom Netz weg ist. Kommt das Zuspiel weit vom Netz, hat Blocken wenig Sinn, und der Blockspieler ruft, dass er zurückkommt. Manche Duos lassen den Abwehrspieler während des Anlaufs noch laut mit "Linie" oder "Diagonale" nachsteuern, weil er den Angreifer von hinten besser sieht. Sprecht vorher ab, wer das letzte Wort hat, sonst lauft ihr im selben Ballwechsel in zwei Richtungen.

In der Halle meint das Wort "Zeichen" vor allem ein anderes System: die Angriffszeichen des Zuspielers, die sagen, welches Zuspiel kommt. Im Sand geht es bei den Zeichen um Block und Abwehr. Wie Block, Abwehr und Aufschlag im Zwei gegen Zwei zusammenhängen, steht unter Beachvolleyball-Taktik; die Regeln selbst unter die Beachvolleyball-Regeln.

So sprichst du die Zeichen mit deinem Partner ab

  1. Fang mit drei Zeichen an. Ein Finger, zwei Finger und die Faust. Sprecht laut ab, was die Faust bei euch bedeutet.
  2. Legt fest, wer die Zeichen gibt. Hat euer Duo einen festen Blockspieler, ist er es. Wechselt ihr euch im Block ab, gibt der Spieler am Netz die Zeichen.
  3. Bestätigt. Der Abwehrspieler sagt kurz "ja" oder nennt das Zeichen zurück. Keine Bestätigung heißt: noch einmal zeigen.
  4. Wählt nach dem Gegner. Schau in den ersten Ballwechseln, wohin jeder Angreifer schlägt. Schlägt er vor allem Diagonale, mach sie zu und lass deinen Abwehrspieler auf der Linie stehen.
  5. Besprecht euch beim Seitenwechsel. Jeder Seitenwechsel ist ein kurzer Moment, um eine Sache anzupassen, etwa "Links schlägt alles Linie".

Gib immer mit beiden Händen ein Zeichen. Auch wenn du sicher zu wissen glaubst, wer die Annahme bekommt, gibst du für beide Angreifer ein Zeichen. Der Aufschlag geht etwas anders als gedacht, der andere Spieler nimmt an, und dann steht dein Abwehrspieler ohne Plan da.

Handzeichen im Training üben

Mehr Sandformen für ein Hallenteam stehen unter Übungen für Beachvolleyball, und das Nachdenken über Entscheidungen in Block und Abwehr beginnt bei den Grundlagen der Volleyballtaktik.

Blockzeichen in deinem Trainingsplan

Koach ist für Hallenvolleyball gemacht; ein offizielles Beachspiel bis 21 schreibst du damit nicht mit. Geht dein Team im Sommer in den Sand, setzt du die Übungen oben aber ganz normal in den Plan dieses Trainings. Mit + Abschnitt legst du einen eigenen Block an, zum Beispiel "Blockzeichen", mit einer Dauer und einer Beschreibung, in die du die Zeichen und eure Absprache zur Faust schreibst. Hat es funktioniert, holst du den Plan beim nächsten Sandtraining mit Plan kopieren zurück.

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Häufige Fragen

Warum halten Beachvolleyballer die Hände auf dem Rücken?

Um ihrem Partner zu zeigen, was sie vorhaben, ohne dass der Gegner es sieht. Der Spieler am Netz gibt kurz vor dem Aufschlag seines eigenen Teams mit jeder Hand ein Zeichen: die linke Hand für den Angreifer links, die rechte Hand für den rechts. So wissen Blockspieler und Abwehrspieler schon vor dem Angriff, wer welchen Ball nimmt.

Was bedeutet eine Faust im Beachvolleyball?

Das legt jedes Duo selbst fest. Beim einen Duo bedeutet die Faust kein Block: Der Blockspieler kommt vom Netz zurück, und die zwei Spieler verteidigen gemeinsam. Beim anderen Duo bedeutet die Faust den Ball blocken: Der Blockspieler springt direkt vor den Schlagarm des Angreifers. Sprich deshalb vorher mit deinem Partner ab, was die Faust bei euch bedeutet.

Welche Hand gilt welchem Angreifer?

Die linke Hand gilt dem Angreifer, der vom Blockspieler aus gesehen links angreift, die rechte Hand dem Angreifer rechts. Weil der Blockspieler mit dem Rücken zu seinem Partner steht, sieht der Abwehrspieler links und rechts genau so, wie der Blockspieler sie meint. Gib immer für beide Angreifer ein Zeichen.

Geben Hallenvolleyballer auch Handzeichen?

Ja, aber meist eine andere Art. In der Halle gibt vor allem der Zuspieler Zeichen, an seine Angreifer, darüber, welches Zuspiel nach einer guten Annahme kommt. Im Sand geht es bei den Zeichen um Block und Abwehr, und sie kommen vom Spieler am Netz. Für beides gilt: Ein Zeichen funktioniert nur, wenn alle dasselbe System kennen.

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