Beachvolleyball-Taktik für Anfänger: wer blockt, wer verteidigt | Koach Volleyball
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Beachvolleyball-Taktik für Anfänger: wer blockt, wer verteidigt

Die kurze Antwort

Beachvolleyball-Taktik dreht sich um drei Absprachen im Duo: wer blockt und wer verteidigt, wer den Ball in der Mitte annimmt und welche Seite der Block zumacht, damit der Abwehrspieler die andere nimmt. Mit dem Aufschlag wählst du außerdem den Angreifer, denn im Sand greift der Annehmende fast immer selbst an.

Beachvolleyball-Taktik beginnt mit einer Frage, die sich in der Halle nie stellt: Wer von euch beiden steht am Netz? Dieser Artikel gibt Anfänger-Duos und ihren Trainern die festen Absprachen für die Aufgabenteilung, den Side-out, den Block mit der Abwehr dahinter, den Aufschlag und den Wind.

Lesezeit: 7 Min.

Was Beachvolleyball-Taktik von der Halle unterscheidet

In der Halle nimmst du einen schwachen Annahmespieler aus der Annahme und spielst deinen besten Angreifer öfter an. Im Sand geht das nicht. Mit zwei Spielern auf einer Feldhälfte von acht mal acht Metern nimmt jeder an, spielt zu und greift an, und wer den Aufschlag bekommt, ist fast immer auch der Angreifer dieses Ballwechsels. Das ist der Kern jeder Taktik im Sand: Der Aufschläger entscheidet, wer angreift, und das annehmende Duo braucht darauf eine Antwort.

Die Bausteine sind dieselben wie bei der Volleyballtaktik in der Halle: Aufschlag, Annahme, Angriff und Abwehr. Zwei Dinge kommen dazu. Wind und Sonne bestimmen auf jeder Seite, was funktioniert. Und in den offiziellen Wettbewerben der FIVB bekommen die Spieler während des Spiels kein Coaching von außen, also trifft das Duo alle Absprachen selbst, vorher und zwischen den Ballwechseln. Was das Regelwerk erlaubt, steht in den Beachvolleyball-Regeln.

Wer blockt und wer verteidigt? Die Aufgabenteilung im Duo

Die erste Absprache in jedem Duo ist die Aufgabenteilung, wenn der Gegner angreift. Es gibt drei Formen, und welche passt, hängt von eurer Größe und eurer Sprungkraft ab.

AufteilungSo funktioniert esPasst zu
Feste RollenEiner blockt in jedem Ballwechsel, der andere verteidigt das Feld dahinterEinem Duo mit einem deutlich größeren Spieler oder besseren Springer
Wechselnder BlockWer auf der Seite des Angreifers steht, blockt; der andere verteidigtZwei Spielern von etwa gleicher Größe
Kein BlockBeide stehen hinten und verteidigen je eine HälfteSpielern, die die Hände nicht über die Netzkante bekommen, oder gegen einen Angreifer, der weit vom Netz schlägt

Für Anfänger ist das Spiel ohne Block oft der beste Start. Ein Block, der knapp zu niedrig ist, hält den Ball nicht auf, lässt aber eine halbe Feldhälfte leer. Erst wenn einer von euch die Hände wirklich über das Netz bekommt, lohnt es sich, feste Rollen auszuprobieren. Im Spitzen-Beachvolleyball spielen fast alle Duos mit einem festen Blocker und einem festen Abwehrspieler.

Feste Rollen haben einen Preis. Schlägt der Blocker auf, muss er nach seinem Aufschlag in wenigen Schritten am Netz stehen, und deshalb schlagen viele Blocker etwas ruhiger auf. Schlägt der Abwehrspieler auf, steht der Blocker schon am Netz. Seine Hände bleiben während des Aufschlags unter dem Kopf, und Winken, Springen oder ein Schritt zur Seite, um die Sicht zu nehmen, ist ein Sichtblock und damit ein Fehler.

Der Side-out: Annahme, Zuspiel und Angriff zu zweit

Nehmt nebeneinander an, jeder in seiner eigenen Hälfte. Ein guter Ausgangspunkt sind zwei bis drei Meter vor der Grundlinie: Einen kurzen Aufschlag erläufst du im Sand leichter nach vorn als einen tiefen nach hinten.

Für den Angriff selbst hast du mehr Möglichkeiten als einen harten Schlag. Steht ein Block, gibt es drei weiche Optionen: den Cut Shot, eine scharfe, kurze Diagonale knapp hinter das Netz; den hohen Linienball über den Block in die tiefe Ecke; und den Ball mit den Fingerknöcheln über den Block, den Pokey. Ein gelegter Ball mit offener Hand oder weichen Fingern ist im Sand ein Fehler; mit gestreckten, geschlossenen Fingerspitzen, der Cobra, ist er erlaubt (Beachregel 13.2.3). Anfänger punkten öfter mit einem platzierten Ball auf eine freie Stelle als mit Kraft direkt auf den Abwehrspieler.

Block und Abwehr: eine Seite zu, die andere offen

Die Grundregel: Der Block nimmt eine Seite, der Abwehrspieler die andere. Blockt der Blocker die Linie, steht der Abwehrspieler diagonal. Blockt er die Diagonale, steht der Abwehrspieler auf der Linie. Was er vorhat, zeigt der Blocker vor dem Aufschlag hinter seinem Rücken, mit einem Zeichen pro Hand für jeden der beiden Angreifer. Was diese Zeichen bedeuten, steht unter Handzeichen im Beachvolleyball.

Die Schwachstelle liegt immer beim Ball über oder neben den Block. Blockt dein Partner die Linie, musst du als Abwehrspieler neben der Diagonale auch den hohen Linienball und den Cut Shot holen. Das gelingt nur, wenn du liest, statt zu raten:

Kommt das Zuspiel schlecht und weit vom Netz, bringt Blocken wenig. Der Blocker löst sich vom Netz, läuft ein paar Meter zurück und verteidigt mit; im Beach heißt das Pull. Sprecht ab, wer dann welche Hälfte nimmt, damit ihr nicht beide nach demselben Ball hechtet.

Aufschlagen mit Plan: Du wählst den Angreifer

Weil der Annehmende meistens auch angreift, entscheidest du mit deinem Aufschlag, wer gegen dich angreift. Vier Ziele, die funktionieren:

  1. Der Spieler, von dem du lieber einen Angriff bekommst. Das ist nicht immer der schwächste Annahmespieler. Ein guter Annahmespieler mit einem vorhersehbaren Angriff ist ein prima Ziel.
  2. Der Blocker. Spielt das andere Duo mit festen Rollen, schlag auf den Blocker auf. Er muss annehmen, anlaufen, angreifen und danach noch ans Netz für seinen Block. Nach ein paar Ballwechseln in dieser Reihenfolge wird sein Block langsamer.
  3. Kurz, oder zwischen die beiden. Ein kurzer Aufschlag zieht den Annahmespieler nach vorn und macht seinen Anlauf knapp; ein Ball in die Mitte sät Zweifel.
  4. Der Spieler, der gerade den langen Ballwechsel gespielt hat. Wer gerade dreimal angreifen musste, bekommt auch den nächsten Aufschlag. So arbeitet die Müdigkeit für dich.

Welche Aufschlagart du dafür wählst, den Flatteraufschlag, den Sprungflatter oder den Skyball, und wie du den Wind in deinem Aufschlag nutzt, steht unter Aufschlagen im Beachvolleyball.

Wind und Sonne: für jede Seite ein eigener Plan

Im Sand spielst du einen Teil des Satzes mit dem Wind und einen Teil dagegen. In Satz eins und zwei wechselt ihr nach jeweils sieben gespielten Punkten die Seite, im dritten Satz nach jeweils fünf (Beachregel 18.2). Macht deshalb für jede Seite einen Plan:

Gewinnst du die Auslosung, wählst du laut Regelwerk entweder Aufschlag oder Annahme, oder die Spielfeldseite. Bei starkem Wind oder tief stehender Sonne kann die Seite die klügere Wahl sein: Ihr beginnt den Satz dann auf der Seite, die zu eurem Spiel passt.

Sprecht vor dem ersten Aufschlag drei Dinge ab. Wer blockt (oder ob ihr beide verteidigt), wer den Ball in der Mitte nimmt und welche Wörter der Zuspieler ruft. Mehr Absprachen merkt ihr euch unter Druck nicht, und diese drei verhindern die meisten verschenkten Punkte von Anfänger-Duos.

Beachtaktik mit deinem Hallenteam trainieren

Viele Hallentrainer gehen im Sommer mit ihrem Team in den Sand. Übungsformen für die Beinarbeit, die Annahme und den Anlauf mit zwei Schritten findest du unter Beachvolleyball-Übungen für dein Hallenteam. Die Taktik aus diesem Artikel legst du darüber, indem du im Zwei gegen Zwei pro Block eine Absprache spielen lässt: zuerst die Aufteilung ohne Block, dann den Block auf der Linie mit dem Abwehrspieler diagonal, und erst danach den Aufschlag auf ein festes Ziel.

Koach ist für Hallenvolleyball gemacht, aber ein Zwei gegen Zwei erfasst du darin als Trainingsspiel. Setz zwei Spieler in Team A und zwei in Team B, lass Rotation für eine feste Aufschlagfolge eingeschaltet und wähle Experte mit dem Fokus Aufschlag und Annahme. Dann gibst du jedem Aufschlag und jeder Annahme eine Note von 0 bis 5, und nach Beenden und speichern siehst du pro Spieler den Durchschnitt. So siehst du schwarz auf weiß, welcher Annahmespieler in jedem Duo den Aufschlag nicht verarbeitet, und auf wen die anderen also aufschlagen sollten.

Ein Trainingsspiel in Koach anlegen: Einfach oder Experte, der Schalter Rotation und pro Spieler Team A oder B
Ein Zwei gegen Zwei anlegen: pro Spieler Team A oder B, Rotation an und Experte, wenn du Aufschlag und Annahme bewerten willst.

Was Koach nach den 14 Gratistagen kostet, steht auf der Preisseite.

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Häufige Fragen

Wer sollte im Beachvolleyball blocken?

Meist der größere Spieler oder der bessere Springer des Duos. Mit festen Rollen blockt er in jedem Ballwechsel, und sein Partner verteidigt das Feld dahinter. Seid ihr etwa gleich groß, blockt, wer auf der Seite des Angreifers steht. Bekommt keiner von euch die Hände über das Netz, spielt ohne Block und verteidigt jeder eine Hälfte.

Was ist ein Cut Shot im Beachvolleyball?

Ein Cut Shot ist ein weicher, scharfer diagonaler Angriff, der knapp hinter dem Netz an der Seitenlinie landet. Der Angreifer dreht seine Hand über den Ball und spielt ihn am Block vorbei, in den Raum, den der Abwehrspieler hinten im Feld nicht erreicht. Neben dem hohen Linienball und dem Pokey mit den Fingerknöcheln ist er einer der meistgenutzten weichen Bälle im Sand.

Was ruft dein Partner beim Beachangriff?

Der Zuspieler schaut nach seinem Zuspiel auf die Abwehr gegenüber und ruft, wo die freie Stelle ist, zum Beispiel „Linie“ oder „Diagonal“, oder „keiner“, wenn kein Block steht. Der Angreifer behält die Augen auf dem Ball und verlässt sich auf diesen Ruf. Legt vorher fest, welche Wörter ihr benutzt und dass ihr die freie Stelle ruft, nicht die Position des Abwehrspielers.

Hilft Beachtaktik auch in der Halle?

Ja, vor allem das Lesen des Angreifers und das Wählen eines Ziels für den Aufschlag. Im Sand muss jeder Spieler annehmen, zuspielen und angreifen und damit selbst entscheiden. Hallenspieler, die einen Sommer lang Zwei gegen Zwei spielen, schauen danach öfter auf die Abwehr, bevor sie schlagen. Die Rotationen und das schnelle Spiel der Halle trainierst du damit nicht.

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