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Angriffsübungen Volleyball: vom Zuwurf bis zum Angriff unter Druck

Der Trainer auf einer Bank neben Position 3, eine Ballkiste und eine Reihe von sechs Spielern, die reihum so hart schlagen wie sie können: So sieht Angriffstraining in sehr vielen Mannschaften aus. Es wird hart gearbeitet, es wird gelacht, und am Samstag landet der erste Angriff wieder im Netz. Dieser Text zeigt, wie du dieselbe Stunde in fünf Stufen aufbaust, damit das, was donnerstags klappt, auch im Spiel existiert.

Lesezeit: 7 Min.

Die Stunde, die fast jede Mannschaft fährt

Ein zugeworfener Ball ist ein völlig brauchbarer Startpunkt. Das Problem ist, dass die meisten Mannschaften genau dort stehen bleiben. Im Spiel kommt der Ball nie aus den Händen des Trainers, drüben steht immer jemand, und es geht selten um den härtesten Schlag, sondern um den Schlag, der in diesem Moment passt. Eine Übung, in der diese drei Dinge fehlen, trainiert exakt eine Sache: den Ballkontakt.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum diese Stunde wenig bringt, und der ist banaler. In einer Sechserreihe an einem Netz schlägt ein Spieler in zwanzig Minuten höchstens zehn oder zwölf Bälle. Das sind zu wenige, um etwas zu verändern, und gleichzeitig stehen dem zehn Minuten Wartezeit gegenüber, in denen niemand etwas tut. Volumen und Echtheit sind die beiden Regler, an denen du drehst, und bei der klassischen Zuwurfübung stehen beide unten.

Die Lösung ist keine neue Übung, sondern eine Reihenfolge. Unten steht eine Leiter aus fünf Stufen. Jede Stufe nimmt ein Stück Vorhersehbarkeit weg, und erst wenn eine Stufe läuft, gehst du zur nächsten.

Die Leiter: fünf Stufen vom Zuwurf zum Druck

  1. Stufe 1 — der Kontakt. Schlagen aus dem Stand oder aus dem eigenen Zuwurf. Kein Anlauf, kein Gegner. Du trainierst die Hand am Ball.
  2. Stufe 2 — der Anlauf. Vollständiger Anlauf auf einen vorhersehbaren Ball des Trainers. Du trainierst Timing und Absprung.
  3. Stufe 3 — der echte Zuspielball. Der Ball kommt vom eigenen Zuspieler, mit aller Unregelmäßigkeit, die dazugehört.
  4. Stufe 4 — Widerstand. Es stehen ein Blockspieler und ein Abwehrspieler da. Der Angreifer muss wählen statt ausführen.
  5. Stufe 5 — Druck. Eine Zählweise, Konsequenzen und müde Beine. Hier zeigt sich, was wirklich drin ist.

Die Regel zum Weitergehen ist einfach und funktioniert auf jedem Niveau: Gelingen mehr als siebzig Prozent, ist die Stufe zu leicht und du gehst hoch. Sackt es unter vierzig Prozent, gehst du eine Stufe zurück — nicht weil die Spieler es nicht können, sondern weil unter dieser Grenze nichts mehr zu lernen ist und es nur noch frustriert.

Wichtiger als die Stufen selbst ist dies: Berühre in jedem Angriffstraining mindestens drei Stufen, und höre nie auf Stufe 1 oder 2 auf. Eine Mannschaft, die eine ganze Saison lang auf Zuwurf schlägt, wird gut im Schlagen auf Zuwurf.

Stufe 1 und 2: der Schlag und der Anlauf auf einen Ball, der nichts tut

Übung: Schlagkontrolle von der Drei-Meter-Linie (8 Min.). Zwei Reihen einander gegenüber auf beiden Seiten des Netzes, alle auf der Drei-Meter-Linie, ein Ball pro Paar. Aus dem Stand, eigener Zuwurf, mit gestrecktem Arm über das Netz schlagen. Die Vorgabe ist nicht Härte, sondern Platzierung: Der Ball muss drüben vor der Drei-Meter-Linie landen. Zwanzig Schläge pro Spieler, und das geht in acht Minuten, weil niemand wartet. Was du korrigierst, ist das Handgelenk: Ein Ball, der flach über das Netz fliegt und hinten ins Aus geht, wurde mit steifer Hand geschlagen. Was genau passieren muss, steht in der Angriffstechnik in fünf Schritten.

Übung: Anlauf ohne Ball (5 Min.). Acht Anläufe entlang der Seitenlinie, mit vollständigem Armschwung und Landung auf zwei Füßen. Das fühlt sich kindisch an und ist der billigste Gewinn, den es gibt: Neun von zehn Angriffsproblemen im Amateurbereich sind Anlaufprobleme. Achte auf die letzten beiden Schritte — die müssen lang und flach sein, nicht kurz und hüpfend. Der Aufbau steht in dem Drei-Schritt-Rhythmus.

Übung: Zuwurf mit Zone (10 Min.). Jetzt der komplette Angriff auf einen hohen Ball des Trainers, aber mit einer zusätzlichen Vorgabe: Der Ball muss in der hinteren Feldhälfte landen. Zehn Bälle pro Spieler, laut mitzählen, wie viele in der Zone landen. Diese Zonenvorgabe ist der Unterschied zwischen "schlagen" und "irgendwohin schlagen", und sie kostet dich nichts.

Stufe 3: das erste echte Zuspiel

Sobald der Ball von einem Menschen kommt, ändert sich alles. Ein Zuspieler stellt nie zwei Bälle exakt gleich, und das ist kein Problem, das du wegputzen musst — das ist die Fertigkeit.

Übung: feste Paare, zwölf Bälle (15 Min.). Stelle den Zuspieler auf Position 3 und arbeite mit festen Paaren aus Zuspieler und Angreifer statt mit einer Reihe, die ständig wechselt. Zwölf Bälle hintereinander pro Angreifer, erst danach wird gewechselt. Zwei Matten oder Hütchen auf dem Boden: eine tief in der Linie, eine kurz diagonal. Die Zählweise: Matte zwei Punkte, Ball im Feld einer, Fehler null. Fünfzehn Punkte und du bist fertig.

Warum feste Paare. Timing ist keine allgemeine Fertigkeit, sondern eine Absprache zwischen zwei Menschen. Ein Angreifer, der alle drei Bälle einen anderen Zuspieler bekommt, lernt nichts über den Moment, in dem er losgehen muss. Rechne mit zehn bis fünfzehn Bällen hintereinander, bevor es zu sitzen beginnt — und akzeptiere, dass die ersten vier davon hässlich sind.

Variante für Fortgeschrittene: Der Zuspieler stellt bewusst abwechselnd hoch und flach, ohne es anzukündigen. Der Angreifer muss seinen Anlauf anpassen, statt zu hoffen, dass der Ball passt. Das ist die schwerste Form auf dieser Stufe und zugleich die nützlichste.

Übungsbibliothek in der Koach-App mit dem Filter Angriff und der Übung Annahme-Angriff über drei Meter
Der Filter Angriff in der Übungsbibliothek: Knapp fünfzig der zweihundert Übungen stehen unter dieser Kategorie, vom ersten Kontakt bis zum Angriff gegen einen Doppelblock.

Stufe 4: drüben steht jemand

Ein einziger Blockspieler verändert eine Angriffsübung vollständig, weil der Angreifer plötzlich irgendwohin spielen muss statt irgendwoher.

Übung: Wählen gegen einen halben Block (15 Min.). Ein Blockspieler auf Position 2, der pro Ball zufällig die Linie oder die Diagonale schließt, und ein Abwehrspieler im Hinterfeld. Der Angreifer bekommt ein Zuspiel und muss in den freien Raum spielen. Zählweise: Punkt in die offene Ecke zwei, Ball im Feld einer, Block oder Aus minus einer. Wer zuerst zehn hat.

Was du hier passieren siehst. Die Hälfte deiner Spieler entscheidet schon während des Anlaufs, schaut auf den Ball und nicht auf den Block, und schlägt also aus Versehen gut oder aus Versehen daneben. Die Korrektur ist ein Satz: Schau in die Luft, nicht auf den Boden. Das kostet Wochen, nicht ein Training.

Phase 2: der Lob kommt dazu. Der Angreifer darf den Ball auch knapp hinter den Block legen, was zwei Punkte bringt, wenn er innerhalb von drei Metern zum Netz fällt und der Abwehrspieler ihn nicht holt. Sobald der Lob zählt, stellt sich der Blockspieler anders hin und das Spiel wird sofort echter. Die Techniken selbst stehen in Lob, Tip und Roll-Shot.

Stufe 5: Angreifen unter Druck

Auf dieser Stufe fügst du keine Technik mehr hinzu. Du fügst Konsequenzen hinzu — und Müdigkeit, denn der Angriff, der am Samstag misslingt, ist selten der erste des Satzes.

Übung: die Dreierserie (15 Min.). Ein Angreifer spielt drei Bälle hintereinander ohne Pause: zuerst einen Angriff aus einem normalen Zuspiel, dann einen Notball, den der Zuspieler bewusst zu weit vom Netz legt, dann einen Angriff, nachdem er selbst einen Ball des Trainers abgewehrt hat. Alle drei müssen ins Feld kommen; ein Fehler und die Serie beginnt von vorn. Höchstens vier Versuche, dann ist der Nächste dran. Rechne mit einem oder zwei Spielern pro Training, die es schaffen — das gehört dazu.

Übung: Angriffsspiel drei gegen drei (18 Min.). Ein fester Zuspieler auf beiden Seiten, zwei Angreifer und ein Blockspieler pro Seite, es zählen nur Angriffspunkte. Ein Aufschlagfehler oder ein verlorener Ballwechsel nach der Annahme bringt nichts; ein erfolgreicher Angriff zählt doppelt. So liegt die gesamte Aufmerksamkeit auf dem dritten Ball, während trotzdem echt gespielt wird.

Was beide Formen tun, ist den Regler "Konsequenzen" umzulegen. Das ist die billigste Art, eine Übung dem Spiel ähnlich zu machen, und warum das funktioniert, steht ausführlicher in spielnahe Übungen.

Lass den Angreifer nie aus der Kiste schlagen, wenn er müde ist. Die letzten zehn Bälle eines Angriffsblocks sind die Bälle, in denen die Technik zusammenbricht und das Risiko für Schulter- oder Knieprobleme steigt. Schließe deine Angriffsstunde mit einer Spielform ab, nicht mit noch einer Reihe.

Zwölf Spieler, ein Netz und keine Warteschlange

Die beste Angriffsübung ist wertlos, wenn acht Leute zuschauen. Mit einer normalen Gruppe und einem Feld arbeitest du deshalb in Stationen und nicht in Reihen:

Rotiere alle sechs Minuten und halte die Kiste am Netz mit mindestens zwölf Bällen gefüllt, mit einem Spieler, der nur zuwirft. Zwei Regeln halten das Ganze am Laufen: höchstens drei Leute in einer Warteschlange, und der Trainer spricht zwischen den Bällen, nicht während geschlagen wird. Mehr Wege, den Stillstand aus deinem Training zu holen, stehen in Schluss mit Schlangestehen.

Rechne für ein Angriffstraining mit vierzig bis sechzig Schlägen pro Angreifer. Unter vierzig passiert zu wenig, um etwas beizubringen; deutlich über sechzig geht die Qualität runter und die Belastung hoch.

Was du misst, und wie viel genug ist

Zähle in der Übung selbst nichts Komplizierteres als getroffen, Feld oder Fehler — das kann ein gerade ausgewechselter Spieler problemlos an den Fingern mitzählen. Die Zahl, die über Wochen etwas aussagt, ist die Angriffsquote aus dem Spiel: erfolgreiche Angriffe minus Fehler, geteilt durch die Gesamtzahl. Notiere sie vor und nach einem Block von drei Wochen. Steigt sie im Training, aber nicht im Spiel, weißt du, dass du zu lange auf Stufe 2 oder 3 hängen geblieben bist.

Achte auch auf die Belastung. Springen und Schlagen ist die schwerste Kombination im Spiel für Knie und Schultern, und zwei harte Angriffstrainings direkt hintereinander sind für einen wachsenden Spieler zu viel. Wechsle eine Angriffsstunde mit einem Training ab, in dem Annahme, Aufschlag oder Abwehr im Vordergrund stehen, und verwende fünf Minuten darauf, wie gelandet wird — siehe Landetechnik. Hat ein Spieler anhaltende Schmerzen in Schulter, Knie oder Rücken, lass das von einer Ärztin oder einem Physiotherapeuten beurteilen, statt es auszusitzen; mit "etwas weniger hart schlagen" ist einer überlasteten Sehne nicht geholfen.

Häufige Fragen

Wie viele Angriffsschläge sollte ein Spieler pro Training machen?

Vierzig bis sechzig vollständige Angriffsschläge sind für ein Amateurtraining eine gute Bandbreite. Darunter sind es zu wenige, um etwas beizubringen, darüber sackt die Technik ab und die Belastung von Schulter und Knie steigt. Bei Jugendlichen im Wachstum bleibst du lieber am unteren Ende und verteilst das Volumen auf zwei Trainings.

Kann ich Angriffsübungen ohne guten Zuspieler machen?

Ja, aber nicht, indem du den Zuspieler weglässt. Lass den Trainer oder einen Spieler mit guten Händen von einer Erhöhung neben Position 3 zuspielen, damit der Ball wenigstens konstant liegt. Sobald dein eigener Zuspieler zwölf Bälle hintereinander stellen kann, übernimmt er — die Unregelmäßigkeit, die er hinzufügt, ist Teil der Übung.

Ab welchem Alter kann man mit echten Angriffsübungen beginnen?

Die Schlagbewegung und den Anlaufrhythmus lernen Kinder spielerisch ab etwa acht Jahren, an einem niedrigeren Netz und mit einem leichteren Ball. Der vollständige Angriff auf Wettkampfhöhe, aus einem Zuspiel und gegen einen Block, kommt erst, wenn Kraft und Koordination mitwachsen. Beginne immer mit Platzierung als Vorgabe und erst viel später mit Härte.

Was mache ich mit einem Spieler, der jeden Ball ins Aus schlägt?

Ändere die Zählweise statt den Spieler. Solange ein harter Ball, der drin landet, genauso viel bringt wie ein platzierter, schlägt er weiter hart. Lass eine Matte oder Zone doppelt zählen und einen Ausball einen Punkt kosten; innerhalb von zwei Trainings siehst du die Hand am Ball anders arbeiten, weil er jetzt Topspin braucht, um zu punkten.

Wie trainiere ich Angriff mit nur sechs Spielern?

Setze einen Zuspieler fest, zwei Angreifer ans Netz, einen Blockspieler auf die andere Seite und zwei Spieler, die zuwerfen und abwehren. Rotiere in Blöcken von vier Minuten. Mit sechs Spielern brauchst du keine Stationen: Die Wartezeit ist von selbst kurz, sofern genug Bälle bereitliegen, damit niemand sammeln muss.

Muss ich Angriffsübungen nach Position aufteilen?

Grundsätzlich nicht — die Leiter oben gilt für alle. Sobald Spieler eine feste Position haben, lohnt es sich, die letzten zwanzig Minuten doch zu trennen, weil ein Außenangreifer vor allem hohe Bälle aus einer mäßigen Annahme bekommt und ein Mittelblocker vor allem schnelle. Positionsbezogene Formen stehen in Übungen für den Außenangreifer.

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