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Vereinsordnung: Muster und Inhalt für deinen Sportverein

Die kurze Antwort

Eine Vereinsordnung im Sportverein führt die Satzung in praktischen Regeln aus: Mitgliedsarten, Beitrag, Austritt, Vereinsdienste, Kleidung und Hallennutzung. Sie darf weder der Satzung noch dem Gesetz widersprechen. Wer sie beschließt, steht in der Satzung: oft die Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand.

Eine Vereinsordnung für deinen Sportverein regelt, was die Satzung offenlässt: wer Mitglied werden kann, wann du kündigst, wie der Beitrag läuft und wer den Thekendienst übernimmt. Hier liest du, was hineingehört, bekommst ein Muster mit zwölf Paragrafen zum Übernehmen und siehst, wie du die Ordnung aktuell hältst.

Lesezeit: 7 Min.

Was ist eine Vereinsordnung, und was ist sie nicht?

Die Satzung ist das Fundament eines Vereins: der Zweck, die Organe, wer was beschließen darf und wie der Verein endet. Sie ist bewusst allgemein gehalten, und sie zu ändern ist in vielen Ländern umständlich. Die Vereinsordnung ist ihre praktische Ausführung. Sie regelt die Dinge, denen Mitglieder wirklich begegnen, und sie lässt sich leichter anpassen.

Die Rangfolge ist in fast jedem Land dieselbe: zuerst das Gesetz, dann die Satzung, dann die Vereinsordnung und darunter einzelne Beschlüsse von Vorstand oder Mitgliederversammlung. Widerspricht die Ordnung der Satzung, gilt die Satzung. Neben Satzung und Ordnung hat ein Verein oft noch weitere Dokumente. So hängen sie zusammen:

DokumentWas es regeltWer es meist beschließt
SatzungZweck, Organe, Zuständigkeiten, Mitgliederversammlung, AuflösungDie Gründer; eine Änderung die Mitgliederversammlung, oft mit Formvorschriften aus dem Gesetz
VereinsordnungMitgliedschaft, Beitrag, Austritt, Dienste, Kleidung, HalleDie Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand
VerhaltenskodexWie alle miteinander umgehen und wo man etwas meldetDer Vorstand oder die Mitgliederversammlung
Einzelne BeschlüsseBeträge, Dienstpläne, Umsetzung der OrdnungVorstand oder Mitgliederversammlung, pro Beschluss

Der Verhaltenskodex regelt das Verhalten; dafür gibt es ein eigenes Muster unter Verhaltenskodex im Sportverein. Die Vereinsordnung regelt die Praxis. Das Vereinsrecht ist von Land zu Land verschieden: Was unten steht, ist ein Aufbau, der fast überall funktioniert. Was bei euch Pflicht ist und wer was beschließt, ergibt sich aus eurer Satzung und dem Recht deines eigenen Landes.

Was steht in einer Vereinsordnung? Ein Muster mit zwölf Paragrafen

Diesen Aufbau kannst du als Muster übernehmen. Bei den Paragrafen, die am häufigsten zu Diskussionen führen, steht eine Beispielformulierung; füll die Stellen in Klammern selbst aus.

  1. Allgemeines. Wozu die Ordnung dient und was vorgeht. „Diese Ordnung führt die Satzung von [Name des Vereins] aus. Bei einem Widerspruch zur Satzung oder zum Gesetz gehen diese vor.“
  2. Mitgliedsarten. Aktive Mitglieder, Freizeitspieler, Jugendmitglieder und passive Mitglieder, und was jede Gruppe darf und zahlt. Ehrenmitglieder und Fördermitglieder, wenn es sie bei euch gibt.
  3. Aufnahme und Probetraining. Wie jemand Mitglied wird und ab wann. „Ein neues Mitglied darf [dreimal] kostenlos mittrainieren. Die Mitgliedschaft beginnt an dem Tag, an dem der ausgefüllte Aufnahmeantrag eingegangen ist.“
  4. Beitrag und andere Zahlungen. Wer die Höhe festlegt, wie und wann du zahlst, Ermäßigungen und der Einstieg mitten in der Saison, und was bei verspäteter Zahlung passiert. „Die Mitgliederversammlung legt jährlich den Beitrag fest. Die Mitglieder zahlen [auf einmal vor dem Datum / in Raten]. Wer nach zwei Erinnerungen nicht gezahlt hat, kann vom Vorstand vorübergehend von Training und Spielen ausgeschlossen werden.“ Wie du das Einziehen selbst organisierst, steht unter Mitgliedsbeiträge im Verein einziehen.
  5. Austritt. Wie, bei wem und bis wann, und was du danach noch zahlst. „Der Austritt ist nur per E-Mail an [Adresse] möglich, spätestens zum [Datum] für die folgende Saison. Wer später austritt, zahlt den Beitrag bis zum Ende der Saison, weil Hallenmiete und Mannschaftsmeldung dann schon feststehen.“ Schreib auch dazu, was nicht zählt: eine Nachricht an den Trainer oder in der Gruppen-App des Teams. Warum so eine Gruppe für Absprachen schlecht funktioniert, liest du unter warum die WhatsApp-Gruppe bei einem Volleyballteam scheitert.
  6. Vereinsdienste. Wer dienstpflichtig ist (ab welchem Alter, pro Mitglied oder pro Familie), wie viele Dienste pro Saison, wer befreit ist, ob man sich freikaufen kann und was passiert, wenn jemand nicht erscheint. Die Entscheidungen dahinter stehen unter Vereinsdienste im Sportverein.
  7. Teams, Training und Spiele. Wer die Teams einteilt, wie und bis wann du dich abmeldest, und wer eine Strafe des Verbands zahlt, die ein Mitglied verursacht, zum Beispiel weil es nicht zum Pfeifen erscheint.
  8. Kleidung und Material. Ob ein Trikotsatz Pflicht ist, wer ihn bezahlt, wem er gehört und ob er beim Austritt zurückgegeben werden muss. Und zu welchen Bedingungen Mitglieder Vereinsmaterial ausleihen.
  9. Sportstätte. Hallenschuhe, Essen und Trinken, Umkleiden, wer abschließt und wer Schäden bezahlt. Verweise auf die Hallenordnung des Eigentümers, statt sie abzuschreiben.
  10. Kommunikation und Datenschutz. Über welche Kanäle der Verein offiziell kommuniziert, welche Mitgliederdaten ihr erfasst, wer sie einsieht und wie ihr mit Fotos umgeht. Welche Daten du speichern darfst und wie lange, steht unter welche Mitgliederdaten ein Sportverein aufbewahrt.
  11. Vorstand, Ausschüsse und Finanzen. Wer welche Aufgabe hat, wer im Namen des Vereins Ausgaben tätigen darf und bis zu welchem Betrag, wie Auslagen erstattet werden und wer die Kasse prüft.
  12. Sanktionen und Schlussbestimmungen. Ein Verweis auf den Verhaltenskodex und auf die Sanktionen aus der Satzung, wie die Ordnung geändert wird und ab welchem Datum diese Fassung gilt.

So beschließt ihr die Vereinsordnung

  1. Schreibt den Entwurf in einer kleinen Gruppe. Ein Vorstandsmitglied, die Mitgliederverwaltung und jemand, der die Teams einteilt. Sie wissen, worum es in den Diskussionen der letzten Saisons ging.
  2. Legt ihn neben die Satzung. Regelt die Satzung etwas schon, verweist ihr nur darauf. Steht etwas drin, das die Satzung anders regelt, streicht es.
  3. Lasst die Mitglieder vorher mitlesen. Stellt den Entwurf ein paar Wochen vor der Versammlung auf die Website, mit einer Adresse für Anmerkungen.
  4. Lasst ihn von dem Organ beschließen, das die Satzung bestimmt. Meist ist das die Mitgliederversammlung; wie du sie mit Einladung, Tagesordnung und Abstimmung vorbereitest, steht unter die Mitgliederversammlung im Verein.
  5. Schreibt Fassung und Datum darüber und veröffentlicht die Ordnung an einem festen Ort. Neue Mitglieder bekommen sie mit ihrer Aufnahme.

Vier Fehler, die eine Vereinsordnung unbrauchbar machen

Halte Beträge aus dem Text heraus. Schreib in die Ordnung: Die Mitgliederversammlung legt jährlich den Beitrag fest. Dann muss die Ordnung nicht zurück in die Versammlung, wenn sich nur der Betrag ändert, und es ist nie eine alte Fassung mit einem anderen Betrag im Umlauf.

Die Vereinsordnung in der Praxis mit Koach Club

Wir machen Koach, eine App für Volleyballtrainer und ihren Verein; lies diesen Teil also als Erklärung zu unserem eigenen Produkt. Koach schreibt deine Vereinsordnung nicht und speichert sie auch nicht als Dokument. Zwei Paragrafen aus dem Muster oben werden damit aber praktisch.

Eine neue oder geänderte Vereinsordnung machst du mit einer Vereinsmitteilung bekannt: Unter Profil tippst du bei Verein auf Vereinsmitteilungen und dann auf Neue Vereinsmitteilung. Sie erreicht jeden Trainer, Spieler und jedes Elternteil in den Teams des Vereins. Einen Anhang kannst du nicht mitschicken, also schreib in die Nachricht, wo die Ordnung steht.

Vereins-Dashboard in Koach mit den Kacheln Teams und Spieler und darunter Mitglieder, Teameinteilung, Teamprotokoll, Vereinsdienste und Spieltag
Das Vereins-Dashboard: Unter Planung stehen die Vereinsdienste, wo du die Norm aus deiner Vereinsordnung einstellst.

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Häufige Fragen

Ist eine Vereinsordnung für einen Verein Pflicht?

Das ist von Land zu Land verschieden und steht manchmal in der Satzung selbst. In vielen Ländern ist sie keine Pflicht, aber ohne Ordnung muss der Vorstand bei jeder Diskussion über Austritt, Beitrag oder Dienste auf lose Absprachen zurückgreifen. Schau deshalb zuerst in eure Satzung und in das Recht deines eigenen Landes, und frag im Zweifel bei deinem Sportverband nach.

Was ist der Unterschied zwischen Satzung und Vereinsordnung?

Die Satzung legt das Fundament: den Zweck des Vereins, die Organe, wer was beschließen darf und wie der Verein endet. Die Vereinsordnung führt das in praktischen Regeln zu Mitgliedschaft, Beitrag, Austritt, Diensten und Halle aus. Die Ordnung darf der Satzung nicht widersprechen und ist meist leichter zu ändern.

Wer darf die Vereinsordnung ändern?

Das steht in der Satzung. Oft ist es die Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand. Setz eine Änderung auf die Tagesordnung, lass die Mitglieder den neuen Entwurf vorher lesen und schreib nach dem Beschluss Datum und Fassung oben auf die Ordnung, damit klar ist, welcher Text gilt.

Darf der Mitgliedsbeitrag in der Vereinsordnung stehen?

Er darf, aber es ist unpraktisch. Ein Betrag in der Ordnung bedeutet, dass du die Ordnung jedes Jahr ändern musst, wenn sich der Beitrag ändert. Schreib in die Ordnung lieber, wer den Beitrag festlegt und wie gezahlt wird, und halte den Betrag selbst in einem Beschluss der Mitgliederversammlung und auf der Website fest.

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