Vereinsordnung: Muster und Inhalt für deinen Sportverein
Die kurze Antwort
Eine Vereinsordnung im Sportverein führt die Satzung in praktischen Regeln aus: Mitgliedsarten, Beitrag, Austritt, Vereinsdienste, Kleidung und Hallennutzung. Sie darf weder der Satzung noch dem Gesetz widersprechen. Wer sie beschließt, steht in der Satzung: oft die Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand.
Eine Vereinsordnung für deinen Sportverein regelt, was die Satzung offenlässt: wer Mitglied werden kann, wann du kündigst, wie der Beitrag läuft und wer den Thekendienst übernimmt. Hier liest du, was hineingehört, bekommst ein Muster mit zwölf Paragrafen zum Übernehmen und siehst, wie du die Ordnung aktuell hältst.
Was ist eine Vereinsordnung, und was ist sie nicht?
Die Satzung ist das Fundament eines Vereins: der Zweck, die Organe, wer was beschließen darf und wie der Verein endet. Sie ist bewusst allgemein gehalten, und sie zu ändern ist in vielen Ländern umständlich. Die Vereinsordnung ist ihre praktische Ausführung. Sie regelt die Dinge, denen Mitglieder wirklich begegnen, und sie lässt sich leichter anpassen.
Die Rangfolge ist in fast jedem Land dieselbe: zuerst das Gesetz, dann die Satzung, dann die Vereinsordnung und darunter einzelne Beschlüsse von Vorstand oder Mitgliederversammlung. Widerspricht die Ordnung der Satzung, gilt die Satzung. Neben Satzung und Ordnung hat ein Verein oft noch weitere Dokumente. So hängen sie zusammen:
| Dokument | Was es regelt | Wer es meist beschließt |
|---|---|---|
| Satzung | Zweck, Organe, Zuständigkeiten, Mitgliederversammlung, Auflösung | Die Gründer; eine Änderung die Mitgliederversammlung, oft mit Formvorschriften aus dem Gesetz |
| Vereinsordnung | Mitgliedschaft, Beitrag, Austritt, Dienste, Kleidung, Halle | Die Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand |
| Verhaltenskodex | Wie alle miteinander umgehen und wo man etwas meldet | Der Vorstand oder die Mitgliederversammlung |
| Einzelne Beschlüsse | Beträge, Dienstpläne, Umsetzung der Ordnung | Vorstand oder Mitgliederversammlung, pro Beschluss |
Der Verhaltenskodex regelt das Verhalten; dafür gibt es ein eigenes Muster unter Verhaltenskodex im Sportverein. Die Vereinsordnung regelt die Praxis. Das Vereinsrecht ist von Land zu Land verschieden: Was unten steht, ist ein Aufbau, der fast überall funktioniert. Was bei euch Pflicht ist und wer was beschließt, ergibt sich aus eurer Satzung und dem Recht deines eigenen Landes.
Was steht in einer Vereinsordnung? Ein Muster mit zwölf Paragrafen
Diesen Aufbau kannst du als Muster übernehmen. Bei den Paragrafen, die am häufigsten zu Diskussionen führen, steht eine Beispielformulierung; füll die Stellen in Klammern selbst aus.
- Allgemeines. Wozu die Ordnung dient und was vorgeht. „Diese Ordnung führt die Satzung von [Name des Vereins] aus. Bei einem Widerspruch zur Satzung oder zum Gesetz gehen diese vor.“
- Mitgliedsarten. Aktive Mitglieder, Freizeitspieler, Jugendmitglieder und passive Mitglieder, und was jede Gruppe darf und zahlt. Ehrenmitglieder und Fördermitglieder, wenn es sie bei euch gibt.
- Aufnahme und Probetraining. Wie jemand Mitglied wird und ab wann. „Ein neues Mitglied darf [dreimal] kostenlos mittrainieren. Die Mitgliedschaft beginnt an dem Tag, an dem der ausgefüllte Aufnahmeantrag eingegangen ist.“
- Beitrag und andere Zahlungen. Wer die Höhe festlegt, wie und wann du zahlst, Ermäßigungen und der Einstieg mitten in der Saison, und was bei verspäteter Zahlung passiert. „Die Mitgliederversammlung legt jährlich den Beitrag fest. Die Mitglieder zahlen [auf einmal vor dem Datum / in Raten]. Wer nach zwei Erinnerungen nicht gezahlt hat, kann vom Vorstand vorübergehend von Training und Spielen ausgeschlossen werden.“ Wie du das Einziehen selbst organisierst, steht unter Mitgliedsbeiträge im Verein einziehen.
- Austritt. Wie, bei wem und bis wann, und was du danach noch zahlst. „Der Austritt ist nur per E-Mail an [Adresse] möglich, spätestens zum [Datum] für die folgende Saison. Wer später austritt, zahlt den Beitrag bis zum Ende der Saison, weil Hallenmiete und Mannschaftsmeldung dann schon feststehen.“ Schreib auch dazu, was nicht zählt: eine Nachricht an den Trainer oder in der Gruppen-App des Teams. Warum so eine Gruppe für Absprachen schlecht funktioniert, liest du unter warum die WhatsApp-Gruppe bei einem Volleyballteam scheitert.
- Vereinsdienste. Wer dienstpflichtig ist (ab welchem Alter, pro Mitglied oder pro Familie), wie viele Dienste pro Saison, wer befreit ist, ob man sich freikaufen kann und was passiert, wenn jemand nicht erscheint. Die Entscheidungen dahinter stehen unter Vereinsdienste im Sportverein.
- Teams, Training und Spiele. Wer die Teams einteilt, wie und bis wann du dich abmeldest, und wer eine Strafe des Verbands zahlt, die ein Mitglied verursacht, zum Beispiel weil es nicht zum Pfeifen erscheint.
- Kleidung und Material. Ob ein Trikotsatz Pflicht ist, wer ihn bezahlt, wem er gehört und ob er beim Austritt zurückgegeben werden muss. Und zu welchen Bedingungen Mitglieder Vereinsmaterial ausleihen.
- Sportstätte. Hallenschuhe, Essen und Trinken, Umkleiden, wer abschließt und wer Schäden bezahlt. Verweise auf die Hallenordnung des Eigentümers, statt sie abzuschreiben.
- Kommunikation und Datenschutz. Über welche Kanäle der Verein offiziell kommuniziert, welche Mitgliederdaten ihr erfasst, wer sie einsieht und wie ihr mit Fotos umgeht. Welche Daten du speichern darfst und wie lange, steht unter welche Mitgliederdaten ein Sportverein aufbewahrt.
- Vorstand, Ausschüsse und Finanzen. Wer welche Aufgabe hat, wer im Namen des Vereins Ausgaben tätigen darf und bis zu welchem Betrag, wie Auslagen erstattet werden und wer die Kasse prüft.
- Sanktionen und Schlussbestimmungen. Ein Verweis auf den Verhaltenskodex und auf die Sanktionen aus der Satzung, wie die Ordnung geändert wird und ab welchem Datum diese Fassung gilt.
So beschließt ihr die Vereinsordnung
- Schreibt den Entwurf in einer kleinen Gruppe. Ein Vorstandsmitglied, die Mitgliederverwaltung und jemand, der die Teams einteilt. Sie wissen, worum es in den Diskussionen der letzten Saisons ging.
- Legt ihn neben die Satzung. Regelt die Satzung etwas schon, verweist ihr nur darauf. Steht etwas drin, das die Satzung anders regelt, streicht es.
- Lasst die Mitglieder vorher mitlesen. Stellt den Entwurf ein paar Wochen vor der Versammlung auf die Website, mit einer Adresse für Anmerkungen.
- Lasst ihn von dem Organ beschließen, das die Satzung bestimmt. Meist ist das die Mitgliederversammlung; wie du sie mit Einladung, Tagesordnung und Abstimmung vorbereitest, steht unter die Mitgliederversammlung im Verein.
- Schreibt Fassung und Datum darüber und veröffentlicht die Ordnung an einem festen Ort. Neue Mitglieder bekommen sie mit ihrer Aufnahme.
Vier Fehler, die eine Vereinsordnung unbrauchbar machen
- Beträge und Daten im Text. Wer den Beitrag oder den Kündigungstermin in die Ordnung schreibt, muss sie jedes Jahr ändern. Schreib in die Ordnung, wer den Betrag festlegt, und den Betrag selbst in einen Beschluss und auf die Website.
- Regeln, die niemand durchsetzt. Eine Strafe, die nie verhängt wird, nimmt auch dem Rest der Ordnung den Ernst. Streicht, was ihr nicht umsetzt.
- Doppelte Texte. Steht dieselbe Regel in der Satzung, der Ordnung und dem Verhaltenskodex, laufen die Fassungen nach ein paar Jahren auseinander. Schreib sie an eine Stelle und verweise von den anderen darauf.
- Niemand weiß, wo sie steht. Eine Ordnung, die nur in einem Ordner des Schriftführers liegt, hilft niemandem bei einer Diskussion über einen Austritt.
Halte Beträge aus dem Text heraus. Schreib in die Ordnung: Die Mitgliederversammlung legt jährlich den Beitrag fest. Dann muss die Ordnung nicht zurück in die Versammlung, wenn sich nur der Betrag ändert, und es ist nie eine alte Fassung mit einem anderen Betrag im Umlauf.
Die Vereinsordnung in der Praxis mit Koach Club
Wir machen Koach, eine App für Volleyballtrainer und ihren Verein; lies diesen Teil also als Erklärung zu unserem eigenen Produkt. Koach schreibt deine Vereinsordnung nicht und speichert sie auch nicht als Dokument. Zwei Paragrafen aus dem Muster oben werden damit aber praktisch.
- Vereinsdienste (§ 6). Unter Vereinsdienste im Vereins-Dashboard legst du eine Norm pro Mitglied und Saison fest, mit Befreit, wenn jünger als und Trainer befreit. Koach zählt mit, wer seine Dienste übernommen hat, und mit Mitglieder sehen ihren eigenen Stand sieht jedes Mitglied selbst, wie es dasteht.
- Zahlungen (§ 4). Unter Beiträge legst du mit Neuer Beitrag einen Posten mit Betrag und Fälligkeitsdatum an, wählst bei Wer muss zahlen? ein ganzes Team oder einzelne Mitglieder und fügst einen Zahlungslink hinzu. Pro Mitglied siehst du, ob der Betrag offen oder bezahlt ist. Koach wickelt selbst keine Zahlungen ab.
Eine neue oder geänderte Vereinsordnung machst du mit einer Vereinsmitteilung bekannt: Unter Profil tippst du bei Verein auf Vereinsmitteilungen und dann auf Neue Vereinsmitteilung. Sie erreicht jeden Trainer, Spieler und jedes Elternteil in den Teams des Vereins. Einen Anhang kannst du nicht mitschicken, also schreib in die Nachricht, wo die Ordnung steht.
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Häufige Fragen
Ist eine Vereinsordnung für einen Verein Pflicht?
Das ist von Land zu Land verschieden und steht manchmal in der Satzung selbst. In vielen Ländern ist sie keine Pflicht, aber ohne Ordnung muss der Vorstand bei jeder Diskussion über Austritt, Beitrag oder Dienste auf lose Absprachen zurückgreifen. Schau deshalb zuerst in eure Satzung und in das Recht deines eigenen Landes, und frag im Zweifel bei deinem Sportverband nach.
Was ist der Unterschied zwischen Satzung und Vereinsordnung?
Die Satzung legt das Fundament: den Zweck des Vereins, die Organe, wer was beschließen darf und wie der Verein endet. Die Vereinsordnung führt das in praktischen Regeln zu Mitgliedschaft, Beitrag, Austritt, Diensten und Halle aus. Die Ordnung darf der Satzung nicht widersprechen und ist meist leichter zu ändern.
Wer darf die Vereinsordnung ändern?
Das steht in der Satzung. Oft ist es die Mitgliederversammlung, manchmal der Vorstand. Setz eine Änderung auf die Tagesordnung, lass die Mitglieder den neuen Entwurf vorher lesen und schreib nach dem Beschluss Datum und Fassung oben auf die Ordnung, damit klar ist, welcher Text gilt.
Darf der Mitgliedsbeitrag in der Vereinsordnung stehen?
Er darf, aber es ist unpraktisch. Ein Betrag in der Ordnung bedeutet, dass du die Ordnung jedes Jahr ändern musst, wenn sich der Beitrag ändert. Schreib in die Ordnung lieber, wer den Beitrag festlegt und wie gezahlt wird, und halte den Betrag selbst in einem Beschluss der Mitgliederversammlung und auf der Website fest.
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