Vertrauensperson im Sportverein: Aufgaben, Auswahl und Zugriff
Die kurze Antwort
Eine Vertrauensperson ist die niedrigschwellige Anlaufstelle des Vereins bei Grenzverletzungen und Gewalt: Sie hört zu, vermittelt weiter und berät den Vorstand, ermittelt aber nicht selbst. Wähle jemanden ohne andere Funktion im Verein. In Koach Club sieht die Rolle Namen und Teams, aber keine Kontaktdaten oder Finanzen.
Dein Sportverein will eine Vertrauensperson benennen oder sucht eine Nachfolge für die bisherige. Dann will der Vorstand wissen, was diese Person macht, wer geeignet ist und wie die Mitglieder sie finden. Und weil die Rolle auch im Vereinssystem landet: Was sollte eine Vertrauensperson dort sehen, und was gerade nicht?
Was macht eine Vertrauensperson im Sportverein?
Eine Vertrauensperson, je nach Verein und Landessportbund auch Ansprechperson oder Kinderschutzbeauftragte genannt, ist die niedrigschwellige Anlaufstelle des Vereins bei Grenzverletzungen, sexualisierter und anderer Gewalt, Mobbing oder Diskriminierung. Ein Mitglied, ein Elternteil oder ein Ehrenamtlicher kann sich an sie wenden, wenn er damit nicht zum eigenen Trainer oder zum Vorstand gehen möchte. Die Rolle besteht aus drei Teilen:
- Zuhören. Sie ist die erste Anlaufstelle: Sie hört sich an, was passiert ist, fragt nach und urteilt nicht. Das Gespräch ist vertraulich.
- Weitervermitteln. Sie kennt den Weg: zum Vorstand, zu einer Fachberatungsstelle vor Ort, zum Landessportbund und, wenn es eilt, zur Polizei oder zum Jugendamt. Wie es dann weitergeht, regelt der Interventionsplan in eurem Schutzkonzept.
- Beraten. Sie unterstützt den Vorstand bei der Prävention: Verhaltensregeln, das Klima im Verein, Information für Trainer und Eltern.
Genauso wichtig ist, was sie nicht macht. Eine Vertrauensperson ermittelt nicht selbst, was passiert ist, ist keine Therapeutin und nicht für die Lösung verantwortlich: Diese Verantwortung bleibt beim Vorstand. Und vertraulich heißt nicht geheim. Ist jemand in Gefahr, muss sie Informationen weitergeben können, und das sagt sie vorher, bevor das Gespräch inhaltlich wird.
Der Rahmen in Deutschland: Landessportbund und Schutzkonzept
Geprüft im Oktober 2026 auf der Seite des Landessportbundes NRW zum Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter und interpersoneller Gewalt im Sport. Das ist keine Rechtsberatung.
Konkrete Anforderungen an Vereine kommen in Deutschland meist vom Landessportbund und seiner Sportjugend, und sie unterscheiden sich von Land zu Land. Ein gutes Beispiel ist das Qualitätsbündnis des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Wer Mitglied werden will, erfüllt zehn Kriterien, darunter diese:
- Ein Beschluss. Vorstand und Jahreshauptversammlung beschließen, dass der Verein das Thema Schutz vor sexualisierter und interpersoneller Gewalt bearbeitet, und es kommt in die Satzung.
- Mindestens eine Ansprechperson. Der Verein benennt mindestens eine Ansprechperson, lässt sie in der Qualifizierung des LSB schulen (15 Lerneinheiten) und macht sie im Verein bekannt.
- Ein Schutzkonzept. Eine Risikoanalyse, daraus Verhaltensleitlinien für den Verein und ein eigenes Präventions- und Interventionskonzept.
- Erweitertes Führungszeugnis und Ehrenkodex. Vorstand, Jugendvorstand und die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden legen regelmäßig, spätestens alle fünf Jahre, ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreiben den Ehrenkodex des LSB NRW.
- Sensibilisierung für alle. Übungsleitende, Trainerinnen und Trainer sowie die übrigen Mitarbeitenden werden regelmäßig sensibilisiert oder qualifiziert.
- Kontakt nach außen. Der Verein nimmt Kontakt zu den Fachberatungsstellen vor Ort auf und bleibt mit ihnen im Austausch.
Spielt dein Verein in einem anderen Bundesland, in Österreich oder in der Schweiz, frag bei deinem Landessportbund, deiner Sportjugend oder deinem Verband nach, welcher Rahmen für euch gilt.
Wen wählst du als Vertrauensperson?
Die wichtigste Eigenschaft steht in keinem Lebenslauf: Die Mitglieder müssen sich trauen, sie anzusprechen. Achte bei der Auswahl auf vier Dinge:
- Keine andere Funktion im Verein. Ein Trainer oder ein Vorstandsmitglied steckt selbst in den Beziehungen, um die es in einem Gespräch gehen kann. Wer sich an die Vertrauensperson wendet, muss sich darauf verlassen können, dass sie kein eigenes Interesse hat.
- Neutral und verschwiegen. Jemand, der zuhört, ohne zu urteilen, und im Vereinsheim nicht erzählt, was er weiß.
- Kennt den Verein. Wie die Teams heißen, wer trainiert, wie der Vorstand arbeitet. Das kann jemand ohne Amt, aber mit einer Bindung an den Verein sein: ein Elternteil, ein ehemaliges Mitglied, eine Spielerin aus einer Freizeitmannschaft.
- Erreichbar. Wer nie in die Halle kommt und nicht ans Telefon geht, ist nur auf dem Papier eine Anlaufstelle. Vereinbart, wie Mitglieder sie erreichen und wie schnell sie antwortet.
Wenn es geht, benennt zwei Personen, am besten eine Frau und einen Mann: Dann können die Mitglieder wählen, mit wem sie sprechen. Benennt die Vertrauensperson für eine feste Amtszeit, zum Beispiel ein paar Saisons, und setzt die Auswertung in eure Jahresplanung, neben die anderen festen Punkte aus der Checkliste für die Volleyballsaison. Gibt es in eurem Verein eine Arbeitsgruppe Kinderschutz, haltet sie fest wie eure anderen Ausschüsse; wie das geht, steht in der Anleitung zum Festhalten von Ausschüssen.
Die Rolle bei Mitgliedern und Eltern bekannt machen
Eine Vertrauensperson, die niemand kennt, hilft niemandem. Auch das Qualitätsbündnis des LSB NRW verlangt, dass der Verein seine Ansprechperson bekannt macht. In der Praxis heißt das:
- ein fester Platz auf der Vereinswebsite, mit Name, Foto und Kontaktweg;
- ein Plakat oder Kärtchen im Vereinsheim und bei den Umkleiden;
- eine kurze Vorstellung auf der Mitgliederversammlung und bei den Eltern der Jugendteams;
- eine Nachricht zu Beginn jeder Saison, damit auch neue Mitglieder Bescheid wissen.
Diese Nachricht kann in Koach Club als Vereinsmitteilung rausgehen. Öffne Profil über den Kreis oben rechts in der App, tippe auf Vereinsmitteilungen und dann auf das Pluszeichen, schreib deine Nachricht in Neue Vereinsmitteilung und tippe auf An alle Mitglieder senden. Mitglieder mit der iPhone- oder Android-App bekommen sie als Push-Benachrichtigung, außer sie haben den Schalter Vereinsmitteilungen ausgeschaltet, und danach steht sie in Profil unter Vereinsmitteilungen. Das Recht, Vereinsmitteilungen zu senden, hat die Rolle Vertrauensperson selbst, sie muss also nicht über den Vorstand gehen. Dafür muss sie allerdings selbst in einem Team des Vereins sein, zum Beispiel als Spielerin oder Elternteil, denn Profil gibt es nur für ein Konto mit Team. Mitglieder ohne Koach-Konto bekommen die Mitteilung nicht: Website und Aushang bleiben also nötig.
Koach Club richten wir gemeinsam mit dir ein. Für Club gibt es keine Testphase: Hinterlass deine Daten, dann zeigen wir dir, wie die Vereinsrollen funktionieren, und richten deinen Verein mit dir ein. Willst du die App erst selbst sehen, dann teste sie 14 Tage gratis mit einem Team.
Kennenlernen vereinbaren App mit einem Team ansehenWas sollte eine Vertrauensperson im Vereinssystem sehen?
Sobald ein Verein mit einer Mitgliederverwaltung oder einer Vereins-App arbeitet, kommt die Frage von selbst: Bekommt die Vertrauensperson ein Konto, und was sieht sie dann? Es gibt drei Antworten.
Kein Zugang. Sicher, aber unpraktisch. Sie weiß nicht, in welchem Team jemand spielt oder wer dort trainiert, und für jede Nachricht an die Mitglieder muss sie beim Vorstand anklopfen. Damit wird sie von genau den Leuten abhängig, um die es in einem Gespräch gehen kann.
Ein normales Administratorkonto. Schnell eingerichtet, denn in einem System ohne Rollen heißt ein Konto: alles sehen. Dann bekommt die Vertrauensperson die E-Mail-Adressen der Mitglieder und die Daten der Eltern von Minderjährigen, die Finanzen und die Notizen der Trainer über Spieler. Die braucht sie nicht: Wer ihr etwas erzählen will, kommt von selbst. Und je mehr sie sieht, desto mehr vermischt sich ihre Rolle mit der des Vorstands oder der sportlichen Leitung.
Eine eigene Rolle mit eingeschränkten Rechten. Sie sieht, was sie für ihre Aufgabe braucht, und sonst nichts: wer Mitglied ist und in welchem Team, und einen Weg, den ganzen Verein zu erreichen. Das passt zu der Regel, personenbezogene Daten nur mit denen zu teilen, die sie brauchen; mehr dazu im Beitrag über die Mitgliederdaten, die ein Sportverein speichert.
Die beiden rechten Spalten sind die Rollen Vereinsadministrator und Vertrauensperson in Koach Club, geprüft im Oktober 2026.
| Was die Vertrauensperson bekommt | Kein Konto | Vereinsadministrator | Rolle Vertrauensperson |
|---|---|---|---|
| Namen der Mitglieder und ihr Team | Nein | Ja | Ja |
| Nachricht an alle Mitglieder | Über den Vorstand | Ja | Ja |
| E-Mail-Adressen und verknüpfte Eltern | Nein | Ja | Nein |
| Beiträge und wer noch zahlen muss | Nein | Ja | Nein |
| Notizen der Trainer über Spieler | Nein | Ja | Nein |
| Export des ganzen Vereins in einer Datei | Nein | Ja | Nein |
So richtest du die Rolle in Koach Club ein
In Koach Club ist die Vertrauensperson eine der fünf Vereinsrollen. Ein Vereinsadministrator öffnet Profil, tippt auf Vereins-Dashboard und wählt den Reiter Administratoren. Dort trägt er im Feld E-Mail eines bestehenden Kontos die Adresse ein, mit der sich die Vertrauensperson bei Koach registriert hat, wählt bei Rolle die Option Vertrauensperson und tippt auf Vereinsadministrator hinzufügen. Die Vertrauensperson braucht also ein Koach-Konto, aber kein eigenes Abo: Die Rolle läuft über das Club-Abo. Ist sie in keinem Team, steht auf ihrem Startbildschirm ein Button zum Vereins-Dashboard; nur für Vereinsmitteilungen braucht sie ein Team. Alle Schritte und die anderen vier Rollen stehen in der Anleitung zum Hinzufügen von Vereinsadministratoren.
Mit dieser Rolle sieht sie im Vereins-Dashboard die Übersicht der Teams und die Mitglieder mit Name und Team, und sie kann Vereinsmitteilungen senden. E-Mail-Adressen, verknüpfte Eltern und das Alter der Mitglieder bekommt sie nicht, ebenso wenig die Beiträge, das Teamprotokoll mit den Notizen der Trainer und den Export des ganzen Vereins. Diese Sperre sitzt auf dem Server: Was sie nicht sehen darf, wird gar nicht erst an ihr Handy geschickt. Endet ihre Amtszeit, tippt sie selbst unten in der Übersicht auf Meine Vereinsrolle abgeben, oder ein Vereinsadministrator entfernt sie unter Administratoren aus der Liste.
Was Koach nicht hat: ein Meldeformular, eine Fallakte oder einen Ort, um Gespräche festzuhalten. Suchst du so etwas, ist Koach dafür nicht gemacht. Wie Gespräche und Verdachtsfälle dokumentiert werden, legt euer Schutzkonzept fest, und dorthin gehört diese Dokumentation, nicht in eine App, die auch Trainer und Eltern nutzen.
Teamkommunikation ohne Privatnachrichten
Ein sicheres Vereinsklima hat auch mit den Kanälen zu tun, über die Trainer und Spieler sich erreichen. Vereinbart euer Verein, dass Nachrichten an Jugendspieler an die ganze Gruppe gehen, hilft es, wenn der Teamkanal keinen anderen Weg kennt. In Koach ist das so: Es gibt keinen Chat und keine Privatnachrichten. Ein Trainer stellt auf dem Dashboard des Teams eine Ankündigung, eine Umfrage oder eine Aufgabe ein; für eine Aufgabe meldet sich jemand mit Ich mache das. Alle im Team sehen dieselbe Nachricht. Wie die drei funktionieren, steht im Beitrag über Ankündigungen, Umfragen und Aufgaben.
Ehrlich gesagt: Eine App kann nicht verhindern, dass jemand außerhalb der App eine Privatnachricht schickt. Die Regel selbst gehört in den Verhaltenskodex deines Vereins, und die Vertrauensperson kann dem Vorstand helfen, sie bekannt zu machen. Wie solche Regeln zusammen ein Schutzkonzept ergeben, steht im Beitrag über ein sicheres Klima in deinem Verein.
Für wen Koach Club passt, und was es kostet
Koach Club passt zu einem Volleyballverein mit mehreren Teams, der die Rollen im Vorstand trennen will: der Kassenwart beim Geld, der Technische Manager beim Training, die Vertrauensperson bei Namen und Teams ohne Kontaktdaten. Es passt nicht, wenn du ein Meldesystem oder eine Fallakte suchst, wenn du ein System für alle Sparten eines Mehrspartenvereins willst (Koach ist nur für Volleyball) oder wenn du eine Mitgliederverwaltung mit Beitragseinzug brauchst: Das macht Koach nicht.
Club kostet 9,99 € im Monat für den ganzen Verein, oder 8,33 € im Monat bei jährlicher Zahlung, mit unbegrenzt vielen Teams und Trainern. Die Vereinsrollen sind dabei, und Spieler und Eltern nutzen Koach kostenlos. Für Club gibt es keine Testphase: Du hinterlässt deine Daten auf der Vereinsseite, und wir richten den Verein gemeinsam mit dir ein. Alle Preise stehen auf der Preisseite.
Lass die Vertrauensperson sich selbst vorstellen. Eine Vereinsmitteilung zu Saisonbeginn, in ihren eigenen Worten: wer sie ist, womit man zu ihr kommen kann und wie man sie erreicht. Eine Nachricht von der Person selbst sagt mehr als ein Satz in der Vereinsordnung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Vertrauensperson, Ansprechperson und Kinderschutzbeauftragtem?
Meist ist dieselbe Rolle gemeint: die erste Anlaufstelle im eigenen Verein, die zuhört und weitervermittelt, aber nicht selbst ermittelt. Der Landessportbund NRW spricht von Ansprechperson, viele Vereine sagen Vertrauensperson oder Kinderschutzbeauftragte. Welcher Name bei euch gilt und was genau dazugehört, legt euer Schutzkonzept fest. Für Beratung von außen gibt es die Fachberatungsstellen vor Ort.
Darf ein Trainer oder Vorstandsmitglied Vertrauensperson sein?
In den zehn Kriterien des Qualitätsbündnisses des LSB NRW steht dazu keine Vorgabe, und andere Landessportbünde können eigene Regeln haben. Wir raten trotzdem davon ab: Ein Gespräch kann gerade einen Trainer oder den Vorstand betreffen, und dann braucht es jemanden ohne eigenes Interesse. Wähle jemanden, der den Verein kennt, aber dort kein Amt hat, und frag bei deinem Landessportbund nach, was für euch gilt.
Braucht eine Vertrauensperson ein erweitertes Führungszeugnis und eine Schulung?
Im Qualitätsbündnis des Landessportbundes NRW ja: Die Ansprechperson durchläuft die Qualifizierung des LSB mit 15 Lerneinheiten, und Vorstand sowie ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende legen spätestens alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vor. In anderen Bundesländern gelten eigene Programme. Das ist keine Rechtsberatung: Frag bei deinem Landessportbund oder deiner Sportjugend nach, was für deinen Verein gilt.
Kann eine Vertrauensperson Meldungen in Koach festhalten?
Nein. Koach hat kein Meldeformular, keine Fallakte und keinen Ort, um Gespräche zu speichern. Die Rolle Vertrauensperson in Koach Club sieht die Übersicht der Teams und die Namen und Teams der Mitglieder und darf Vereinsmitteilungen an alle Mitglieder senden. Kontaktdaten, Finanzen und Notizen der Trainer bekommt sie nicht. Wie Gespräche und Verdachtsfälle dokumentiert werden, legt euer Schutzkonzept fest.
Was kostet Koach Club mit der Rolle Vertrauensperson, und kann man es vorher testen?
Koach Club kostet 9,99 € im Monat für den ganzen Verein, oder 8,33 € im Monat bei jährlicher Zahlung, mit unbegrenzt vielen Teams und Trainern und allen fünf Vereinsrollen. Die Rolle Vertrauensperson ist darin enthalten: Die Person braucht ein Koach-Konto, aber kein eigenes Abo. Für Club gibt es keine Testphase: Hinterlass deine Daten auf der Vereinsseite, dann melden wir uns und richten den Verein gemeinsam mit dir ein. Spieler und Eltern nutzen Koach kostenlos.
Gib deiner Vertrauensperson eine eigene Rolle
Für Club gibt es keine Testphase: Vereinbare über die Vereinsseite ein Kennenlernen, dann richten wir deinen Verein mit dir ein. Willst du erst selbst schauen, starte unten mit einem Team.
Mit Koach loslegenOder lies zuerst, was die Volleyball-Trainer-App alles kann.


