Schiedsrichter im Volleyball: wer pfeift, schreibt und winkt | Koach Volleyball
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Schiedsrichter im Volleyball: wer pfeift, schreibt und winkt

Die kurze Antwort

Schiedsrichter im Volleyball arbeiten als Team, das Schiedsgericht heißt: ein 1. Schiedsrichter auf dem Stuhl, ein 2. Schiedsrichter am Boden, ein Schreiber am Tisch und zwei oder vier Linienrichter mit Fahne. Nur die beiden Schiedsrichter pfeifen, und der erste hat das letzte Wort.

Schiedsrichter im Volleyball sind bei einem offiziellen Spiel ein ganzes Team, nicht eine Person mit Pfeife. Diese Übersicht folgt den Official Volleyball Rules 2025-2028 der FIVB: wer zum Schiedsgericht gehört, wo jeder steht, wer welchen Fehler beurteilt und was du als Verein an einem normalen Spieltag organisierst.

Lesezeit: 7 Min.

Wer zum Schiedsgericht gehört

Nach Regel 22.1 besteht das Schiedsgericht aus einem 1. und einem 2. Schiedsrichter, einem Challenge-Schiedsrichter, einem Reserveschiedsrichter, dem Schreiber und vier oder zwei Linienrichtern. Bei den Wettbewerben der FIVB sowie bei Welt- und offiziellen Wettbewerben sind ein Assistent-Schreiber, ein Reserveschiedsrichter und, wenn mit der Video-Challenge gespielt wird, ein Challenge-Schiedsrichter Pflicht. Weiter unten in der Pyramide ist das Team kleiner.

OffiziellerPlatzHauptaufgabe
1. SchiedsrichterAuf dem Stuhl an einem Ende des Netzes, Augen etwa 50 cm über der NetzkanteLeitet das Spiel, hat das letzte Wort
2. SchiedsrichterAm Boden beim Pfosten auf der anderen Seite, gegenüber dem erstenNetz und Mittellinie, Positionen des annehmenden Teams, Wechsel und Auszeiten
SchreiberAm Schreibertisch, gegenüber dem 1. SchiedsrichterDer Spielberichtsbogen und die Aufschlagreihenfolge
Assistent-SchreiberNeben dem SchreiberLiberowechsel, die Anzeigetafel am Tisch
LinienrichterAn den Ecken des FeldesDrin oder aus, Antenne, Fußfehler beim Aufschlag
Challenge- und ReserveschiedsrichterIn einer eigenen Kabine oder an einem eigenen PlatzVideo-Challenge, Ersatz für den 2. Schiedsrichter

Wie viele Offizielle es bei deinem Spiel gibt, bestimmt der Wettbewerb, und das unterscheidet sich je nach Land und Spielklasse. In vielen Vereinsligen pfeift ein Schiedsrichter mit einem Schreiber neben sich, manchmal mit einem 2. Schiedsrichter dazu, und Linienrichter siehst du vor allem weiter oben. Für deine eigenen Spiele schau in die Spielordnung deines Verbands.

Wer pfeifen darf und wie eine Entscheidung abläuft

Nur der 1. und der 2. Schiedsrichter dürfen während des Spiels pfeifen (Regel 22.2.1). Der erste pfeift vor jedem Aufschlag. Das Ende eines Ballwechsels pfeift der erste oder der zweite, aber nur, wenn er sich des Fehlers sicher ist und weiß, welcher Fehler es ist. Nach dem Pfiff folgt das Handzeichen in einer festen Reihenfolge. Pfeift der erste, zeigt er zuerst das Team an, das aufschlagen wird, dann den Fehler und wenn nötig den Spieler. Pfeift der zweite, zeigt er den Fehler und den Spieler und danach das aufschlagende Team, so wie der erste es anzeigt. Was jedes Zeichen bedeutet, steht unter alle Handzeichen der Schiedsrichter.

Der 1. Schiedsrichter: leitet vom Anfang bis zum Ende

Der 1. Schiedsrichter steht auf einem Schiedsrichterstuhl an einem Ende des Netzes, auf der Seite gegenüber dem Schreibertisch (Regel 23). Er hat die Autorität über das ganze Schiedsgericht und über die Spieler und die Bank. Während des Spiels sind seine Entscheidungen endgültig: Er darf die Entscheidung eines anderen Mitglieds des Schiedsgerichts aufheben, wenn sie seiner Meinung nach falsch ist, und er entscheidet auch über Fragen, die das Regelwerk nicht regelt. Diskussionen über seine Entscheidungen lässt er nicht zu, aber der Spielkapitän darf um eine Erklärung bitten, wie eine Regel angewendet wurde.

Vor dem Spiel prüft er das Spielfeld, die Bälle und die Ausrüstung, führt mit den Kapitänen die Auslosung durch und beaufsichtigt das Einspielen. Während des Spiels spricht er Verwarnungen und Sanktionen aus und beurteilt unter anderem:

Nach dem Spiel prüft er den Spielberichtsbogen und unterschreibt ihn.

Der 2. Schiedsrichter: das Netz, das annehmende Team und die Bank

Der 2. Schiedsrichter steht außerhalb des Feldes beim Pfosten, gegenüber dem ersten (Regel 24). Er unterstützt den ersten, hat aber auch Entscheidungen, die nur ihm gehören. Nach Regel 24.3.2 pfeift er:

Außerdem regelt er die Unterbrechungen: Er genehmigt Wechsel und Auszeiten, überwacht ihre Dauer, zählt sie und meldet die zweite Auszeit sowie den fünften und sechsten Wechsel dem 1. Schiedsrichter und dem Trainer. Er beaufsichtigt die Bank und den Aufwärmbereich, kontrolliert die Arbeit des Schreibers, den Boden und die Bälle, und bei einer Verletzung genehmigt er eine Ausnahmeauswechslung oder drei Minuten Erholungszeit. Fehler außerhalb seiner eigenen Liste darf er ohne Pfiff anzeigen, aber er besteht nicht darauf. Wie du so einen Abend als 2. Schiedsrichter Schritt für Schritt durchgehst, steht unter die Aufgaben des 2. Schiedsrichters.

Schreiber und Assistent-Schreiber: der Spielberichtsbogen zählt

Der Schreiber, oft auch Anschreiber genannt, sitzt am Schreibertisch gegenüber dem 1. Schiedsrichter und führt den Spielberichtsbogen, zusammen mit dem 2. Schiedsrichter (Regel 27). Vor dem Spiel trägt er die Daten des Spiels und der Teams ein, einschließlich der Liberos, holt die Unterschriften der Kapitäne und Trainer ein und übernimmt pro Satz die Startaufstellung. Während des Spiels notiert er jeden Punkt, überwacht die Aufschlagreihenfolge und meldet einen Fehler direkt nach dem Aufschlag, hält Wechsel, Auszeiten und Sanktionen fest und meldet das Ende eines Satzes und den achten Punkt im Entscheidungssatz, den Moment des Seitenwechsels. Er benutzt einen Summer oder ein anderes Signal, um die Schiedsrichter aufmerksam zu machen.

Wo es einen Assistent-Schreiber gibt, hält dieser die Liberowechsel fest, bedient die manuelle Anzeigetafel am Tisch und prüft, ob die Anzeigetafeln stimmen (Regel 28). Was du als Schreiber vor, während und nach dem Spiel machst, steht unter die Aufgaben des Schreibers.

Linienrichter: zwei oder vier Fahnen

Mit zwei Linienrichtern stehen sie an den Ecken, die der rechten Hand jedes Schiedsrichters am nächsten liegen, schräg in ein bis zwei Metern Abstand von der Ecke; jeder beurteilt die Grundlinie und die Seitenlinie auf seiner Seite. Mit vier stehen sie ein bis drei Meter von jeder Ecke entfernt, in der Verlängerung der Linie, die sie beurteilen (Regel 29.1). Mit einer Fahne von 40 mal 40 Zentimetern zeigen sie an, ob ein Ball drin oder aus ist, ob das annehmende Team einen Ball im Aus noch berührt hat, ob der Ball die Antenne berührt hat oder außerhalb der Antenne über das Netz ging und ob ein Spieler, außer dem Aufschläger, beim Aufschlag außerhalb seines Feldes stand oder der Aufschläger einen Fußfehler gemacht hat. Wie das in der Praxis läuft, steht unter der Linienrichter im Volleyball.

Auf dem höchsten Niveau kommen zwei Rollen dazu. Der Challenge-Schiedsrichter begleitet aus einer eigenen Kabine die Video-Challenge und meldet dem 1. Schiedsrichter, welcher Fehler vorlag. Der Reserveschiedsrichter ersetzt bei Bedarf den 2. Schiedsrichter, kontrolliert die Wechseltafeln und hilft dem zweiten, die Freizone frei zu halten.

Nimm dir eine Minute vor dem ersten Aufschlag. Sprecht als 1. und 2. Schiedsrichter ab, wie der zweite einen Fehler außerhalb seiner Liste anzeigt, und geh mit dem Schreiber den Spielberichtsbogen und die Startaufstellungen durch. Diese Minute erspart euch die Diskussion im zweiten Satz, wer hätte aufschlagen müssen.

Schiedsrichter und Anschreiber als Verein organisieren

An einem Spieltag mit vier Heimspielen hast du schnell acht Dienste zu besetzen, pro Spiel einen Schiedsrichter und einen Anschreiber, oft aus deinen eigenen Mitgliedern. Drei Dinge machen das machbar: eine Liste, wer pfeifen und wer anschreiben kann, eine Einteilung, die berücksichtigt, wer selbst spielt, und eine faire Verteilung über die Saison. Einen Spieler, der um 13:00 Uhr selbst spielt, setzt du nicht für das Spiel um 12:00 Uhr ein.

Im Vereinsbereich von Koach steht das im Reiter Spieltag: Pro Heimspiel legst du einen Dienst als Schiedsrichter, Anschreiber oder Hallendienst an. Pro Offiziellem gibst du an, ob jemand pfeifen, anschreiben oder beides kann. Mit Automatisch einteilen füllt Koach die offenen Plätze: Wer in dieser Saison die wenigsten Dienste hatte, kommt zuerst, wer um diese Zeit selbst spielt, wird übersprungen, und niemand bekommt mehr als zwei Dienste an einem Tag. Einen eigenen Dienst für einen 2. Schiedsrichter oder Linienrichter kennt der Spieltag nicht. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, steht unter Schiedsrichter und Anschreiber pro Heimspiel einteilen.

Der Reiter Spieltag in Koach mit den Heimspielen eines Samstags, pro Spiel dem Knopf Dienst hinzufügen und unten Automatisch einteilen
Der Spieltag: pro Heimspiel einen Dienst hinzufügen und die offenen Plätze in einem Schritt einteilen lassen.

Der Spieltag gehört zum Abo Club; was das für deinen Verein bedeutet, steht auf der Seite für Vereine, und die Beträge auf der Preisseite. Alle Spielregeln selbst findest du unter Volleyballregeln im Überblick, und den vollständigen Text in den Official Volleyball Rules 2025-2028 der FIVB.

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Häufige Fragen

Wie viele Schiedsrichter gibt es bei einem Volleyballspiel?

Bei einem offiziellen Spiel nach den FIVB-Regeln pfeifen zwei: ein 1. Schiedsrichter auf dem Stuhl und ein 2. am Boden. Dazu kommen ein Schreiber und zwei oder vier Linienrichter, auf dem höchsten Niveau außerdem ein Assistent-Schreiber, ein Reserveschiedsrichter und ein Challenge-Schiedsrichter. In vielen Vereinsligen ist das Team kleiner; was bei dir nötig ist, steht in der Spielordnung deines Verbands.

Was ist der Unterschied zwischen dem 1. und dem 2. Schiedsrichter?

Der erste steht auf dem Stuhl, leitet das Spiel und hat das letzte Wort; er beurteilt unter anderem den Aufschlag, die Ballbehandlung und Fehler über dem Netz. Der zweite steht am Boden auf der anderen Seite und pfeift unter anderem Netzberührungen auf der Seite des Blocks, das Eindringen unter dem Netz und Positionsfehler des annehmenden Teams. Er regelt auch Wechsel und Auszeiten.

Darf der Schreiber pfeifen?

Nein. Nur der 1. und der 2. Schiedsrichter dürfen pfeifen. Der Schreiber macht die Schiedsrichter mit einem Summer oder einem anderen Signal aufmerksam, zum Beispiel bei einem Fehler in der Aufschlagreihenfolge, einem Wechselwunsch oder einer Anfrage, die nicht erlaubt ist. Die Schiedsrichter entscheiden dann, was passiert.

Was macht ein Linienrichter im Volleyball?

Ein Linienrichter steht an einer Ecke des Feldes und zeigt mit einer Fahne an, ob ein Ball drin oder aus ist, ob das annehmende Team einen Ball im Aus noch berührt hat, ob der Ball die Antenne berührt hat oder außerhalb der Antenne über das Netz ging und ob der Aufschläger einen Fußfehler gemacht hat. Auf Bitte des 1. Schiedsrichters wiederholt er sein Zeichen.

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